Großmama

Ich bin Deine Großmama
bin immer und ewig für Dich da,
wenn Dich dumme Träume plagen,
Wirres sich in Deinen Kopf will wagen.
wenn Dich ein Wehwehchen quält,
was sonst niemand für tragisch hält.
Ich halte Dir stets die Stange,
drum Kleine, sei niemals bange,
wenn es auch mal Zeiten gibt,
Du denkst, dass Dich niemand liebt,
Dir Tränen über die Wange rinnen,
MICH wirst Du immer gewinnen.

Ich liebe Deine süße Art,
die sich mich Raffinesse paart,
Dein schmunzelndes Gesicht,
wenn ich sag: „Das darfst Du nicht.“
Oft hast Du mich schon eingewickelt,
in Autoritätskonflikte verwickelt,
mich nur einfach angesehen,
als sei nichts Schreckliches geschehen,
hast Unruh gebracht in mein Leben,
doch für Dich will ich alles geben,
was ich noch geben kann.
Bitte denke stets daran.

Von Dir lass ich mich gern vom Schlaf abhalten,
um Dir Deinen Lebensraum zu gestalten,
lass Spielzeug einfach am Boden liegen,
ohne gleich `zu viel` zu kriegen
und tobe mit Dir über Bett und Tisch,
denn irgendwann erwisch ich Dich,
schließ Dich dann herzlich in die Arme
und das ist – glaub es mir nur,
in jeder Sekunde „Leben pur“.

Bleib, wie Du bist, verbieg Dich nicht,
so, wie Du bist, so lieb ich Dich.


© Christiane Rühmann (für meine Enkelin Mailine Loana)

Dank


Ich danke Dir, Du schöner Tag,
weil ich Dich erleben mag,
mit allen Höhen und auch Tiefen,
die  mir über die Strecke liefen,
die mir bereichern jede Stunde.
Auf geht´s in die nächste Runde.

Wünsche, dass ein jeder Tag,
mir das gleiche beschert,
an dem ich ebenfalls nicht klag
über Ebbe oder Wellen,
sie werden meinen Tag erhellen.

Schönes will ich beibehalten,
meine Tage so gestalten,
dass ich Tag für Tag bemerke,
genau dies gibt mir meine Stärke.

Leben will ich um mich haben,
um mich ständig zu erlaben
an dem Herzschlag dieser Welt.
Das gibt es auch ohne Geld
und hilft Hürden zu überwinden.

Alles andere lässt sich finden.
© Christiane Rühmann

Meine kleine Zuckerschnecke...

Ist es ncht faszinierend zu sehen, wie sie im zarten Alter von 15 Monaten bereits beginnt, zu koordinieren, statt die rechte die linke Hand zu benutzen, zu erkennen, wofür der Schlafsack da ist, alles andere wegzuwerfen....?

Kinder sind ein Wunder... !!!!http://www.youtube.com/watch?v=5nb0Owyal94

Ich liebe es, Oma meiner Zuckerschnecke zu sein...

`Squaw zur fliegenden Hand`


Wir kennen sie alle, die sinnvollen Namen aus Indianergeschichten wie ‚Häuptling tanzender Bär‘ oder ‚Fliegender Adler‘ und weitere.

Ich trage ab heute einen ähnlichen Namen: ‚Squaw zur fliegenden Hand‘!

Wie ich dazu gekommen bin? Ganz einfach:
Mein Vetter aus Florida, der seit zwei Monaten geschäftlich in Deutschland weilt, hatte für 7 Tage beruflich in London zu tun. Heute kehrte er von seiner Reise zurück. Er hatte nach dem ICE von Köln aus ein Taxi zu mir nach Leverkusen-Schlebusch, wo ich mein Büro habe, genommen. Wir hatten besprochen, dass ich ihn nach Büroschluss nach Hause fahren sollte. Ihm war bekannt, dass ich vorher allerdings noch einiges zu erledigen hatte. Ich hatte meinen Wagen zum Bremsen belegen in der Werkstatt angemeldet, keine Wartezeit also, so war ich dort innerhalb einer halben Stunde fertig und hatte nur noch kurz ein Päckchen zur Post zu bringen. Geduldig nahm er meine noch „vorher-Erledigungen“ in Kauf. Im Gegenteil, es machte ihm nichts aus. So hatten wir Gelegenheit, ein wenig Zeit miteinander zu verbringen und konnten uns ein wenig unterhalten.

Allerdings fiel ihm bereits nach Verlassen meines Stellplatzes in Leverkusen auf, dass ich grüßend meine Hand hob, als ich einen mir bekannten `Boddyguard`auf der anderen Straßenseite sah. Dieser warf mir eine Kusshand zu und lachte fröhlich. Kaum hatten wir ihn passiert, kam mir ein Fahrzeug entgegen, dessen Fahrer mich kurz anblinkte und mich freundlich grüßte. Wieder erhob ich meine Hand, diesmal die andere, und winkte zurück. Ich fahre bis zur Werkstatt 8 km auf der Bundesstraße. Auf dieser Strecke wurde ich mindestens achtmal angeblinkt und jedesmal flogen meine Hände – mal die linke, mal die rechte – zum Gegengruß nach oben. Mir fällt das überhaupt nicht mehr auf, im Gegensatz zu meinem Beifahrer, der das sehr wohl registrierte. Bislang hatte er sich noch nicht dazu geäußert, das sollte noch kommen.

