Er hatte genug von den angestaubten grauen Fassaden der Siedlung. Das ganze Stadtviertel lebte vom Bergbau.
Siggi, wie er hier von allen genannt wurde, lebte immer noch in dem Dachgeschoßzimmer mit Schräge und der primitiv zu handhabenden Dachluke. Er lag auf seinem Bett und starrte gegen die Decke. Eigentlich müsste er mal neu tapezieren, aber er hatte es satt, hier länger zu wohnen. Seit seiner Geburt bewohnte er bereits dieses Zimmer. Seine Schwester hatte ihres nebenan und sein Bruder gegenüber. Alles war so grau und trist. In jedem Zimmer hing ein Bildnis der „Heiligen Barbara“, der Schutzpatronin der Bergleute. Er kannte noch nicht einmal wirklich ihre Geschichte und was sie mit den Bergleuten verband, er wusste nur, daß sie sie der Berg sich geöffnet uns sie beschützt haben soll, als sie auf der Flucht vor ihrem fürchterlichen Vater war. Und seither, so sagt es die Heiligenerzählung, beschützt sie alle, die den Berg betreten können und sich unter Tage aufhalten.
Siggi dachte an seinen Vater, der an seiner Staublunge elendig verstorben war. Es war wohl das Schicksal vieler Bergleute. Er war Steiger und nur darauf bedacht, seine Familie glücklich zu machen. Daß er sie eigentlich unglücklich machte, war ihm wohl niemals in den Sinn gekommen, denn schließlich hatte er doch für alles gesorgt. Trotz Unterbezahlung hatte er es geschafft, seiner Familie eine Doppelhaushälfte zu ermöglichen. Die andere Hälfte bewohnte dessen Bruder Atze mit seiner Familie.
Es gab kaum Platz für Spiele – aber es gab viel Platz für viel Herz!
Das Wochenende verbrachten sie stets in ihrem kleinen Schrebergarten, gleich neben den Bahnschienen. Er war wie eine Oase, in der sie sich erholen konnten. Hier vergaßen sie ihre ewige Angst vor Grubenunglücken und die Geldnot wegen der ständigen Arzt- und Arzneirechnungen.
Nun ja, es war doch irgendwie schön, wenn sie gemeinsam dort hin marschierten und Mutter Apfelkuchen oder „Muschipizza“, wie Onkel Atze frecherweise die Pflaumenplatte nannte, gebacken und alles in dem Bollerwagen verstaute, auf dem auch kurzfristig eine Kiste Bier parkte, in ihre Oase zogen. Die vorbeifahrenden Güterzüge nahm niemand mehr so wirklich wahr. Sie gehörten einfach zu aller Tagesablauf dazu. Man sprach halt etwas lauter, wenn einer vorüber donnerte.
Auch sonst war es ja gar nicht so übel hier. Gleich um die Ecke befand sich ein Kiosk, wo es außer den Zigaretten, Zeitungen und einer Flasche Bier auch noch immer ein nettes Pläuschken gab. Daneben befand sich ein altes Ziegelgebäude, hinter dessen poröser Fassade Siggi ein Geheimversteck hatte. Hier hatte er Briefe versteckt, die dem Leser seine heimliche Liebe zu Giesela preisgeben würden. Auch einen Wimpel hatte er dort deponiert, von seinem Verein, dem FC Schalke 04. Zu Hause konnte er ihn nicht aufbewahren, weil sämtliche Freunde und seine Familie Fans des VFL und der BORUSSIA waren. Er war nicht stark genug, zu seinem Verein zu stehen, aber heimlich – heimlich betete er seine Favoriten an.
Ja, und nun, nach Vaters Krebstod war er das Familienoberhaupt und hatte dafür zu sorgen, daß Geld in die Kasse floß. Aber er war nun mal kein Bergmann, wie sein jüngerer Bruder oder sein Onkel. Selbst seine Schwester arbeitete auf der Zeche, allerdings in der Verwaltung.
Siggi war anders. Er suchte neue Herausforderungen, wollte die Welt sehen, seinen geistigen Horizont erweitern und mehr Geld verdienen, als er es hier auf´m Pütt könne. Er wollte einfach raus aus dem Ruhrpott.
Daher hatte er sich bei einer Baufirma beworben, die in Japan nach europäischem Muster Wohnsiedlungen bauten. Er hatte nach Abschluss der Schule Maurer gelernt und war mittlerweile Maurermeister, also für die Baufirma bestens geeignet.
Das Vorhaben sollte zwei Jahre dauern und würde ihm außergewöhnlich viel Geld bringen, das er natürlich seiner Familie zu Gute kommen lassen würde. Was hatte er hier denn auch für eine Zukunft? Er musste es nur noch irgendwie seiner Familie beibringen.
Nach seiner Offenbarung bei einer Familiensitzung, zeigten jedoch alle mehr Verständnis für seine Entscheidung, als er angenommen hatte. Das erleichterte ihm den Abschied natürlich ungemein. Er packte seine Sachen und folgte dem fast unwiderstehlichen Angebot.
Die Zeit verging und sie hatten eine Menge Häuser in Koshido erbaut. Er befand sich bereits seit etwas mehr als einem Jahr hier. Die Baufirma hatte gute Arbeit geleistet und aus diesem Grund weitere Aufträge in Japan erhalten. Er erhielt bei bereits allerbester Bezahlung das Angebot, weitere zwei Jahre hier zu verbringen und den Aufbau voran zu treiben. Sein Lohn sollte weiter aufgestockt werden und darüber hinaus konnte er jedes Vierteljahr einmal nach Hause fliegen.
Er stand vor einer neuen Entscheidung. Seine Gedanken kreisten und waren im Moment genau so verstaubt, wie die Fenster in der Umgebung der alten Zeche in seiner Heimat.
Je mehr er nachdachte, umso klarer wurde es in seinem Kopf und sein Entschluß immer deutlicher. All das, vor dem er geflüchtet war, wurde zu einer Schlinge, die ihm den Hals zuschnürten. Ihn plagte Heimweh! Ihn, den Revolutionär, den Ausreißer, der vor der Realität davon gelaufen war!
Wie mochte sich seine Mutter wohl fühlen, ohne ihn? Was war mit seiner kleinen Schwester, dem Bruder und seinen Kumpels? Was war sein Leben hier überhaupt ohne seinen Pütt? Er war in dem einen Jahr, seitdem er hier war, noch nicht zu Hause gewesen. Briefe, die sie wechselten, brauchten sehr lange und immer beteuerten ihm alle, daß es ihnen gut gehe, zu Hause.
Auf einmal liefen Tränen ohne Aufhalt über seine im Lauf der Zeit fahl gewordenen Wangen. Er ließ ihnen ihren Lauf und begann sogar, laut zu schluchzen.
Genau da faßte er den Entschluß: Er mußte zurück , zurück nach Bottrop in die Zechensiedlung. Er sehnte sich plötzlich nach den Reibereien, die es von Zeit zu Zeit gab, nach den Frühschoppen im Revier, dem Getratsche seiner Familie, Freunden und Nachbarn. Die Fremde war doch nichts für ihn, das wußte er nun. Sie war einfach nicht seine Welt….
Mit einer Notlüge familiärer Art, entließ die Gesellschaft ihn schließlich nach seinem Entlassungsersuchen, vorzeitig aus dem Vertrag, wenn sie ihn auch nicht gerne gehen lassen wollten. Er hatte sogar noch eine Sonderzahlung zu erwarten, weil er mit großem Einsatz für das Unternehmen tätig gewesen war.
Erst, als er knapp eine Woche später in der Straßenbahn zur Zeche saß, hellte sich sein Gesicht auf. Alles sah noch genau so aus, wie vor einem Jahr. Niemand wußte von seiner Rückkehr, er wollte alle überraschen.
Um selbst erst einmal ‚anzukommen‘, war er drei Stationen vor zu Hause ausgestiegen. Er schulterte seinen Seemannssack und legte den Rest des Weges zu Fuß über die Aegidisstraße zurück.
Wie in Trance stieg er also aus der Bahn, schaute entlang der immer noch rötlichgrauen Häuserfassaden und bemerkte erst jetzt, wie schön Bottrop doch war. Er näherte sich dem alten Ziegelgebäude mit seinen losen Steinen, entfernte, nachdem er sich vergewissert hatte, daß ihn niemand beobachtete, den immer noch losen Block und stellte fest, daß seine Geheimnisse noch vorhanden waren. Er griff in die Jackentasche und zog das Flug- und Bahnticket heraus und legte diese seinen Schätzen bei. Dann verschloß er mit dem Ziegel wieder seinen Geheimbunker und machte sich lächelnd auf den Heimweg.
Nur noch ein paar Meter, dann war er daheim. Er klingelte.
Eine alte, eingefallene Frau öffnete ihm die Tür – es war seine Mutter. Sie blickten sich nur kurz in die Augen und fielen sich dann in die Arme.
„Willkommen zu Hause, mein Junge. Ich wußte, daß Du kommst, habe es gespürt“.
Siggi folgte ihr in die Stube und stellte fest, daß sie ihn tatsächlich bereits erwartet zu haben schien. Es sah jedenfalls so aus. Es stand „sein“ Kaffeegedeck auf dem Wohnzimmertisch, und daß es nach frisch gebackenem Apfelkuchen roch, hatte er bereits auf der Straße vor dem Haus wahrgenommen. Liebevoll hatte sie alles zurecht gestellt. Den Kuchen hatte sie bereits in kleine handliche Stücke geschnitten und der frisch gebrühte Kaffe wartete in einer Kanne auf einem Stövchen darauf, daß er bald getrunken würde.
