Es ist Sonntag. Ich werde wach und liege noch eine Weile im Bett. Ich merke, dass der Hund auch wahr genommen hat, dass ich aufgewacht bin, denn er beginnt unruhig zu tänzeln. Ach Balto, mein Junge! Gerne hätte ich vor dem Gassi gehen noch eine Tasse Kaffee getrunken, aber hinterher schmeckt sie sicherlich ebenso gut.
Also ab ins Bad, einen „Kölschen Wisch“ machen, geduscht wird später, ins medizinische Korsett zwängen, ankleiden und noch schnell die Kaffeemaschine programmieren, Stiefel anziehen nicht vergessen, und los geht’s. Mit diesem Rundum-Korsett soll mein brüchiger Rücken bis zum Operationstermin gestärkt werden. Drei Stunden täglich soll ich es tragen, kann damit jedoch weder sitzen oder Auto fahren und auch nicht liegen. Treppen gehen funktioniert, jedoch etwas umständlicher, und muss für 'Normalos' wohl unglaublich witzig aussehen. Ich wohne im dritten Stockwerk und der Hund kann kaum begreifen, warum ich ihm so träge folge. Er wird sich dran gewöhnen müssen. Im Wald angekommen, hat Balto sich natürlich sofort einen Stock gesucht und mir mit dem Schwanz wedelnd vor die Füsse gelegt. Gerne hätte ich ihm seinen Wunsch erfüllt, das Stöckchen aufgehoben und geworfen. Leider kann ich mich aber nicht bücken und so fordere ich ihn auf, weiter zu laufen – aber das Stöckchen nimmt er mit.
Ab und zu bleibe ich stehen, um zu verschnaufen und geniesse dabei die erfrischende Morgenluft. Als wir nach etwa einer Stunde auf dem Hügel angekommen waren, von wo man weit über Reiter-, Bauernhöfe und mein Städtchen hinweg sehen kann, verweile ich am Waldrand. Ich atme tief durch und schaue in den wunderschönen Himmel. Die Sonne wärmt kaum noch, aber ich empfinde sie als sehr angenehm. Ein paar Wolken belagern den sonst stattlich blauen Himmel. Ach, ist das schön! Ich bemerke den Hochstand der Jäger, der sich hier befindet und beschliesse, mich an seiner Leiter anzulehnen. Auf dem Nachbarfeld befinden sich noch einige Strohrollen und so kam mir meine Kindheit wieder in den Sinn.
Ich erinnere mich daran, wie es war, als die Felder abgeerntet waren, als Kartoffelzeit war, und das Kartoffelkraut verbrannt wurde. Als Kinder durften wir oft nebenan stehen und zuschauen. Manchmal fanden wir noch eine Kartoffel, pieksten sie auf einen langen Stock auf und hielten sie dann in das Feuer, um uns 'Bratkartoffel' zu machen. Das war immer sehr schön. Zu Hause gab es dann immer ein wenig Ärger, weil wir so nach Rauch stanken. Komisch, wir fanden, das roch lecker! Ach ja, und Heu – Heu wurde damals noch auf hohe dreieckige, unten verstrebte Holzgestelle, die einem Indiandertipi ähnelten, gepackt, um es dort zu trocknen. Man nannte diese Teile 'Heuböcke' und sie waren immer ein tolles Versteck für uns Kinder. Wir krochen darunter und versteckten hier unsere kleinen Geheimnisse, von denen die Eltern nichts wissen sollten, wie etwa eine Flitsche, das ist ein Holzstück, das aussieht wie ein Y, an das wir oben an der Gabel ein Einweckgummi befestigten, um damit mit Kieselsteinchen auf leere Blechdosen zu schiessen. „Viel zu gefährlich“, meinten natürlich die Eltern, und daher mussten wir das geheim machen. Auch lagerten wir dort Fahrtenmesser, mit denen wir ebenfalls nicht rumlaufen durften, obwohl sie doch lebenswichtig waren!
Ich lächelte vor mich hin. Ja, die Zeit war nicht vergleichbar mit der heutigen.
