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Dank


Ich danke Dir, Du schöner Tag,
weil ich Dich erleben mag,
mit allen Höhen und auch Tiefen,
die  mir über die Strecke liefen,
die mir bereichern jede Stunde.
Auf geht´s in die nächste Runde.

Wünsche, dass ein jeder Tag,
mir das gleiche beschert,
an dem ich ebenfalls nicht klag
über Ebbe oder Wellen,
sie werden meinen Tag erhellen.

Schönes will ich beibehalten,
meine Tage so gestalten,
dass ich Tag für Tag bemerke,
genau dies gibt mir meine Stärke.

Leben will ich um mich haben,
um mich ständig zu erlaben
an dem Herzschlag dieser Welt.
Das gibt es auch ohne Geld
und hilft Hürden zu überwinden.

Alles andere lässt sich finden.
© Christiane Rühmann

Einbildung

Einbildung

Wie ich finde, ist das die lustigste Bildung!

Ich fuhr mit einer Freundin zu einem Wochenendevent. War  ´ne längere Strecke, darum hatte ich am sehr frühen Morgen eine Kanne Kaffee gekocht und zwei Thermobecher in Format eines „To-Go-Bechers“ in meinen Leinenbeutel eingepackt. Auch den Zuckerstreuer vergaß ich nicht, weil ich nicht wusste, ob meine Freundin süss ‚ milchig oder beides war.

Süss war sie allemal, aber ihre Geschmacksrichtung in Punkto Kaffee, war mir nicht bekannt. Die Kaffeemilch hatte ich in den kleinen, üblichen Portionsbechern, ebenfalls eingepackt. Ich wollte uns unsere fast 5-Stunden-Reise eben halt so angenehm wie möglich bereiten.

Unsere Fahrt begann, und nach knapp einer halben Stunde bekam ich Verlangen nach einer Tasse Kaffee. Miriam fand die Idee toll und war überrascht, dass ich mir die Mühe gemacht hatte, uns diesen üppigen Genuss für die Reise zu ermöglichen.

„Das ist jetzt genau das, was ich brauche“, meinte sie und begab sich an die Aufgabe, die benötigten Dinge aus meinem Reise-Beutel heraus zu kramen.

Becher 1, sollte für mich, die Fahrerin sein. Dieser war auslaufsicher und passte genau in die Halterung, die ich an meinem Armaturenbrett für solche Zwecke angebracht hatte. Becher 2, zwar auch ein Thermobecher, neigte jedoch dazu, wenn man sein Gewinde nicht 100%-ig verschloss, etwas Flüssigkeit zu pieseln. Das war für ‚Nichtbenutzer‘ wie mich, recht amüsant, wenn ich bemerkte, dass die Kaffeetropfen die Oberschenkel, Hemden oder Blusen der Benutzer bekleckerten.

Recht gemein, finde ich, aber ich bin nun mal so!

Miriam war also der Meinung, dass ihr der Kaffee genau in diesem Moment helfen würde, die Augen, ohne sie mit Streichhölzern unterstützen zu müssen, offen zu halten.
Ich grinste in mich hinein und sagte kein Wort.

Miriam schlürfte meinen Kaffee und meinte: „Hmmh, das ist jetzt ganz genau das, was ich brauche. Danke, dass Du das gemacht hast. Jetzt bin ich wieder wach. Der schmeckt mir.“

Wir fuhren etwa 200 km weiter. Nach einem Zwischenstopp, und etwa 100 km vor unserem Ziel, meinte Miriam, noch einen Kaffee haben zu wollen, damit sie nicht einschlief.

„Klar doch, die Kanne soll ja auch leer werden!“ antwortete ich grinsend.

Also, sie war Diejenige, die die Hände frei hatte, und sorgte für unsere Verpflegung.
Erneut: „Hmmmmh, das tut gut“, und da gestand ich ihr, dass dieser Aufgebrühte ‚kastriert‘, also  ‚entcoffeiniert‘ sei und somit vollkommen ohne gewünschte Wirkung einer zu erwarteten Aufmunterung sei.

Sie schaute mich verwundert an und meinte darauf hin:
„Boah, das hätte ich jetzt aber nicht gedacht! Du bist ja ´ne Type!“

Daran habe ich mal wieder schmunzelnd gemerkt, dass „Einbildung“ auch `ne Bildung ist.

Die Annahme, dass es sich um einen ‚echten Kaffee` handelte, hatte sie also wach gemacht...

Was will ich damit sagen?: Jeder Mensch ist in der Lage, mit einer Autosuggestion, also einer Täuschung seines eigenen Gehirns und seiner Gedanken, etwas zu erreichen, das einen ‚Placebo-Effekt‘ hervorruft.

Hätte ich die Klappe gehalten, wäre mein ‚Placebo-Kaffee` ebenfalls ein voller Erfolg gewesen!
So knallte Miriam nach der Offenbarung, fast mit dem Kopf auf das Armaturenbrett….lach.

Hütet Euch also zukünftig vor der Inanspruchnahme meiner Zuwendungen, oder betrachtet sie ganz einfach als aufmunternd.

© Christiane Rühmann

Blässe

Hans-Peter, zwar ein toller Typ,
hatt´ sich selbst jedoch nicht so lieb,
weil ihn die „Käseweis(s)heit“ plagte,
drum ein Sonnenbad er wagte.

Geölt, wie gleichnamige Sardine,
macht er sich auf – als schiene
die Sonne vom Himmel lichterloh,
und begab sich in ein Studio,
in dem man bräunen kann,
einfach so im liegen,
ohne sich grossartig dabei zu biegen.

Die Bedienung, ohne Ahnung,
gibt ihm auch keine grosse Warnung.
So legt er sich auf die Sonnenbank
und glaubt nicht, dass diese ihn macht krank.
Hat gleich ´ne Stunde sich gebucht,
ohne dass man ihn weiter untersucht.

Wie angenehm er das empfand,
als ihn umgab das Sonnenband,
von oben, seitlich und von unten,
hat er es einfach „toll“ empfunden.
Als die Stunde abgelaufen,
wollt er sich noch neue Kleidung kaufen
und ging ins nächste Kaufhaus rein.

Was cooles sollte es jetzt sein,
nachdem er – wenn auch nur gemogelt-
ringsherum war angekokelt.
Jedes Mädel steht – so denkt der Narr,
auf pralle Farben – ist das wahr?

Egal, er hat es ausprobiert,
sich dabei so fürchterlich blamiert,
dass ihm nach einer Stunde juckt der Po.
Wo kann er kratzen? Wo denn, wo???
In seine Haut steigt nun das Rot.

Mensch, war das peinlich,
wünscht sich jetzt, er wäre tot.
Noch nicht das End´ der Fahnenstange,
waren seine jetzigen Belange!
Die nächsten Tage sollten ihn lehren,
nicht irgend Etwas zu begehren,
was man nur mit viel Geduld erreicht,
wenn auch der Verstand nicht dazu reicht.

„Nie!!!“, hat er sich vorgenommen,
wird es nochmal so weit kommen.
Auch, wenn er sich gut eingecremt,
er seiner Törichtheit sich schämt.
Und deshalb, so denkt er wenig später,
bleibt er lieber der blasse Hans-Peter.

© Christiane Rühmann