Mutter hatte ihn also tatsächlich erwartet. Tag für Tag glaubte sie an seine Rückkehr, nur heute war sie sich sicher, daß er kommen würde.
Endlich war er wieder daheim auf dem Pütt! Wie gut das tat….
Kurz nach seiner Heimkehr erhielt er eine gut bezahlte Stelle als Meister in einem Bauunternehmen. Er begann sogar, seine Gedanken, Empfindungen und Emotionen niederzuschreiben. Er verfaßte sie in kleine Kapitel, die er in dem Püttblättchen, das wöchentlich erschien, veröffentlichen konnte. Sie beschrieben sein Erlebtes, den Fortgang und die Heimkehr in sein geliebtes Bottrop. Der Titel seiner Veröffentlichungen lautete:
HEIMAT IST, WO PÜTT IST ……..
(c) Christiane Rühmann
Nichts leichter als das…..
Angelika war über Mitte fünfzig hinaus und lebte seit fast einem Jahr von ihrem Mann getrennt. Es hatte zwischen ihnen einfach nichts mehr gestimmt, sie hatten sich auseinander gelebt.
Ihre beiden Söhne waren bereits erwachsen und führten jeder sein eigenes glückliches Familienleben. Günther hatte zwei Söhne, Zwillinge Tim und Leon und Olaf hatte ebenfalls Zwillinge, zwei Mädchen, fast gleich alt, wie ihre Cousins.
Oftmals kamen die Kinder am Wochenende, um bei ihrer Oma zu übernachten. Mit ihr machten sie dann immer tolle Unternehmungen, wie schwimmen oder einen Ausflug in den Zoo, Eis essen und vieles mehr, wozu die Eltern oftmals keine Zeit hatten.
Wenn ihre Söhne und Schwiegertöchter von Zeit zu Zeit nachfragten, ob Angelika die Arbeit mit den Kleinen nicht zu viel würde, antwortete sie stets: „Nichts leichter als das.“
Gut gelaunt und hoch erfreut stellte sie sich jedesmal der quirligen Herausforderung. Unter der Woche ging sie noch arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Seit der Trennung von ihrem Mann hatte sie die Grossbäckerei, in der sie bereits fünfzehn Jahre beschäftigt war, als Ganztagskraft eingestellt. Mit dem Verdienst von halben Tagen kam sie nicht aus. Wenn sie dann hin und wieder gefragt wurde, wie sie das denn alles schaffe, antwortete sie wieder: „Nichts leichter als das“.
Ja, Angelika war ein richtiges Energiebündel, kaum zu bremsen und voller Elan, wenn es an neue Herausforderungen ging.
Als ihr nach der Trennung die Wohnung zu gross wurde, entschloss sie sich, in eine kleinere umzuziehen. Wochenlang studierte sie den Anzeigenanteil, bis sie das Geeignete gefunden hatte. Viele Räumlichkeiten hatte sie sich angesehen. Einige waren zu gross, andere zu klein, zu teuer, zu alt, feucht oder hatten andere Mängel, mit denen sie nicht klar kam.
Letztlich hatte sie dann die gemütliche zweieinhalb-Zimmer-Wohnung gefunden, in der sie nun wohnte. Diese war sogar vom Mietpreis so erschwinglich, dass sie nicht jeden Cent umdrehen musste und sich ein recht üppiges Leben leisten konnte.
Sie wollte aller Welt zeigen, dass ein Leben auch ohne Mann machbar war, auch wenn die Trennung eine grosse Wunde auf ihrer Seele hinterlassen hatte. So hatte sie sich vor dem Umzug von vielen Dingen einfach getrennt. Sie spendete die Möbel, Gardinen, Teppiche und Kleidung dem Roten Kreuz, weil sie einen kompletten Neuanfang starten wollte.
Daher richtete sie sich von A bis Z neu ein. Die Mitnehm-Möbel hatte sie vollkommen eigenhändig aufgebaut, hatte tapeziert, gestrichen und die Räume liebevoll mit passenden Accessoirs gestaltet und eine Wohlfühlathmosphäre geschaffen.
Als sie ihre Freundin erstmals zu sich eingeladen hatte, war diese sehr erstaunt. Es war alles so perfekt gelungen, dass sie glaubte, Angelikas Söhne hätten ganze Arbeit geleistet.
„Wieso die Jungs, Helga? Das habe ich alles alleine geschafft. Sogar die Schränke habe ich selbst aufgebaut. Nur den E-Herd hat ein Fachmann angeschlossen“.
„Nee, Angelika, sowas kannst Du?“
„Klar, nichts leichter als das. Wenn man nur will, ist alles realisierbar“.
Geli war stolz auf sich und die anerkennenden Worte ihrer Besucher. Sie hatte nicht einmal ihre Familie über ihr Vorhaben in Kenntnis gesetzt, worüber ihre Söhne zunächst sehr enttäuscht waren. Sie mussten allerdings anerkennend zugeben, dass sie nichts viel besser hätten machen können.
Angelika wollte einfach keinen Mann um sich werken haben, der nach zehn angezogenen Schrauben einen grossen Schluck Bier benötigte, um die nächste Schrankwand aufzustellen. Nein nein, die Zeit war vorüber und ausserdem hatte es ihr riesigen Spass gemacht.
Selbst die Enkel fanden es bei ihrer Oma in der neuen kleinen Wohnung richtig schnuckelig.
Deren kleines Gästezimmer hatte Geli richtig toll gestaltet. So tapezierte sie für die beiden Burschen zwei Wände mit Raketen- und für die Mädchen zwei Wände mit „Hello Kitty“-Tapeten. Rings unter der Decke brachte sie fest gespannte Schnüre an, über die sie bunte Vorhänge gleiten lassen konnte, um die Wand mit den Raketen zu bedecken, wenn die Mädchen bei ihr schliefen, oder die Mädchenwände verschwinden zu lassen, wenn die Jungen bei ihr übernachteten. Das gefiel den Kindern sehr.
Die Zwillinge Tim und Leon hatten ihren Eltern berichtet, dass Oma jetzt ein „Wendelzimmer“ habe, das total cool sei.
Als die Söhne fragten, wie sie das denn gemacht habe, antwortete Angelika nur wieder: „Nichts leichter als das“.
Dann erkrankte Angelika. Man hatte einen bösartigen inoperablen Tumor unter ihrer Schädeldecke festgestellt. Sie war gerade sechzig geworden, als man ihr offenbarte, dass sie kaum länger als ein halbes Jahr mehr zu leben habe. Sie nahm ihr Schicksal an, klagte nicht, obwohl die Kopfschmerzen sehr schnell unerträglich wurden. Erst dann begab Geli sich ins Krankenhaus.
Täglich kam sie ihre Familie besuchen. Schweren Herzens mussten sie mit ansehen, wie ihre geliebte Mutter und Oma mehr und mehr einfiel. Die letzten Tage mussten die Enkel zu Hause bleiben. Sie hatten sich von ihrer geliebten Oma verabschiedet und sollten sie so in Erinnerung und im Herzen behalten, wie sie sie kannten.
Das Sprechen fiel Angelika mittlerweile schwer und als ihr Ältester meinte: „Mama, Du kannst doch jetzt nicht so einfach gehen“, hauchte sie mit letzter Kraft: „Nichts leichter als das“.
Dann schloss sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht für immer ihre Augen…….
(c) Christiane Rühmann
Ihre beiden Söhne waren bereits erwachsen und führten jeder sein eigenes glückliches Familienleben. Günther hatte zwei Söhne, Zwillinge Tim und Leon und Olaf hatte ebenfalls Zwillinge, zwei Mädchen, fast gleich alt, wie ihre Cousins.
Oftmals kamen die Kinder am Wochenende, um bei ihrer Oma zu übernachten. Mit ihr machten sie dann immer tolle Unternehmungen, wie schwimmen oder einen Ausflug in den Zoo, Eis essen und vieles mehr, wozu die Eltern oftmals keine Zeit hatten.
Wenn ihre Söhne und Schwiegertöchter von Zeit zu Zeit nachfragten, ob Angelika die Arbeit mit den Kleinen nicht zu viel würde, antwortete sie stets: „Nichts leichter als das.“
Gut gelaunt und hoch erfreut stellte sie sich jedesmal der quirligen Herausforderung. Unter der Woche ging sie noch arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Seit der Trennung von ihrem Mann hatte sie die Grossbäckerei, in der sie bereits fünfzehn Jahre beschäftigt war, als Ganztagskraft eingestellt. Mit dem Verdienst von halben Tagen kam sie nicht aus. Wenn sie dann hin und wieder gefragt wurde, wie sie das denn alles schaffe, antwortete sie wieder: „Nichts leichter als das“.
Ja, Angelika war ein richtiges Energiebündel, kaum zu bremsen und voller Elan, wenn es an neue Herausforderungen ging.
Als ihr nach der Trennung die Wohnung zu gross wurde, entschloss sie sich, in eine kleinere umzuziehen. Wochenlang studierte sie den Anzeigenanteil, bis sie das Geeignete gefunden hatte. Viele Räumlichkeiten hatte sie sich angesehen. Einige waren zu gross, andere zu klein, zu teuer, zu alt, feucht oder hatten andere Mängel, mit denen sie nicht klar kam.
Letztlich hatte sie dann die gemütliche zweieinhalb-Zimmer-Wohnung gefunden, in der sie nun wohnte. Diese war sogar vom Mietpreis so erschwinglich, dass sie nicht jeden Cent umdrehen musste und sich ein recht üppiges Leben leisten konnte.