Einmal hatten wir dem doofen Nachbarn, der uns immer von seinem Grundstück jagte, das Gelege seiner Hühner geklaut. Strafe muss ja schliesslich sein. Aber wohin mit den Eiern? Also, nix wie ab unter die Heuböcke. Bloss, was sollten wir mit ihnen anfangen? Mit nach Hause nehmen konnten wir sie ja schliesslich auch nicht, das hätte nur blöde Fragen gegeben. Also haben wir sie gebraten. Streichhölzer hatten wir ewig gebunkert, schliesslich gehörte es zu einer unserer Mutproben, die abgebrannten Schwefelköpfe zu essen. Wir hatten einen Deckel von einem alten Bitumeneimer mitgenommen und schafften mit dicken Wackersteinen eine kleine Feuerstelle, die wir mit Hölzchen ausgelegt hatten, nahmen ein wenig getrocknetes Heu, ein wenig Zeitungspapier und richteten uns eine Kochstelle. Früher waren die Eimer schliesslich noch Eimer und aus Metall hergestellt, und nicht wie heute, aus Kunststoff. Daher eignete sich der alte Deckel bestens als Bratpfanne. Hmmmm, war das lecker. Mist, das qualmte aber auch ganz schön..... !
Und so fielen mir noch einige schöne Jugendgeschichten ein, während ich meine Augen über die Weite der Landschaft schweifen liess.
Sogar in der Schule wurde uns beigebracht, wie man Drachen baut. Es gab noch dieses bunte „Drachenpapier“, das wir benutzten, um unsere selbst gefertigten Holzrahmen damit zu bekleben. Lustige Gesichter klebten wir auf aus anders farbigem Papier oder malten die Fratzen. Für den Schweif benötigten wir lange Kordel, in die wir in kurzen Abständen Strohhalme einwickelten, das wir verknoteten. Niemand konnte voraussagen, ob sein Drache „es tat“ oder nicht. In Scharen traf man sich dann auf den abgerohdeten Strohfeldern, um seinen Drachen fliegen zu lassen. Oftmals hielten unsere Teile nur von zwölf bis Mittag, weil sie bei der oft unsanften Landung bereits zerbrachen und auch noch durch das stoppelige Stroh durchstochen wurden. Aber es war schön...... Abends kamen wir dann häufig mit, durch die stacheligen Strohhalme zerkratzten, blutigen Knöcheln nach Hause.
Ich war so in Gedanken versunken, dass ich nicht bemerkte, wie ich von einem Jäger angesprochen wurde, der an seinem Hochstand nur nach dem Rechten sehen wollte. Er lächelte, als ich mich erschrak. „Na, schlechtes Gewissen?“, meinte er. Ich rechtfertigte mich nur damit, dass ich ihm erzählte, wie und warum ich so in Gedanken versunken gewesen war, und dass mich eine solch tolle Aussicht dazu inspiriert habe. Nachdem wir noch eine Weile geplaudert hatten, verabschiedeten wir uns und ich begab mich wieder auf den Heimweg. Ich war sehr zufrieden, aber Balto eher nicht..... Nun, für heute früh muss es reichen, es kommen auch wieder bessere Tage.
Jetzt freute ich mich darauf, nach Hause zu kommen, das Korsett auszuziehen, und bei einer Tasse Kaffee meine Gedanken niederzuschreiben........
Christiane Rühmann
TELEFONBEKANNTSCHAFT........
Ist Euch das auch schon mal passiert: Ihr kennt jemanden seit Jahren vom Telefon her und hat von seinem Aussehen lediglich eine Vorstellung. Ist der/diejenige dick, gross, klein, dünn, Brille, Glatze usw. Das ist doch immer spannend, oder?