In der Werkstatt angekommen, war mir sogar ein Wagen auf den Hof gefolgt, von einem alten Freund, den ich lange nicht gesehen hatte. Er stieg aus, wartete bis ich meinen Wagen verlassen hatte und nahm mich warmherzig in den Arm. Wir plauschten zwei Minuten und tauschten unsere Mobilnummern aus.

Cousin F. hatte auch dieses registriert. Der Mechaniker kam und busselte mich links und rechts, reparierte meinen HONDI und verabschiedete sich genau so liebevoll, wie er mich begrüßt hatte.

Nun noch zur Post, das Päckchen in Auftrag geben. Ein Weg von 1,5 km allenfalls, auf denen ich wiederum etwa fünfmal grüßend meine Hände heben musste. Vor der Shop-in-Shop-Filiale traf ich eine ehemalige Arbeitskollegin. Auch wir herzten uns, um uns jedoch schnell wieder zu verabschieden, weil ich meinen Cousin nach Hause fahren wollte.

Wieder auf der Bundesstraße in die dritte Stadt, in die wir fuhren, geschah nicht wirklich was anderes. Ich grüßte links, winkte rechts, tippte zum Gruß kurz mehrmals auf die Hupe. Jedesmal streckten sich Hände aus Fahrzeugen oder aus irgendwelchen Fenstern, die mich vorüber fahren sahen. Selbst in der City des dritten Ortes ging das so weiter.

Endlich sagte F. etwas dazu:
„Mensch Chris, Du bist ja die `Squaw der fliegenden Hand`. Ja, so werde ich Dich künftig nennen: Fliegende Hand`! So etwas habe ich ja schon lange nicht erlebt. Du bist offensichtlich sehr beliebt und bekannt wie ein bunter Hund!“

Er lachte dabei und schüttelte gleichzeitig sein Haupt.

Als ich ihn vor der Haustür seines `German-Domizils` abgesetzt und mich von ihm mit einer Umarmung verabschiedet hatte, flog zum Schluss als Abschiedsgruß meine Hand zum gefühlten 35.-Mal auf diesen knapp 30 km Fahrstrecke in die Höhe…


© Christiane Rühmann (Squaw zur fliegenden Hand, 11.07.2013)

Gerne


Kann ich Dir helfen?
Ich tue es gerne!
Frag mich nur und Du wirst sehen,
es soll zu Deinem Wohl geschehen.
Hab keine Angst vor einem NEIN.
Wenn möglich, werde ich bei Dir sein.
Frag nur – denn das ist wichtig,
sonst ist eine Freundin nichtig!
Ich steh zu Dir, weil wir Freunde sind.
Dieses merke Dir mein Kind!!

© Christiane Rühmann (29.06.2013)

Hintern


Wenn jemand sich am Hintern kratzt,
hat er wohl die Reinigung verpatzt!
Wird das Jucken immer schlimmer,
hilft eine Dusche wohl nimmer…


© Christiane Rühmann (23.04.2013)