Sie wollte aller Welt zeigen, dass ein Leben auch ohne Mann machbar war, auch wenn die Trennung eine grosse Wunde auf ihrer Seele hinterlassen hatte. So hatte sie sich vor dem Umzug von vielen Dingen einfach getrennt. Sie spendete die Möbel, Gardinen, Teppiche und Kleidung dem Roten Kreuz, weil sie einen kompletten Neuanfang starten wollte.
Daher richtete sie sich von A bis Z neu ein. Die Mitnehm-Möbel hatte sie vollkommen eigenhändig aufgebaut, hatte tapeziert, gestrichen und die Räume liebevoll mit passenden Accessoirs gestaltet und eine Wohlfühlathmosphäre geschaffen.
Als sie ihre Freundin erstmals zu sich eingeladen hatte, war diese sehr erstaunt. Es war alles so perfekt gelungen, dass sie glaubte, Angelikas Söhne hätten ganze Arbeit geleistet.
„Wieso die Jungs, Helga? Das habe ich alles alleine geschafft. Sogar die Schränke habe ich selbst aufgebaut. Nur den E-Herd hat ein Fachmann angeschlossen“.
„Nee, Angelika, sowas kannst Du?“
„Klar, nichts leichter als das. Wenn man nur will, ist alles realisierbar“.
Geli war stolz auf sich und die anerkennenden Worte ihrer Besucher. Sie hatte nicht einmal ihre Familie über ihr Vorhaben in Kenntnis gesetzt, worüber ihre Söhne zunächst sehr enttäuscht waren. Sie mussten allerdings anerkennend zugeben, dass sie nichts viel besser hätten machen können.
Angelika wollte einfach keinen Mann um sich werken haben, der nach zehn angezogenen Schrauben einen grossen Schluck Bier benötigte, um die nächste Schrankwand aufzustellen. Nein nein, die Zeit war vorüber und ausserdem hatte es ihr riesigen Spass gemacht.
Selbst die Enkel fanden es bei ihrer Oma in der neuen kleinen Wohnung richtig schnuckelig.
Deren kleines Gästezimmer hatte Geli richtig toll gestaltet. So tapezierte sie für die beiden Burschen zwei Wände mit Raketen- und für die Mädchen zwei Wände mit „Hello Kitty“-Tapeten. Rings unter der Decke brachte sie fest gespannte Schnüre an, über die sie bunte Vorhänge gleiten lassen konnte, um die Wand mit den Raketen zu bedecken, wenn die Mädchen bei ihr schliefen, oder die Mädchenwände verschwinden zu lassen, wenn die Jungen bei ihr übernachteten. Das gefiel den Kindern sehr.
Die Zwillinge Tim und Leon hatten ihren Eltern berichtet, dass Oma jetzt ein „Wendelzimmer“ habe, das total cool sei.
Als die Söhne fragten, wie sie das denn gemacht habe, antwortete Angelika nur wieder: „Nichts leichter als das“.
Dann erkrankte Angelika. Man hatte einen bösartigen inoperablen Tumor unter ihrer Schädeldecke festgestellt. Sie war gerade sechzig geworden, als man ihr offenbarte, dass sie kaum länger als ein halbes Jahr mehr zu leben habe. Sie nahm ihr Schicksal an, klagte nicht, obwohl die Kopfschmerzen sehr schnell unerträglich wurden. Erst dann begab Geli sich ins Krankenhaus.
Täglich kam sie ihre Familie besuchen. Schweren Herzens mussten sie mit ansehen, wie ihre geliebte Mutter und Oma mehr und mehr einfiel. Die letzten Tage mussten die Enkel zu Hause bleiben. Sie hatten sich von ihrer geliebten Oma verabschiedet und sollten sie so in Erinnerung und im Herzen behalten, wie sie sie kannten.
Das Sprechen fiel Angelika mittlerweile schwer und als ihr Ältester meinte: „Mama, Du kannst doch jetzt nicht so einfach gehen“, hauchte sie mit letzter Kraft: „Nichts leichter als das“.
Dann schloss sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht für immer ihre Augen…….
(c) Christiane Rühmann
Versteckte Kamera…. oder, wie man am schnellsten Land gewinnt
Mike traf „Checker“, wie seine Freunde Kevin nannten, nach der Schule in der Stadt auf dem Marktplatz.
„He Alter, was geht….?“
„Boah, voll öde, nix los auf der Chaussee. Was meinst Du, sollen wir mal die Leute ein wenig aufmischen?“
„Wie jetzt, was hast Du denn vor?“
„Gleich kommt noch Robbin, der muss mitmachen. Das können wir allerdings nicht hier, dazu müssen wir ins Centro fahren. Hier kennt uns ja jeder. Pass auf Alter, dann geht die Post ab.“
„Mach ´ne Ansage“, forderte Mike.
Checker hatte immer irgendwelche Asse im Ärmel, womit sie sich die Zeit vertrieben. Genau genommen waren es immer nur Streiche, die allerdings meistens sehr effektvoll waren. Das zogen sie in der Regel zu Dritt durch, wobei einer von ihnen die Geschehnisse immer mit der Handykamera aufnahm und diese kleinen Filmchen dann ins Internet stellte.
Sie warteten also auf Robbin und fuhren dann gemeinsam ins Centro. Hier setzten sie sich zunächst auf eine der Bänke und nahmen die Passanten ins Visier. Sie hatten genau besprochen, wie das laufen sollte, was sie vorhatten. Robbin, mit dem leistungsstärksten Handy, hielt sich zum filmen bereit, während sich Checker und Mike einer Gruppe junger Mädels näherten.
„He Maus, Du hast aber ´ne schnuckelige Laufmasche“, meine der Kessere zu einem der Mädel.
Sie schaute sofort rings um ihre Beine –die Kamera lief- und ereiferte sich empört, als sie feststellte, dass es überhaupt keine Laufmasche gab.
Die Jungen fingen lauthals an zu lachen und zeigten auf ihren filmenden Kumpel.
„Versteckte Kamera….“, dröhnten sie und „paafff“ spürte Checker die Hand des Mädels in seinem Gesicht.
„Vollidiot“, schimpfte sie und ging mit ihren Freundinnen weiter.
Au Backe, das hatte gesessen. Er rieb sich lachend seine Wange und fragte seinen Kumpel, ob er die Ohrfeige etwa auch mit gefilmt hätte. Als dieser lachend nickte, verlangte Kevin von ihm, dass er das Video löschen sollte.
„Mach ich später“, meinte Robbin und fingerte an seinem Handy, um es für die nächste Aufnahme startklar zu machen. Diesmal gingen die Burschen auf einen älteren Herren zu, und sprachen ihn an:
„Entschuldigung, Ihr Hosenstall ist offen und ihr Hemd schaut raus.“
Der ältere Herr schaute sofort an sich hinunter und meinte: „Das stimmt doch gar nicht, sitzt doch alles tadellos“.
Die Jungen drehten sich um und zeigten auf Robbin und winkten ihm zu. Rob winkte zurück.
„Tja, mein Herr, wir drehen mit versteckter Kamera und Sie wurden soeben gefilmt. Da drüben sitzt unser Kameramann. Wir wollten nur sehen, wie Sie reagieren.“
„Ach so ist das“, meinte der ältere Herr freundlich, strich sich mit seinen dürren Fingern über seinen breiten Scheitel und winkte mit der anderen Hand dem vermeintlichen Kameramann zu.
„Komme ich jetzt ins Fernsehen?“ wollte er noch wissen und die Jungen antworteten:
„Nein nicht ins Fernsehen, wir arbeiten für´s Internet, speziell für Youtube, da kann man Sie sehen.“
„Ach, das ist schade, ich empfange bei mir kein Internetz. Intermezzo kenne ich, das gab es früher mal.“
„Internet, es heisst INTERNET“, antworteten die beiden.
„Ach so, nun ja, das ist wirklich schade. Also dann auf wiedersehen.“ Er verabschiedete sich und ging seines Weges.
Checker und seine Freunde lachten lauthals und miemten den alten Herren nach: „….ich empfange bei mir kein Internetz…..
He, pass auf, da kommt unser nächstes Opfer“.
Sie wendeten sich diesmal einer knuffeligen alten Oma zu, die auf einen Krückstock gestützt vor einem Schaufenster stehen blieb.
„Guten Tag, junge Frau, Ihr Unterrock ist runtergerutscht…“
Auch sie schaute an sich hinunter, drehte sich ins Hohlkreuz, um sich ein wenig von hinten betrachten zu können und zog dabei ihre Schultern abwechselnd nach oben. Das sah fast aus, wie ein Tanz, ähnlich wie „Houlahoup“. Als sie feststellte, dass jedoch alles in Ordnung war, prusteten die Jungen los und konnten sich vor lachen nicht mehr halten. Die alte Dame war so empört, dass sie rot anlief und stürmte erhobenen Krückstockes auf die Jungen zu, die schleunigst sahen, dass sie Land gewannen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Die Alte verfolgte sie, wild mit dem Stock in der Luft fuchtelnd, noch etwa 30 Meter. Erst dann konnte sie wohl nicht mehr, verschnaufte kurze Zeit und ging dann entrüstet weiter.
Robbin hatte alles gefilmt. Das sollte erst mal genügen für heute. Die drei setzten sich in ein Eiscafé, steckten die Köpfe zusammen und sahen sich die Filmchen an. Sie hatten ihre Freude gehabt. Nur Checker war nicht so ganz zufrieden. Die schlechteste Figur hatte er selbst abgegeben: Erst die Backpfeife und dann noch die wild gewordene Oma…….
.
„He krass, wie die Alte abgegangen ist“, feixte Rob, „das schmeisse ich gleich auf den Rechner“.
„Hat trotzdem Bock gemacht“, meinte Kevin. „Ich lasse mir halt beim nächsten mal was Neues einfallen“.