So erging es mir in den 70-er Jahren. Mit einem Verkäufer einer Mega-Fleischhandlung aus Hamburg telefonierte ich täglich und gab die Bestellung für den nächsten Tag durch oder klärte die Eingangsgewichte der gelieferten Tiere am selben Tag ab. Es meldete sich immer der selbe Verkäufer, namens "M". Dabei kamen wir im Lauf der Zeit auch dazu, uns zu duzen und dann auch noch unsere Gespräche immer persönlicher und vertrauter werden zu lassen. Oft telefonierten wir sogar mehrmals täglich. Wenn meine Kolleginnen auf ihrem Display die Hamburger Nummer sahen, scherzten sie bereits: "Für Dich Chris, Dein "M", und nahmen den Höhrer erst gar nicht ab.
Ich vermied jedoch, mit ihm zu korrespondieren, wenn mein Chef sich im Büro befand, oder ich tat dann äussert geschäftlich, so dass mein Gesprächspartner sehr flink reagierte und das Telefonat beendete, um sich später nochmals zu melden. Unser Chef hatte absolut kein Verständnis für so ein privates Geplänkel während der Arbeitszeit, das blieb nur ihm vorbehalten. Irgendwie kann ich ihn ja auch verstehen. Es gab noch keine Flat und keine Verbindungsnachweise...
Das ging so etwa zwei Jahre, bis sich eine Gelegenheit ergab, "M" persönlich kennen zu lernen, und das kam so:
Neben unserer Betriebsstätte gab es eine kleine urfurzgemütliche kleine Kneipe, wo ich mich mit meinen Kollegen öfters aufhielt. Sie wurde von einer älteren, damals bereits 70-jährigen lustigen Dame, nicht viel grösser als eine Parkuhr, betrieben. Marta konnte den besten Kartoffelsalat und die schmackhaftesten Reibekuchen Europas zubereiten. Hhmmm, schon bei dem Gedanken daran, läuft mir jetzt das Wasser im Mund zusammen.Aber auch sonst war Marta fit wie ein Turnschuh. Manche Flipperrunde gewann sie sogar gegen die Fittesten unter ihren Gästen und kicherte dann triumphierend. Es ging dort immer sehr lustig zu.
Im April 1977 hatte Marta ihre zwei Jahre ältere Schwester aus Hamburg für vier Wochen zu Besuch. Auch Ilse "Ilschen" war so flott drauf. Oft erzählte sie irgendein Seemannsgarn. Das hatte sie wohl von ihrem verstorbenen Mann, der einst zur See gefahren war. Im Dämmerlicht der Thekenbeleuchtung und in dem Nebel von Ilschens Zigarillos, sowie ihrem bereits recht knitterigem Gesicht, konnten einem schon manchmal die Nackenhaare steigen!!
Aber dann, eine Woche vor ihrer Heimreise, vertrat sie sich den Fuss und konnte nur noch mit Gehhilfe laufen. Wie sollte sie nun nach Hause kommen ? Unmöglich, dass sie mit ihrem Gepäck in dem gebuchten Zug fuhr!
Bei mir fuhren ganz langsm die Antennen aus, als ich von ihrem Mißgeschick erfuhr.
Ich erzählte meinem Telefonfreund "M" davon und auch, dass ich in Erwägung zog, Ilschen mit dem Auto nach Hamburg zu fahren, um dann noch das Wochenende bei ihr zu verbringen.
"Mensch", rief er am anderen Telerfonende: "Das ist doch die Gelegenheit, uns zu treffen! In Hamburg ist Hafenfest, ich lade Dich ein und Sonntag früh hole ich Dich ab zum Fischmarkt!"
Cool, genau so hatte ich mir das vorgestellt!
Ilschen jedenfalls war begeistert von meinem Vorschlag, sie nach Hause zu fahren und hatte mir natürlich angeboten, das Wochenende auf ihrer Couch zu verbringen. Ich hatte ihr auf der Heimfahrt erzählt, dass ich ein "blind date" hätte. Sie fand das total aufregend und überdimmens spannend. Sie überliess mir sogar ihren Wohnungszweitschlüssel, damit ich mich austoben konnte und zeitlich nicht gebunden war.
Ich hatte "M" die Rufnummer von Ilschen gegeben, damit wir uns am Freitag Abend noch kurz für den nächsten Tag abstimmen konnten. Handys gab es ja noch nicht.