Sporthalle

Sporthalle
Ist das ätzend!!
Hier ist eine Luft, die man schneiden kann!
Eher mehr Männer als Frauen rangeln sich auf den Sportgeräten. Vor Schweiß müffelnd versuchen sie, ihren oftmals eher Kniegelenken von Spatzen gleichenden Muskeln, noch mehr Ausdruck zu geben. Für was? Für wen? Wollen sie damit Eindruck schinden? Bei wem denn?
Ich setze mich hin und beobachte zunächst mal die Lage meiner Schnupperstunde. Krass, was man alles tut, um cool, muskulös oder vielleicht gut trainiert auszusehen.
Warum bin ich denn eigentlich hier?
Ach ja, es fällt mir wieder ein. Ich bin fast Sechzig und mein Elan verleitet mich, ein wenig für mein körperliches Wohlbefinden zu tun. Zumal ich jammernd bemerke, dass sich meine Muskulatur Tag für Tag mehr zurück zieht. Ja, wo will sie denn hin?
Trägershirts, Tops und Dergleichen, stehen mir schon lange nicht mehr so, wie noch vor etwa zwei Jahren. Das habe ich selbst bemerkt, wenn ich versuchte, mich noch ansprechend und jugendlich zu kleiden. Wo ist sie auf einmal geblieben, meine Jugend? Befinde ich mich jetzt in der sogenannten „Midlife-Krise“?
Verärgert betrachte ich das Resultat in meinem Ganzkörperspiegel.
„Das ist das Ende Deiner Karriere“, denke ich. Welcher Karriere? Lach mich weg!
„Hast ja nie eine gehabt“, gebe ich mir selbst zur Antwort. Ich probiere einige Kleidungsstücke aus, die zeitlos sind, und sich noch in meinem Kleiderschrank verbergen. Ich hatte mir vorgenommen, alles, was nicht mehr passen würde, in die Altkleider-Sammlung zu geben, um Platz für Neues zu schaffen.
Merkwürdig: Je mehr ich an- und wieder auszog, umso mehr kamen mir Gedanken, dass mir das ja noch passen würde! Ist doch so!!! Hosen mit Schlag sind wieder ‚in‘ und Rüschenblusen ebenfalls. Zugegeben, durch meine „irritierte Gesundheit“ hatte ich vorübergehend mehr als 15 kg verloren; aber wer sagte mir denn, dass ich das nicht wieder aufholen würde? Immerhin wiege ich jetzt wieder 62 kg bei 1,72 m Größe. Das ist doch perfekt, nicht?
Ich sortierte und sortierte. Zuletzt blieb nur eine kleine Plastiktüte mit ausrangierten Kleidungsstücken übrig, von denen ich mich trennen wollte. Ich fand sogar noch mein Konfirmationskleid, das ich 1968 trug. Die Verlockung war groß. Würde es mir noch passen? Angezogen! Tatsache, es passte noch! Zugegeben, um den Reißverschluss zu schließen, musste ich die Luft anhalten, aber als ich einmal drinnen steckte, ging´s.
Krass! 45 Jahre lagen dazwischen, als ich es zum letzten Mal getragen hatte. – Irgendwie schön! Nun ja, gewisse Umstände haben mich dazu geführt, nicht übermäßig an Gewicht zuzunehmen; aber das war die Zeit nach meinem 48. Lebensjahr. Immerhin bin ich bis dahin meiner Linie einigermaßen treu geblieben, zumindest, was die körperliche Linie betrifft.
Die andere Linie habe ich erst gefunden, als ich Step by Step den Lebenserfahrungen gefolgt, meinen eigenen Erfahrungen sowie den Erkenntnissen aus zahlreichen Seminaren, die ich absolvieren durfte, gefolgt bin. Kraft machte sich dadurch in mir breit.
Hahahaaa, nicht die Kraft, die man in einem Fitnessstudio erarbeiten kann, sondern innerliche Kraft. Innerliche Kraft und Stärke, die mich trotzen ließen und lassen. Wer bitteschön, ist stärker als ICH? Wer bitteschön, bestimmt mein Leben? Das bin doch ICH, oder? Wer sagt mir, dass ich seine Socken oder Unterhosen waschen und bügeln soll? Ob ich das tue, entscheide doch wohl wiedermal ICH!
Genau das hatte ich vergessen in den vergangenen Jahren! Ich hatte MICH vergessen! Es war nicht leicht, mich in den Vordergrund zu stellen, allerdings hätte ich ohne diese Selbsterkenntnis bis heute nicht überlebt.
Egoismus ist sehr gesund. Das finden Männer bereits seit mehreren Jahrhunderten. Sie haben jedoch dabei die Emanzipation wohl total übersehen – so etwa wie eine rote Ampel. Diese „rote Ampel“ wird ihnen heutzutage oft zum Verhältnis. Immer noch sind sie der Meinung, dass eine Frau an den Herd gehört und keine eigenen Rechte hat. Da müssen sie sich nicht wundern, dass sie früher oder später ohne ihren „Hausroboter“ da stehen und ihre Wäsche selbst waschen und bügeln müssen. Macho´s eben….
Das lässt mich jetzt wieder an mich erinnern. Wie war das noch? Warum war ich nochmal hier? Wollte ich mir diese schwitzenden und tätowierten grunzenden Ungeheuer ansehen? Garantiert nicht!!
Zugegeben, einige von ihnen hatten durchaus etwas Anziehendes. Andere wieder irgendwelche schwachsinnige Tattoos, schmierig glänzende Muskeln, total glänzende breite Scheitel (Glatzen), usw.
Ich hatte ursprünglich eine andere Intuition, die ich jedoch jetzt Stück für Stück weiter nach hinten schiebe.
Nein, das muss ich mir nicht antun: Leute in der Midlife-Crise sind nicht mein Ding!
Ich beschloss, zu meinem alternden Körper zu stehen, ihn zu akzeptieren. Immerhin laufe ich mit meinen annähernd 60 Jahren noch manchem oder mancher 30-jährigen auf der Treppe davon, obwohl ich ein Kilogramm Metall für insgesamt über 10.000 € in meinem Körper trage. Was muss ich mir also beweisen und warum bin ich hier her gekommen?
Aah, jetzt weiß ich es wieder! Ich sollte/wollte die Erkenntnis erhalten, dass ich ICH bin und mich so akzeptieren soll, wie ich bin.
Scheiß doch auf die schlappen Unterarme! Das ist altersbedingt und die Muskeln kehren nie mehr zurück! Ich liebe mich so, wie ich bin… Scheiß auf die Menschen, die sich nur abstrampeln, um anderen Menschen zu gefallen. ICH bleibe ICH…. Und so bin ich richtig!

© Christiane Rühmann (23.04.2011)