Sie schlürften ihre Cola aus und sahen zu, dass sie Land gewannen.
(c) Christiane Rühmann
„He Alter, was geht….?“
„Boah, voll öde, nix los auf der Chaussee. Was meinst Du, sollen wir mal die Leute ein wenig aufmischen?“
„Wie jetzt, was hast Du denn vor?“
„Gleich kommt noch Robbin, der muss mitmachen. Das können wir allerdings nicht hier, dazu müssen wir ins Centro fahren. Hier kennt uns ja jeder. Pass auf Alter, dann geht die Post ab.“
„Mach ´ne Ansage“, forderte Mike.
Checker hatte immer irgendwelche Asse im Ärmel, womit sie sich die Zeit vertrieben. Genau genommen waren es immer nur Streiche, die allerdings meistens sehr effektvoll waren. Das zogen sie in der Regel zu Dritt durch, wobei einer von ihnen die Geschehnisse immer mit der Handykamera aufnahm und diese kleinen Filmchen dann ins Internet stellte.
Sie warteten also auf Robbin und fuhren dann gemeinsam ins Centro. Hier setzten sie sich zunächst auf eine der Bänke und nahmen die Passanten ins Visier. Sie hatten genau besprochen, wie das laufen sollte, was sie vorhatten. Robbin, mit dem leistungsstärksten Handy, hielt sich zum filmen bereit, während sich Checker und Mike einer Gruppe junger Mädels näherten.
„He Maus, Du hast aber ´ne schnuckelige Laufmasche“, meine der Kessere zu einem der Mädel.
Sie schaute sofort rings um ihre Beine –die Kamera lief- und ereiferte sich empört, als sie feststellte, dass es überhaupt keine Laufmasche gab.
Die Jungen fingen lauthals an zu lachen und zeigten auf ihren filmenden Kumpel.
„Versteckte Kamera….“, dröhnten sie und „paafff“ spürte Checker die Hand des Mädels in seinem Gesicht.
„Vollidiot“, schimpfte sie und ging mit ihren Freundinnen weiter.
Au Backe, das hatte gesessen. Er rieb sich lachend seine Wange und fragte seinen Kumpel, ob er die Ohrfeige etwa auch mit gefilmt hätte. Als dieser lachend nickte, verlangte Kevin von ihm, dass er das Video löschen sollte.
„Mach ich später“, meinte Robbin und fingerte an seinem Handy, um es für die nächste Aufnahme startklar zu machen. Diesmal gingen die Burschen auf einen älteren Herren zu, und sprachen ihn an:
„Entschuldigung, Ihr Hosenstall ist offen und ihr Hemd schaut raus.“
Der ältere Herr schaute sofort an sich hinunter und meinte: „Das stimmt doch gar nicht, sitzt doch alles tadellos“.
Die Jungen drehten sich um und zeigten auf Robbin und winkten ihm zu. Rob winkte zurück.
„Tja, mein Herr, wir drehen mit versteckter Kamera und Sie wurden soeben gefilmt. Da drüben sitzt unser Kameramann. Wir wollten nur sehen, wie Sie reagieren.“
„Ach so ist das“, meinte der ältere Herr freundlich, strich sich mit seinen dürren Fingern über seinen breiten Scheitel und winkte mit der anderen Hand dem vermeintlichen Kameramann zu.
„Komme ich jetzt ins Fernsehen?“ wollte er noch wissen und die Jungen antworteten:
„Nein nicht ins Fernsehen, wir arbeiten für´s Internet, speziell für Youtube, da kann man Sie sehen.“
„Ach, das ist schade, ich empfange bei mir kein Internetz. Intermezzo kenne ich, das gab es früher mal.“
„Internet, es heisst INTERNET“, antworteten die beiden.
„Ach so, nun ja, das ist wirklich schade. Also dann auf wiedersehen.“ Er verabschiedete sich und ging seines Weges.
Checker und seine Freunde lachten lauthals und miemten den alten Herren nach: „….ich empfange bei mir kein Internetz…..
He, pass auf, da kommt unser nächstes Opfer“.
Sie wendeten sich diesmal einer knuffeligen alten Oma zu, die auf einen Krückstock gestützt vor einem Schaufenster stehen blieb.
„Guten Tag, junge Frau, Ihr Unterrock ist runtergerutscht…“
Auch sie schaute an sich hinunter, drehte sich ins Hohlkreuz, um sich ein wenig von hinten betrachten zu können und zog dabei ihre Schultern abwechselnd nach oben. Das sah fast aus, wie ein Tanz, ähnlich wie „Houlahoup“. Als sie feststellte, dass jedoch alles in Ordnung war, prusteten die Jungen los und konnten sich vor lachen nicht mehr halten. Die alte Dame war so empört, dass sie rot anlief und stürmte erhobenen Krückstockes auf die Jungen zu, die schleunigst sahen, dass sie Land gewannen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Die Alte verfolgte sie, wild mit dem Stock in der Luft fuchtelnd, noch etwa 30 Meter. Erst dann konnte sie wohl nicht mehr, verschnaufte kurze Zeit und ging dann entrüstet weiter.
Robbin hatte alles gefilmt. Das sollte erst mal genügen für heute. Die drei setzten sich in ein Eiscafé, steckten die Köpfe zusammen und sahen sich die Filmchen an. Sie hatten ihre Freude gehabt. Nur Checker war nicht so ganz zufrieden. Die schlechteste Figur hatte er selbst abgegeben: Erst die Backpfeife und dann noch die wild gewordene Oma…….
.
„He krass, wie die Alte abgegangen ist“, feixte Rob, „das schmeisse ich gleich auf den Rechner“.
„Hat trotzdem Bock gemacht“, meinte Kevin. „Ich lasse mir halt beim nächsten mal was Neues einfallen“.
Sie schlürften ihre Cola aus und sahen zu, dass sie Land gewannen.
(c) Christiane Rühmann
Beerdigung ohne Leiche
Wolfgang wurde von seinem ehemaligen Chef telefonisch darüber benachrichtigt, dass ein früherer Mitarbeiter, also Wolfgangs Ex-Kollege verstorben sei.
„Das kann doch gar nicht sein“, meinte Wolfgang. „Er hat doch gestern noch neben mir an der Ampel gestanden. Unfassbar.“
Sein alter Chef wollte noch wissen, ob Wolfgang die Telefonnummern von einigen anderen Kollegen aus der Vergangenheit hatte und dieser versprach dem älteren Herren, ihn zurückzurufen, wenn er sie ausfindig gemacht hätte.
Nachdem er eine Reihe von Nummern notiert hatte, rief er den Informanten an und gab die Nummern mit Namen durch.
Immerhin habe man über 20 Jahre miteinander gearbeitet, und man sei es dem Verstorbenen schuldig, sich würdig von ihm zu verabschieden, meinte der ältere Herr. Zwar sei seine Information die, dass es keine grössere Bestattung geben sollte, da das familiäre Verhältnis zu des Verstorbenen einziger Tochter so gut wie nicht mehr bestand, aber er empfand es gerade deshalb als seine Pflicht, auch dessen einstige Kollegen über den Tod zu informieren.
So hatte der Sohn des Fabrikanten, der als Erster über die Beisetzung des ehemaligen Mitarbeiters informiert war, seinem Vater den Beisetzungstermin auf einen Zettel geschrieben, den dieser sich sorgfältig in seinem Portomonaie verstaut hatte.
Eigentlich hatte Wolfgang dieser Zeitpunkt gar nicht in den Kram gepasst, da er arbeiten musste und ihm nur drei Tage Zeit blieben, seine Schicht umzuorganisieren. Den anderen Kollegen war es ähnlich gegangen. Trotzdem fanden sich alle Informierten rechtzeitig vor Beginn der Beisetzung vor der Friedhofskapelle ein. Jeder hatte einen Strauss Blumen in der Hand. Es war bitter kalt. Es hatte über Nacht geschneit und die Wege waren mehr oder weniger nur notdürftig geräumt.
Wolfgang schaute ungeduldig auf seine Uhr und fragte den älteren Herren: „Wo bleiben sie denn alle? Ich kann niemanden, ausser uns entdecken. Sind denn alle schon in der Kapelle?“
„Nein, das kann nicht sein. Ich stehe bereits seit einer Viertelstunde hier. Das verstehe ich auch nicht. Thomas hat mir doch den Termin aufgeschrieben. Moment mal…..“ Er kramte seine Geldbörse unter dem dicken Wintermantel aus seiner Gesäßtasche und fingerte den besagten Zettel heraus.
„Hier steht doch…..momentmal, ich habe meine Brille nicht auf…..liess Du mal Wolfgang“
Wolfgang musste schmunzeln. „Hier steht Dienstag den 26., und heute ist Donnerstag, der 28.01.“!
Die Kollegen schauten sich gegenseitig an und mussten lachen. Dem älteren Herren schoss die Röte ins Gesicht und verwandelte sich dann wiederum in eine Blässe. Man sah ihm an, dass ihm das fürchterlich unangenehm war. Er stammelte einige Worte vor sich hin, die kaum jemand verstand.
„Tja Chef, das kostet Dich eine Runde“, meinte Wolfgang und alle stimmten ihm zu.
„So was ist mir ja noch nie passiert, das kommt davon, wenn man ohne Brille……..“, versuchte er sich zu rechtfertigen.