Ich hatte in der Nacht zum Samstag sehr unruhig geschlafen - nun ja, ich war halt sehr aufgeregt!
Pünktlich um 8.00 Uhr früh stand ich, wie verabredet, vor der Haustürnund wartete auf meinen Abholer. "M" hatte mich bereits gesichtet, als ich das Haus verliess. Er stieg aus seinem fetten Mercedes aus und kam mir lächelnd entgegen. Ich traute meinen Augen nicht und hoffte, dass er meine Enttäuschung nicht bemerken würde. Der Stimme nach sah er doch gaaanz anders aus...!! Oh je...!
Brav blieb ich bei seiner Umarmung stehen, gab mein Händchen und gab vor, mich echt zu freuen. Tja, das hat man davon, wenn die Sinne Augen kriegen!
"M" war 1,90 m gross und sehr kräftig, etwat 3 x XXl oder so. Er begleitete mich Gentleman-like zur Beifahrertür und liess mich in die schmucke Limousine einsteigen. Aus meinen Augenwinkeln merkte ich, wie er mich ansah und dann schliesslich meinte: "Na, mien Deern, is ans klar?" "Ja, klar" stammelte ich .Wir fuhren zuerst in ein Restaurant am Hafen, um ausgiebig zu frühstücken. Währenddessen wurde er mir immer symphatischer. Wir lästerten und kicherten über so belanglose Dinge, dass ich mir - .....wie...am Telefon vorkam. Nach dem Frühstück zeigte er mir Hamburg. Wir fuhren mit dem Boot über die Alster und besuchten am Nachmittag noch einen Jahrmarkt, wir hatten mächtig Spass. Ich fühlte mich sogar mittlerweile schnuckelig geborgen in seiner Nähe. Das hätte ich am Anfang nicht gedacht.
Nach dem ausgedehnten 4-Gänge-Menue bei Kerzenschein und Wein, liessen wir den Abend gegen 23.00 Uhr ausklingen. Wir verabschiedeten uns mit einer Umarmung bis zum nächsten Morgen um 6.00 Uhr.
Auf ging es heute zum Fischmarkt und zum Hafenfest!
Ich war beeindruckt von den vielen Marktschreiern und der Vielfältigkeit der Angebote. In einer Fischerkneipe nahmen wir einen echten Grog, der mich fast von den Füssen haute, und der uns in die richtige Marktstimmung versetzte. Hamburg schien sich allmählich mit Menschen zu füllen. Alle begaben sich in Richtung Hafen, wegen des Hafenfestes. Das Wetter war uns heute nicht so hold und ich begann zu frösteln. "M" legte mir behutsam sein Jacket über die Schultern und umarmte mich. Mir wurde warm.....
Ich gab es erst zurück, als wir uns gegen 15.00 Uhr auf den Weg zu Ilschen machten. Aaachch, schaaade, ich wäre gerne noch länger geblieben, aber schliesslich musste ich noch über 400 km fahren und am anderen Morgen pünktlich im Büro sein, um mit einem gewissen Herrn "M" die Gewichte der angelieferten toten Tiere am Telefon abzustimmen......
Zum Abschied gaben wir uns vor Ilschens Haus einen zarten Kuss - auf den Mund - und waren uns einig, dass dies das schönste Wochenenden war, das wir seit langem gehabt hatten....
Christiane Rühmann
So erging es mir in den 70-er Jahren. Mit einem Verkäufer einer Mega-Fleischhandlung aus Hamburg telefonierte ich täglich und gab die Bestellung für den nächsten Tag durch oder klärte die Eingangsgewichte der gelieferten Tiere am selben Tag ab. Es meldete sich immer der selbe Verkäufer, namens "M". Dabei kamen wir im Lauf der Zeit auch dazu, uns zu duzen und dann auch noch unsere Gespräche immer persönlicher und vertrauter werden zu lassen. Oft telefonierten wir sogar mehrmals täglich. Wenn meine Kolleginnen auf ihrem Display die Hamburger Nummer sahen, scherzten sie bereits: "Für Dich Chris, Dein "M", und nahmen den Höhrer erst gar nicht ab.