„Also gut, kommt alle mit, gehen wir noch ins Hotel, trinken eine Tasse Kaffee und essen eine Kleinigkeit. Ich lade Euch natürlich ein. Also so was, nein…..“
Kopf schüttelnd ging er voraus und die anderen folgten ihm zu einem Hotel in der Nähe. Hier setzte man sich beisammen und scherzte, dass der Verstorbene sicherlich jetzt sehr schadenfroh wäre, wenn er das mitbekommen hätte, wo der Ex-Chef doch immer so genau war und Verspätungen absolut nie billigen wollte. Nun hatte er selbst den Vogel abgeschossen. Alte Betriebsgeschichten wurden durch die Erzählungen wieder belebt und so hielten sie ihre eigene Trauerfeier ab – ohne Leiche.
(c) Christiane Rühmann
„Das kann doch gar nicht sein“, meinte Wolfgang. „Er hat doch gestern noch neben mir an der Ampel gestanden. Unfassbar.“
Sein alter Chef wollte noch wissen, ob Wolfgang die Telefonnummern von einigen anderen Kollegen aus der Vergangenheit hatte und dieser versprach dem älteren Herren, ihn zurückzurufen, wenn er sie ausfindig gemacht hätte.
Nachdem er eine Reihe von Nummern notiert hatte, rief er den Informanten an und gab die Nummern mit Namen durch.
Immerhin habe man über 20 Jahre miteinander gearbeitet, und man sei es dem Verstorbenen schuldig, sich würdig von ihm zu verabschieden, meinte der ältere Herr. Zwar sei seine Information die, dass es keine grössere Bestattung geben sollte, da das familiäre Verhältnis zu des Verstorbenen einziger Tochter so gut wie nicht mehr bestand, aber er empfand es gerade deshalb als seine Pflicht, auch dessen einstige Kollegen über den Tod zu informieren.
So hatte der Sohn des Fabrikanten, der als Erster über die Beisetzung des ehemaligen Mitarbeiters informiert war, seinem Vater den Beisetzungstermin auf einen Zettel geschrieben, den dieser sich sorgfältig in seinem Portomonaie verstaut hatte.
Eigentlich hatte Wolfgang dieser Zeitpunkt gar nicht in den Kram gepasst, da er arbeiten musste und ihm nur drei Tage Zeit blieben, seine Schicht umzuorganisieren. Den anderen Kollegen war es ähnlich gegangen. Trotzdem fanden sich alle Informierten rechtzeitig vor Beginn der Beisetzung vor der Friedhofskapelle ein. Jeder hatte einen Strauss Blumen in der Hand. Es war bitter kalt. Es hatte über Nacht geschneit und die Wege waren mehr oder weniger nur notdürftig geräumt.
Wolfgang schaute ungeduldig auf seine Uhr und fragte den älteren Herren: „Wo bleiben sie denn alle? Ich kann niemanden, ausser uns entdecken. Sind denn alle schon in der Kapelle?“
„Nein, das kann nicht sein. Ich stehe bereits seit einer Viertelstunde hier. Das verstehe ich auch nicht. Thomas hat mir doch den Termin aufgeschrieben. Moment mal…..“ Er kramte seine Geldbörse unter dem dicken Wintermantel aus seiner Gesäßtasche und fingerte den besagten Zettel heraus.
„Hier steht doch…..momentmal, ich habe meine Brille nicht auf…..liess Du mal Wolfgang“
Wolfgang musste schmunzeln. „Hier steht Dienstag den 26., und heute ist Donnerstag, der 28.01.“!
Die Kollegen schauten sich gegenseitig an und mussten lachen. Dem älteren Herren schoss die Röte ins Gesicht und verwandelte sich dann wiederum in eine Blässe. Man sah ihm an, dass ihm das fürchterlich unangenehm war. Er stammelte einige Worte vor sich hin, die kaum jemand verstand.
„Tja Chef, das kostet Dich eine Runde“, meinte Wolfgang und alle stimmten ihm zu.
„So was ist mir ja noch nie passiert, das kommt davon, wenn man ohne Brille……..“, versuchte er sich zu rechtfertigen.
„Also gut, kommt alle mit, gehen wir noch ins Hotel, trinken eine Tasse Kaffee und essen eine Kleinigkeit. Ich lade Euch natürlich ein. Also so was, nein…..“
Kopf schüttelnd ging er voraus und die anderen folgten ihm zu einem Hotel in der Nähe. Hier setzte man sich beisammen und scherzte, dass der Verstorbene sicherlich jetzt sehr schadenfroh wäre, wenn er das mitbekommen hätte, wo der Ex-Chef doch immer so genau war und Verspätungen absolut nie billigen wollte. Nun hatte er selbst den Vogel abgeschossen. Alte Betriebsgeschichten wurden durch die Erzählungen wieder belebt und so hielten sie ihre eigene Trauerfeier ab – ohne Leiche.
(c) Christiane Rühmann
Tod in der Drachenhöhle
Es waren schöne Häuser, drei an der Zahl und noch gar nicht so alt, etwa 20 Jahre. Sechs Familien hatten hier in jedem Platz. Zwar passten die Wohnblöcke nicht so wirklich zu den schmucken alten Siedlungshäuschen, die wohl etwa in den 60-er Jahren entstanden waren, aber man konnte erkennen, dass der Architekt zumindest versucht hatte, sie in die Wohngegend zu intrigrieren. Diese grossen Häuser verfügten über ein wunderschönes grosses Grundstück, auf das der Besitzer einen kleinen Spielplatz für die in seinen Häusern lebenden Kinder errichten lies. Mehrere grosse Birken spendeten im Sommer Schatten, während sich die Kleinen austoben konnten und ihre Mütter sich auf den im Schatten stehenden Bänken unterhielten. Ja, sie verabredeten sich sogar. So brachte die eine Mutter Kaffee und Becher und eine andere Kuchen und eine weitere Getränke für die Kinder mit.
Es gab ebenso viele ältere Menschen, die hier wohnten, und das sogar bereits seit Erbauung der Blöcke. Dies liessen sie allerdings oft die neu einziehenden Paare mit oder ohne Kinder spüren. Alles konnten die Älteren besser, ob es die Art war, wie man eine Schneeschaufel zu führen oder den Besen zu schwingen hatte, oder aber auch wie die jungen Frauen ihre Wäsche auf ihren Leinen in den grossen geräumigen Waschräumen aufzuhängen hatten. Mit ihrer unlogischen Logik hatten sie bereits mehrfach erreicht, dass neue Mieter bald schnell wieder auszogen, weil sie diesen Krieg nicht mitmachen wollten.
Die alte Frau Griessheim aus der mittleren Etage auf der linken Seite, hatte diesbezüglich ein besonders loses Maulwerk. Ständig hatte sie etwas zu nörgeln und schrieb Briefe an den Vermieter, in denen sie sich beschwerte, dass der Sandkasten abends nicht abgedeckt würde, die Wäsche auf den Leinen nicht mit Klammern befestigt, sondern einfach nur übergeworfen sei, dass unter der Treppe Spielzeug der Kleinen deponiert würde usw. Sie war ein richtiger Drachen. Irgendwie sah sie auch Echsenartig aus. Man konnte bei ihrem Anblick jederzeit erwarten, dass Feuer aus ihrem giftigen Rachen sprühen würde. Was bildete sich diese alte Schachtel eigentlich ein? Einmal hatte Petra, die Mutter von den Zwillingen Till und Jens, sie dabei erwischt, wie sie in der Waschküche in der Wäsche der Familie rumschnüffelte. Als Petra den Waschraum betrat, hielt die alte Frigatte gerade einen von Petras Tangas in der Hand.
„Suchen sie was?“ fragte Petra höflich aber dennoch sehr energisch.
„Äääh, das lag im Hausflur“, versuchte der Drachen sich irritiert zu verteidigen. „Ich wollte es nur zu Ihrer Wäsche legen.“
„Sie lügen doch! Ich trage meine Wäsche immer in einem geschlossenen Korb nach unten und gehe anschliessend denselben Weg wieder nach oben, und da lag nichts auf der Treppe. Sie sind bösartig neugierig und eine verbale Dreckschleuder. Es wird Zeit, dass Ihnen mal jemand richtig die Meinung geigt. I C H werde mich diesmal beschweren, warten Sie´s nur ab! Gehen Sie zurück in Ihre Drachenhöhle und verschonen Sie mich, die Nachbarn und die Kinder mit Ihrem Monstercharme.“
Petra wendete sich um und begab sich wutschnaubend nach draussen: „Das ist doch nicht zu fassen, diese, diese, diese …… ach, was rege ich mich überhaupt auf?“
„Hi Pet, hast Du mit den Fingern in die Steckdose gegriffen?“ scherzte Linda, die gerade vom einkaufen kam. „Du explodierst ja gleich. Oder hat die Alte Dir wieder in die Suppe gespuckt?“
„Stell Dir vor, jetzt durchwühlt sie auch noch unsere Wäsche. Die hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber diesmal werde ich mir das nicht gefallen lassen.“ Petra schilderte einige Attacken des Hausdrachens.
„Meinst Du“, wollte Linda wissen, „dass sie auch hinter der Zettelattacke steckt, dass die Kinder hier nicht mehr auf der Wiese spielen sollen? Zutrauen würde ich es ihr ja, nach all dem, was Du mir erzählst. Und sie hat echt einen Tanga von Dir in der Hand gehabt? Hah, das ist ja krass.“
„Ja, sie wusste nichtmal, wie herum sie den halten sollte. Ich glaube schon, dass sie das mit den Zetteln auch war. Ach, guten Tag Frau Schneider,“ grüsste Petra die andere Nachbarin, die gerade an ihnen vorbei ging, um einen Sack mit Müll in den Mülltonnen zu entsorgen. „Wie geht es Ihrem Mann? Wenn Sie der Lärm der Kinder stört, sagen Sie uns doch bitte Bescheid, dann lassen wir den Lärmpegel herunterschrauben“.
„Nein, nein, um Himmels willen. Kinder müssen sich austoben, und mein Günter freut sich immer, wenn er am Nachmittag das lustige Treiben der Kleinen beobachten kann. Das muntert ihn auf und sie werfen ihm sogar bei offenem Fenster oft Bälle zu, die er dann zurück wirft. Das wird ihm nie zuviel.“
„Ach daher stammen die hässlichen Flecken an den Schieferplatten! Das werden Sie alle säubern müssen……!“ schrillte es aus dem Hintergrund.
„Nun halten Sie mal die Luft an, Frau Griessheim“, empörte sich Frau Schmitz. „Wo gehobelt wird, fallen eben Späne. Seien Sie froh, dass die Kinder alle gesund sind und…..“
„Papperlapapp! Das ist Sachbeschädigung, von der Lärmbelästigung und der Unordnung ganz zu schweigen. Zu meiner Zeit hätte es das……“
„Ja, ja, zu Ihrer Zeit sind Sie vermutlich mit einer Eisenkugel an den Fussgelenken tagsüber im Keller angekettet worden! Und wären Sie ein Jahrhundert früher geboren, hätte man sie vermutlich auf dem Scheiterhaufen abgefackelt.“
Frau Schmitz zwinkerte ihren beiden jüngeren Nachbarinnen vergnügt zu und genoss es offensichtlich, dass Frau Griessheim der Dampf bereits aus den Ohren raus zu puffen schien. Nachdem die Drachin wutschnaubend in ihre Wohnung gestapft war, beruhigten sich vor der Haustür die Gemüter langsam wieder. Die Frauen verabschiedeten sich mit einem netten „man sieht sich“ und wünschten sich noch einen guten Weg.
Die verbalen Auseinandersetzungen rissen nicht ab. So ging das Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat. Mittlerweile hatten sich noch andere Bewohner gegen diese alte Plageschachtel verschworen und wagten es, ihr mehr und mehr Contra zu geben. Selbst der Vermieter beachtete ihre zahlreichen Zettelchen, Briefe und wörtlichen Eingaben nicht mehr. Im Gegenteil, er hatte sie mittlerweile mehrfach aufgefordert, den nachbarlichen Frieden in seinen Wohnblocks nicht mehr zu stören. Nun erntete sie, was sie selbst gesät hatte: Unfrieden und Hass.
Das reichte nun der alten Frigatte anscheinend, seit ihr Woogen der Antipathie entgegen schlugen. Man sah sie auf einmal tagelang nicht mehr. Das erschien allen dann doch sehr merkwürdig. Also versuchte der Vermieter sie aufzusuchen. Er hatte mehrmals geklingelt, aber es rührte sich nichts. Er stellte nur fest, dass es im Hausflur merkwürdig roch, eher gesagt, es stank schon. Er klingelte erneut mehrfach und als immer noch nicht geöffnet wurde, verschaffte er sich mittels seines Generalschlüssels Zutritt zu Frau Griessheims Drachenhöhle. Beim Betreten wäre er fast umgefallen. Schnell hielt er sich ein Taschentuch vor den Mund und entdeckte sogleich auch den alten Drachen, aufgeknüpft an dem Knauf ihres Schlafzimmerfensters. Neben ihr auf dem Bett befand sich ein Briefumschlag, offensichtlich ein Abschiedsbrief. Dies zu klären, wollte er allerdings der Polizei überlassen, die er gleich von seinem Handy aus informierte. Er forderte die Mitbewohner, die sich im Hausflur versammelt hatten, auf, in ihre Wohnungen zu gehen oder so lange das Haus zu verlassen und die Kinder fern zu halten, bis alles geklärt sei.
Nachdem die Beamten eingetroffen waren und durch den mitgebrachten Arzt die Todesursache dokumentieren liessen, öffnete einer der Polizisten den Umschlag und las den Inhalt des Schreibens laut den Anwesenden vor.
Darin stand:
„Ich halte diese gesellschaftliche Zerrottung nicht mehr aus. Meinen Entschluss schreibe ich der antiautoritären Bevölkerung dieser Wohnblocks zu. Mit meinem Ableben werden hier sicherlich bald asoziale Verhältnisse herrschen und man wird mir noch lange nachtrauern……. Elisabeth Griessheim“
Sie hatte sich also selbst in ihren letzten Lebensminuten noch im Recht gefühlt. Welch eine Vermessenheit. Sie bekam eine einsame Beisetzung. Nur der Pfarrer, die Sargträger und der Herr vom Beerdigungsinstitut waren zugegen. Familie und Freunde hatte sie nicht. Woher auch….
Nach sechs Wochen war die Wohnung bereits, nachdem sie frisch renoviert war, wieder vermietet an ein junges Ehepaar mit einem Kind. Das Haus bekam erneut Leben, aber diesmal erfreuliches. Seitdem hatten alle Anwohner Ruhe und man vergnügte sich ohne Gepöbel auf dem Park ähnlichen Gelände. Man half sich gegenseitig bei den kleinsten Kleinigkeiten, feierte gemeinsam, brachte das Kinderspielzeug täglich unter die Treppe, schaufelte Schnee oder fegte die Gehwege so, wie man es für richtig hielt und warf seine Wäsche zum Trocknen, ohne sie mit Klammern zu befestigen, über die Wäscheleinen. Alle waren seither zufrieden und hatten das alte Lästermaul schon bald vergessen.
(c) Christiane Rühmann
Es gab ebenso viele ältere Menschen, die hier wohnten, und das sogar bereits seit Erbauung der Blöcke. Dies liessen sie allerdings oft die neu einziehenden Paare mit oder ohne Kinder spüren. Alles konnten die Älteren besser, ob es die Art war, wie man eine Schneeschaufel zu führen oder den Besen zu schwingen hatte, oder aber auch wie die jungen Frauen ihre Wäsche auf ihren Leinen in den grossen geräumigen Waschräumen aufzuhängen hatten. Mit ihrer unlogischen Logik hatten sie bereits mehrfach erreicht, dass neue Mieter bald schnell wieder auszogen, weil sie diesen Krieg nicht mitmachen wollten.
Die alte Frau Griessheim aus der mittleren Etage auf der linken Seite, hatte diesbezüglich ein besonders loses Maulwerk. Ständig hatte sie etwas zu nörgeln und schrieb Briefe an den Vermieter, in denen sie sich beschwerte, dass der Sandkasten abends nicht abgedeckt würde, die Wäsche auf den Leinen nicht mit Klammern befestigt, sondern einfach nur übergeworfen sei, dass unter der Treppe Spielzeug der Kleinen deponiert würde usw. Sie war ein richtiger Drachen. Irgendwie sah sie auch Echsenartig aus. Man konnte bei ihrem Anblick jederzeit erwarten, dass Feuer aus ihrem giftigen Rachen sprühen würde. Was bildete sich diese alte Schachtel eigentlich ein? Einmal hatte Petra, die Mutter von den Zwillingen Till und Jens, sie dabei erwischt, wie sie in der Waschküche in der Wäsche der Familie rumschnüffelte. Als Petra den Waschraum betrat, hielt die alte Frigatte gerade einen von Petras Tangas in der Hand.
„Suchen sie was?“ fragte Petra höflich aber dennoch sehr energisch.
„Äääh, das lag im Hausflur“, versuchte der Drachen sich irritiert zu verteidigen. „Ich wollte es nur zu Ihrer Wäsche legen.“
„Sie lügen doch! Ich trage meine Wäsche immer in einem geschlossenen Korb nach unten und gehe anschliessend denselben Weg wieder nach oben, und da lag nichts auf der Treppe. Sie sind bösartig neugierig und eine verbale Dreckschleuder. Es wird Zeit, dass Ihnen mal jemand richtig die Meinung geigt. I C H werde mich diesmal beschweren, warten Sie´s nur ab! Gehen Sie zurück in Ihre Drachenhöhle und verschonen Sie mich, die Nachbarn und die Kinder mit Ihrem Monstercharme.“
Petra wendete sich um und begab sich wutschnaubend nach draussen: „Das ist doch nicht zu fassen, diese, diese, diese …… ach, was rege ich mich überhaupt auf?“
„Hi Pet, hast Du mit den Fingern in die Steckdose gegriffen?“ scherzte Linda, die gerade vom einkaufen kam. „Du explodierst ja gleich. Oder hat die Alte Dir wieder in die Suppe gespuckt?“
„Stell Dir vor, jetzt durchwühlt sie auch noch unsere Wäsche. Die hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber diesmal werde ich mir das nicht gefallen lassen.“ Petra schilderte einige Attacken des Hausdrachens.
„Meinst Du“, wollte Linda wissen, „dass sie auch hinter der Zettelattacke steckt, dass die Kinder hier nicht mehr auf der Wiese spielen sollen? Zutrauen würde ich es ihr ja, nach all dem, was Du mir erzählst. Und sie hat echt einen Tanga von Dir in der Hand gehabt? Hah, das ist ja krass.“
„Ja, sie wusste nichtmal, wie herum sie den halten sollte. Ich glaube schon, dass sie das mit den Zetteln auch war. Ach, guten Tag Frau Schneider,“ grüsste Petra die andere Nachbarin, die gerade an ihnen vorbei ging, um einen Sack mit Müll in den Mülltonnen zu entsorgen. „Wie geht es Ihrem Mann? Wenn Sie der Lärm der Kinder stört, sagen Sie uns doch bitte Bescheid, dann lassen wir den Lärmpegel herunterschrauben“.