Ich vermied jedoch, mit ihm zu korrespondieren, wenn mein Chef sich im Büro befand, oder ich tat dann äussert geschäftlich, so dass mein Gesprächspartner sehr flink reagierte und das Telefonat beendete, um sich später nochmals zu melden. Unser Chef hatte absolut kein Verständnis für so ein privates Geplänkel während der Arbeitszeit, das blieb nur ihm vorbehalten. Irgendwie kann ich ihn ja auch verstehen. Es gab noch keine Flat und keine Verbindungsnachweise...
Das ging so etwa zwei Jahre, bis sich eine Gelegenheit ergab, "M" persönlich kennen zu lernen, und das kam so:
Neben unserer Betriebsstätte gab es eine kleine urfurzgemütliche kleine Kneipe, wo ich mich mit meinen Kollegen öfters aufhielt. Sie wurde von einer älteren, damals bereits 70-jährigen lustigen Dame, nicht viel grösser als eine Parkuhr, betrieben. Marta konnte den besten Kartoffelsalat und die schmackhaftesten Reibekuchen Europas zubereiten. Hhmmm, schon bei dem Gedanken daran, läuft mir jetzt das Wasser im Mund zusammen.Aber auch sonst war Marta fit wie ein Turnschuh. Manche Flipperrunde gewann sie sogar gegen die Fittesten unter ihren Gästen und kicherte dann triumphierend. Es ging dort immer sehr lustig zu.
Im April 1977 hatte Marta ihre zwei Jahre ältere Schwester aus Hamburg für vier Wochen zu Besuch. Auch Ilse "Ilschen" war so flott drauf. Oft erzählte sie irgendein Seemannsgarn. Das hatte sie wohl von ihrem verstorbenen Mann, der einst zur See gefahren war. Im Dämmerlicht der Thekenbeleuchtung und in dem Nebel von Ilschens Zigarillos, sowie ihrem bereits recht knitterigem Gesicht, konnten einem schon manchmal die Nackenhaare steigen!!
Aber dann, eine Woche vor ihrer Heimreise, vertrat sie sich den Fuss und konnte nur noch mit Gehhilfe laufen. Wie sollte sie nun nach Hause kommen ? Unmöglich, dass sie mit ihrem Gepäck in dem gebuchten Zug fuhr!
Bei mir fuhren ganz langsm die Antennen aus, als ich von ihrem Mißgeschick erfuhr.
Ich erzählte meinem Telefonfreund "M" davon und auch, dass ich in Erwägung zog, Ilschen mit dem Auto nach Hamburg zu fahren, um dann noch das Wochenende bei ihr zu verbringen.
"Mensch", rief er am anderen Telerfonende: "Das ist doch die Gelegenheit, uns zu treffen! In Hamburg ist Hafenfest, ich lade Dich ein und Sonntag früh hole ich Dich ab zum Fischmarkt!"
Cool, genau so hatte ich mir das vorgestellt!
Ilschen jedenfalls war begeistert von meinem Vorschlag, sie nach Hause zu fahren und hatte mir natürlich angeboten, das Wochenende auf ihrer Couch zu verbringen. Ich hatte ihr auf der Heimfahrt erzählt, dass ich ein "blind date" hätte. Sie fand das total aufregend und überdimmens spannend. Sie überliess mir sogar ihren Wohnungszweitschlüssel, damit ich mich austoben konnte und zeitlich nicht gebunden war.
Ich hatte "M" die Rufnummer von Ilschen gegeben, damit wir uns am Freitag Abend noch kurz für den nächsten Tag abstimmen konnten. Handys gab es ja noch nicht.
Ich hatte in der Nacht zum Samstag sehr unruhig geschlafen - nun ja, ich war halt sehr aufgeregt!
Pünktlich um 8.00 Uhr früh stand ich, wie verabredet, vor der Haustürnund wartete auf meinen Abholer. "M" hatte mich bereits gesichtet, als ich das Haus verliess. Er stieg aus seinem fetten Mercedes aus und kam mir lächelnd entgegen. Ich traute meinen Augen nicht und hoffte, dass er meine Enttäuschung nicht bemerken würde. Der Stimme nach sah er doch gaaanz anders aus...!! Oh je...!