„Nein, nein, um Himmels willen. Kinder müssen sich austoben, und mein Günter freut sich immer, wenn er am Nachmittag das lustige Treiben der Kleinen beobachten kann. Das muntert ihn auf und sie werfen ihm sogar bei offenem Fenster oft Bälle zu, die er dann zurück wirft. Das wird ihm nie zuviel.“
„Ach daher stammen die hässlichen Flecken an den Schieferplatten! Das werden Sie alle säubern müssen……!“ schrillte es aus dem Hintergrund.
„Nun halten Sie mal die Luft an, Frau Griessheim“, empörte sich Frau Schmitz. „Wo gehobelt wird, fallen eben Späne. Seien Sie froh, dass die Kinder alle gesund sind und…..“
„Papperlapapp! Das ist Sachbeschädigung, von der Lärmbelästigung und der Unordnung ganz zu schweigen. Zu meiner Zeit hätte es das……“
„Ja, ja, zu Ihrer Zeit sind Sie vermutlich mit einer Eisenkugel an den Fussgelenken tagsüber im Keller angekettet worden! Und wären Sie ein Jahrhundert früher geboren, hätte man sie vermutlich auf dem Scheiterhaufen abgefackelt.“
Frau Schmitz zwinkerte ihren beiden jüngeren Nachbarinnen vergnügt zu und genoss es offensichtlich, dass Frau Griessheim der Dampf bereits aus den Ohren raus zu puffen schien. Nachdem die Drachin wutschnaubend in ihre Wohnung gestapft war, beruhigten sich vor der Haustür die Gemüter langsam wieder. Die Frauen verabschiedeten sich mit einem netten „man sieht sich“ und wünschten sich noch einen guten Weg.
Die verbalen Auseinandersetzungen rissen nicht ab. So ging das Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat. Mittlerweile hatten sich noch andere Bewohner gegen diese alte Plageschachtel verschworen und wagten es, ihr mehr und mehr Contra zu geben. Selbst der Vermieter beachtete ihre zahlreichen Zettelchen, Briefe und wörtlichen Eingaben nicht mehr. Im Gegenteil, er hatte sie mittlerweile mehrfach aufgefordert, den nachbarlichen Frieden in seinen Wohnblocks nicht mehr zu stören. Nun erntete sie, was sie selbst gesät hatte: Unfrieden und Hass.
Das reichte nun der alten Frigatte anscheinend, seit ihr Woogen der Antipathie entgegen schlugen. Man sah sie auf einmal tagelang nicht mehr. Das erschien allen dann doch sehr merkwürdig. Also versuchte der Vermieter sie aufzusuchen. Er hatte mehrmals geklingelt, aber es rührte sich nichts. Er stellte nur fest, dass es im Hausflur merkwürdig roch, eher gesagt, es stank schon. Er klingelte erneut mehrfach und als immer noch nicht geöffnet wurde, verschaffte er sich mittels seines Generalschlüssels Zutritt zu Frau Griessheims Drachenhöhle. Beim Betreten wäre er fast umgefallen. Schnell hielt er sich ein Taschentuch vor den Mund und entdeckte sogleich auch den alten Drachen, aufgeknüpft an dem Knauf ihres Schlafzimmerfensters. Neben ihr auf dem Bett befand sich ein Briefumschlag, offensichtlich ein Abschiedsbrief. Dies zu klären, wollte er allerdings der Polizei überlassen, die er gleich von seinem Handy aus informierte. Er forderte die Mitbewohner, die sich im Hausflur versammelt hatten, auf, in ihre Wohnungen zu gehen oder so lange das Haus zu verlassen und die Kinder fern zu halten, bis alles geklärt sei.
Nachdem die Beamten eingetroffen waren und durch den mitgebrachten Arzt die Todesursache dokumentieren liessen, öffnete einer der Polizisten den Umschlag und las den Inhalt des Schreibens laut den Anwesenden vor.
Darin stand:
„Ich halte diese gesellschaftliche Zerrottung nicht mehr aus. Meinen Entschluss schreibe ich der antiautoritären Bevölkerung dieser Wohnblocks zu. Mit meinem Ableben werden hier sicherlich bald asoziale Verhältnisse herrschen und man wird mir noch lange nachtrauern……. Elisabeth Griessheim“
Sie hatte sich also selbst in ihren letzten Lebensminuten noch im Recht gefühlt. Welch eine Vermessenheit. Sie bekam eine einsame Beisetzung. Nur der Pfarrer, die Sargträger und der Herr vom Beerdigungsinstitut waren zugegen. Familie und Freunde hatte sie nicht. Woher auch….
Nach sechs Wochen war die Wohnung bereits, nachdem sie frisch renoviert war, wieder vermietet an ein junges Ehepaar mit einem Kind. Das Haus bekam erneut Leben, aber diesmal erfreuliches. Seitdem hatten alle Anwohner Ruhe und man vergnügte sich ohne Gepöbel auf dem Park ähnlichen Gelände. Man half sich gegenseitig bei den kleinsten Kleinigkeiten, feierte gemeinsam, brachte das Kinderspielzeug täglich unter die Treppe, schaufelte Schnee oder fegte die Gehwege so, wie man es für richtig hielt und warf seine Wäsche zum Trocknen, ohne sie mit Klammern zu befestigen, über die Wäscheleinen. Alle waren seither zufrieden und hatten das alte Lästermaul schon bald vergessen.
(c) Christiane Rühmann
Fremde Zuwendung…
Ihr kennt alle das Problem, von irgendwelchen Callcentern mit Anrufen belästigt zu werden. Mal hast Du eine Reise nach Malle gewonnen oder mal eine Spiele-Gewinn-Zusage. Aber immer ist es mit einem berühmten „Deutschen Haken“ verbunden. Was wäre denn auch ein Deutscher ohne Haken? Etwa so, wie ein Holländer ohne Wohnwagen oder Thule-Box, oder?
Also, mich erreichte eines Tages, etwa vor 5 Jahren, ein solcher Anruf. Am anderen Ende der Leitung sprach ich mit einer sehr netten jungen Frau. Sie leierte mir ihr Anliegen herunter, glich nochmals meine Daten mit den ihr vorliegenden ab und rückte dann mit dem „Haken“ raus. In ihrem bescheuerten Fall sollte es ein Zeitschriften-Abo sein. Für mich stand fest, die Typen sind alle gleich, werden nach Abschluss bezahlt, sind selbst Hartz IV-Empfänger, allein erziehend und müssen sich ein Zubrot verdienen, um monatlich über die Runden zu kommen. Zu ihren 400 € erhalten sie pro Abschluss eine gewisse Summe X, die sie dann vom Arbeitsamt im Endeffekt wieder abgezogen bekommen. Also, dafür würde ich meinen Hintern nicht aus dem Bett heben und mir noch Knöpfe an die Backe labern lassen von Leuten, die erbost oder so Qerulanten sind, wie ich einer bin.
Nun, die freundliche Dame schien der Stimme nach nicht älter als Ende 20 zu sein. Als sie zu ihrem Anliegen kam, nachdem ich alles bestätigt hatte, was sie über mich wusste, habe ich sie gefragt, ob ich nun auch mal erzählen dürfe.
Sie bat darum, und hörte mir brav zu.
Ich erklärte ihr, dass ich mehrfach Krebs erkrankt sei, und dass zwei Jahre zuvor mein Mann, ebenfalls an Krebs, verstorben sei. Meine Kinder seien nun erst 11 und 17 Jahre alt, und vor einem Jahr habe meine Firma wegen Betriebsschliessung, meinen Job gekündigt. Seit meiner „irritierten Gesundheit“ und auf Grund der geschilderten Tatsachen, wäre mein Einkommen natürlich auch entsprechend geschmolzen. Meinen Mercedes habe ich verkaufen müssen und meine Träume und Ziele haben sich weit von mir entfernt.
Sie hörte mir sehr aufmerksam zu. Ich musste sogar nachfragen: „Hallo, sind Sie noch dran?“
Ich vernahm einen tiefen Seufzer. „Das tut mir sehr leid, Frau Rühmann. Ich verstehe, dass da eine zusätzliche finanzielle Belastung nicht machbar ist. Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie belästigt habe. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut, das alles durchzustehen.“
„Sie müssen sich nicht entschuldigen. Schliesslich konnten Sie meine Situation ja nicht kennen.“
„Aber Sie klingen so tapfer! Halten Sie durch! Ich wünsche Ihnen alles Gute, und dass Sie das, was Sie gerade durchleben, erfolgreich überstehen. „
„Danke, junge Frau. Wie war doch noch gleich Ihr Name?“
„Schneider, Iris Schneider.“
„Sie machen doch auch nur Ihren Job, aus welchen Gründen auch immer.“
Wir verabschiedeten uns sehr höflich von einander, und ich dachte über diese junge Frau nach. Wie lieb sie doch gewesen war. Wenn sie ein Call-Center als Job gewählt hatte, musste sie doch ziemlich verzweifelt gewesen sein.
Ich schlief über meinen Gedanken ein. Mein Körper war sehr schwach.
Nach etwa 14 Tagen erhielt ich einen Brief. Ich öffnete ihn, weil ich gespannt war, was darin enthalten war. Den Absender kannte ich nicht – oder doch?
Er stammte von der jungen Frau, mit der ich lange gesprochen hatte, etwa vor zwei Wochen, die aus dem Call-Center. Ich war erfreut und erstaunt zugleich. So etwas war mir noch nicht passiert. Sie schrieb:
„Sehr geehrte Frau Rühmann, ich habe mir sehr lange Gedanken gemacht, was man Ihnen schreiben könnte. Ich habe mir gedacht, dass Schweigen manchmal wirklich Gold ist und mich für ein Gedicht entschieden. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und eine schnelle Genesung! Mit freundlichen Grüssen, Iris Schneider.“
Es wurde mir warm und mir stiegen Tränen in die Augen. Sie hatte in einer speziellen Schrift und auf Urkundenpapier in Flyer-Grösse ein Gedicht beigelegt. Ich nahm es gesondert zur Hand und las es:
„Sterne und Träume
Weisst Du noch, wie ich Dir die Sterne vom Himmel holen wollte, um uns einen Traum zu erfüllen? Aber Du meintest, sie hingen viel zu hoch…! Gestern streckte ich mich zufällig dem Himmel entgegen, und ein Stern fiel in meine Hand hinein. Er war noch warm und zeigte mir, dass Träume vielleicht nicht sofort in Erfüllung gehen; … aber irgendwann…..! (Markus Bomhard)“
Die Tränen rannen mir übers Gesicht. Ich freute mich und war gerührt zugleich. Was hatte diese junge Frau dazu bewogen, mir dies zukommen zu lassen? Anbei war noch eine Visitenkarte von ihr. Sie machte Finanz Beratungsdienst in Deutschland (Vertrieb).
Wir haben einige e-mail-Kontakte gehabt, bis mein Rechner gestorben war. Selbst er hatte mich verlassen! Er hatte mich aber auch ermutigt, mir mit allen Mitteln einen Nachfolger zu verschaffen, damit ich wieder texten konnte, unter anderem mit dieser netten Frau. Sie schickte mir irgendwann nocheinmal Fotos von ihrer Hochzeit, und dann brach der Kontakt ab….
Vorhin, im Rausch meiner Einsamkeit, habe ich nochmal alte Papiere durchgearbeitet und fand ihren Brief, mit seinen Anhängen. Ich werde jetzt versuchen, über ihre Visitenkarte erneut Kontakt zu ihr aufzunehmen.
Das Fazit, was ich aus diesem damaligen Telefonat gezogen habe, ist, dass man sie nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Oftmals helfen ehrliche Worte, um einen neuen Freund zu gewinnen…
(c) Christiane Rühmann
Also, mich erreichte eines Tages, etwa vor 5 Jahren, ein solcher Anruf. Am anderen Ende der Leitung sprach ich mit einer sehr netten jungen Frau. Sie leierte mir ihr Anliegen herunter, glich nochmals meine Daten mit den ihr vorliegenden ab und rückte dann mit dem „Haken“ raus. In ihrem bescheuerten Fall sollte es ein Zeitschriften-Abo sein. Für mich stand fest, die Typen sind alle gleich, werden nach Abschluss bezahlt, sind selbst Hartz IV-Empfänger, allein erziehend und müssen sich ein Zubrot verdienen, um monatlich über die Runden zu kommen. Zu ihren 400 € erhalten sie pro Abschluss eine gewisse Summe X, die sie dann vom Arbeitsamt im Endeffekt wieder abgezogen bekommen. Also, dafür würde ich meinen Hintern nicht aus dem Bett heben und mir noch Knöpfe an die Backe labern lassen von Leuten, die erbost oder so Qerulanten sind, wie ich einer bin.
Nun, die freundliche Dame schien der Stimme nach nicht älter als Ende 20 zu sein. Als sie zu ihrem Anliegen kam, nachdem ich alles bestätigt hatte, was sie über mich wusste, habe ich sie gefragt, ob ich nun auch mal erzählen dürfe.
Sie bat darum, und hörte mir brav zu.
Ich erklärte ihr, dass ich mehrfach Krebs erkrankt sei, und dass zwei Jahre zuvor mein Mann, ebenfalls an Krebs, verstorben sei. Meine Kinder seien nun erst 11 und 17 Jahre alt, und vor einem Jahr habe meine Firma wegen Betriebsschliessung, meinen Job gekündigt. Seit meiner „irritierten Gesundheit“ und auf Grund der geschilderten Tatsachen, wäre mein Einkommen natürlich auch entsprechend geschmolzen. Meinen Mercedes habe ich verkaufen müssen und meine Träume und Ziele haben sich weit von mir entfernt.
Sie hörte mir sehr aufmerksam zu. Ich musste sogar nachfragen: „Hallo, sind Sie noch dran?“
Ich vernahm einen tiefen Seufzer. „Das tut mir sehr leid, Frau Rühmann. Ich verstehe, dass da eine zusätzliche finanzielle Belastung nicht machbar ist. Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie belästigt habe. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Mut, das alles durchzustehen.“
„Sie müssen sich nicht entschuldigen. Schliesslich konnten Sie meine Situation ja nicht kennen.“
„Aber Sie klingen so tapfer! Halten Sie durch! Ich wünsche Ihnen alles Gute, und dass Sie das, was Sie gerade durchleben, erfolgreich überstehen. „
„Danke, junge Frau. Wie war doch noch gleich Ihr Name?“
„Schneider, Iris Schneider.“
„Sie machen doch auch nur Ihren Job, aus welchen Gründen auch immer.“
Wir verabschiedeten uns sehr höflich von einander, und ich dachte über diese junge Frau nach. Wie lieb sie doch gewesen war. Wenn sie ein Call-Center als Job gewählt hatte, musste sie doch ziemlich verzweifelt gewesen sein.
Ich schlief über meinen Gedanken ein. Mein Körper war sehr schwach.
Nach etwa 14 Tagen erhielt ich einen Brief. Ich öffnete ihn, weil ich gespannt war, was darin enthalten war. Den Absender kannte ich nicht – oder doch?
Er stammte von der jungen Frau, mit der ich lange gesprochen hatte, etwa vor zwei Wochen, die aus dem Call-Center. Ich war erfreut und erstaunt zugleich. So etwas war mir noch nicht passiert. Sie schrieb:
„Sehr geehrte Frau Rühmann, ich habe mir sehr lange Gedanken gemacht, was man Ihnen schreiben könnte. Ich habe mir gedacht, dass Schweigen manchmal wirklich Gold ist und mich für ein Gedicht entschieden. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und eine schnelle Genesung! Mit freundlichen Grüssen, Iris Schneider.“
Es wurde mir warm und mir stiegen Tränen in die Augen. Sie hatte in einer speziellen Schrift und auf Urkundenpapier in Flyer-Grösse ein Gedicht beigelegt. Ich nahm es gesondert zur Hand und las es:
„Sterne und Träume
Weisst Du noch, wie ich Dir die Sterne vom Himmel holen wollte, um uns einen Traum zu erfüllen? Aber Du meintest, sie hingen viel zu hoch…! Gestern streckte ich mich zufällig dem Himmel entgegen, und ein Stern fiel in meine Hand hinein. Er war noch warm und zeigte mir, dass Träume vielleicht nicht sofort in Erfüllung gehen; … aber irgendwann…..! (Markus Bomhard)“
Die Tränen rannen mir übers Gesicht. Ich freute mich und war gerührt zugleich. Was hatte diese junge Frau dazu bewogen, mir dies zukommen zu lassen? Anbei war noch eine Visitenkarte von ihr. Sie machte Finanz Beratungsdienst in Deutschland (Vertrieb).
Wir haben einige e-mail-Kontakte gehabt, bis mein Rechner gestorben war. Selbst er hatte mich verlassen! Er hatte mich aber auch ermutigt, mir mit allen Mitteln einen Nachfolger zu verschaffen, damit ich wieder texten konnte, unter anderem mit dieser netten Frau. Sie schickte mir irgendwann nocheinmal Fotos von ihrer Hochzeit, und dann brach der Kontakt ab….
Vorhin, im Rausch meiner Einsamkeit, habe ich nochmal alte Papiere durchgearbeitet und fand ihren Brief, mit seinen Anhängen. Ich werde jetzt versuchen, über ihre Visitenkarte erneut Kontakt zu ihr aufzunehmen.
Das Fazit, was ich aus diesem damaligen Telefonat gezogen habe, ist, dass man sie nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Oftmals helfen ehrliche Worte, um einen neuen Freund zu gewinnen…
(c) Christiane Rühmann
Ungeduld und Geduld
Du spürst sie ab und zu
und willst sie von Dir streichen.
“Laß Dir doch Zeit!” - doch Du
willst schnell Dein Ziel erreichen.
“GUT DING BRAUCHT WEIL”,
das ist Dir wohl bekannt;
doch Du willst - immer nur in Eil,
sofort mit dem Kopf durch die Wand.
Geduld ist eine Tugend,
entgegen von Ungeduld.
Erlerne sie früh schon der Jugend,
sonst plagt Dich einst die Schuld.
Es klappt viel besser im Leben
mit etwas langer Weile.
Versuch`s mit geruhsamen Streben,
als immer nur mit Eile.
Du wirst dann bewundernd angeschaut,
weil alles viel besser gelingt,
und man DIR vieles MEHR zutraut,
was DENEN durch Eile misslingt.
Christiane Rühmann
und willst sie von Dir streichen.
“Laß Dir doch Zeit!” - doch Du
willst schnell Dein Ziel erreichen.
“GUT DING BRAUCHT WEIL”,
das ist Dir wohl bekannt;
doch Du willst - immer nur in Eil,
sofort mit dem Kopf durch die Wand.
Geduld ist eine Tugend,
entgegen von Ungeduld.
Erlerne sie früh schon der Jugend,
sonst plagt Dich einst die Schuld.
Es klappt viel besser im Leben
mit etwas langer Weile.
Versuch`s mit geruhsamen Streben,
als immer nur mit Eile.
Du wirst dann bewundernd angeschaut,
weil alles viel besser gelingt,
und man DIR vieles MEHR zutraut,
was DENEN durch Eile misslingt.
Christiane Rühmann
Abonnieren
Posts (Atom)