Brav blieb ich bei seiner Umarmung stehen, gab mein Händchen und gab vor, mich echt zu freuen. Tja, das hat man davon, wenn die Sinne Augen kriegen!
"M" war 1,90 m gross und sehr kräftig, etwat 3 x XXl oder so. Er begleitete mich Gentleman-like zur Beifahrertür und liess mich in die schmucke Limousine einsteigen. Aus meinen Augenwinkeln merkte ich, wie er mich ansah und dann schliesslich meinte: "Na, mien Deern, is ans klar?" "Ja, klar" stammelte ich .Wir fuhren zuerst in ein Restaurant am Hafen, um ausgiebig zu frühstücken. Währenddessen wurde er mir immer symphatischer. Wir lästerten und kicherten über so belanglose Dinge, dass ich mir - .....wie...am Telefon vorkam. Nach dem Frühstück zeigte er mir Hamburg. Wir fuhren mit dem Boot über die Alster und besuchten am Nachmittag noch einen Jahrmarkt, wir hatten mächtig Spass. Ich fühlte mich sogar mittlerweile schnuckelig geborgen in seiner Nähe. Das hätte ich am Anfang nicht gedacht.
Nach dem ausgedehnten 4-Gänge-Menue bei Kerzenschein und Wein, liessen wir den Abend gegen 23.00 Uhr ausklingen. Wir verabschiedeten uns mit einer Umarmung bis zum nächsten Morgen um 6.00 Uhr.
Auf ging es heute zum Fischmarkt und zum Hafenfest!
Ich war beeindruckt von den vielen Marktschreiern und der Vielfältigkeit der Angebote. In einer Fischerkneipe nahmen wir einen echten Grog, der mich fast von den Füssen haute, und der uns in die richtige Marktstimmung versetzte. Hamburg schien sich allmählich mit Menschen zu füllen. Alle begaben sich in Richtung Hafen, wegen des Hafenfestes. Das Wetter war uns heute nicht so hold und ich begann zu frösteln. "M" legte mir behutsam sein Jacket über die Schultern und umarmte mich. Mir wurde warm.....
Ich gab es erst zurück, als wir uns gegen 15.00 Uhr auf den Weg zu Ilschen machten. Aaachch, schaaade, ich wäre gerne noch länger geblieben, aber schliesslich musste ich noch über 400 km fahren und am anderen Morgen pünktlich im Büro sein, um mit einem gewissen Herrn "M" die Gewichte der angelieferten toten Tiere am Telefon abzustimmen......
Zum Abschied gaben wir uns vor Ilschens Haus einen zarten Kuss - auf den Mund - und waren uns einig, dass dies das schönste Wochenenden war, das wir seit langem gehabt hatten....
Christiane Rühmann
Stachelige Männerbeine......
Ich war gerade erst zwanzig Jahre alt geworden, als ich zu Hause, aus dem wohl behüteten Elternhaus, auszog, weil ich mir eine kleine 40 Quadratmeter-Einliegerwohnung angemietet hatte. Meine erste eigene Wohnung - Mann, war ich stolz! Ich konnte es mir sogar leisten, sie mit flammneuen Möbeln auszustatten. Dafür jobte ich unter der Woche und an den Wochenenden. An Geld fehlte es mir nie. Ich fuhr stets die angesagtesten Autos und trug die fetzigste Kleidung.
Die Wohnung lag in einem sehr schönen und grossen Haus, welches hoch am Berg gebaut war und über eine sehr schöne und anschaubare Gartenanlage verfügte. Kein Wunder, denn der Hausbesitzer war selbständiger Gartenbaumeister und legte sehr grossen Wert auf seine gepflegte Grundstücksanlage. Unterhalb des Hauses und von oben bedeckt mit Grün, befanden sich drei Garagen mit einer kurzen steilen Einfahrt. Die mittlere davon hatte ich angemietet.
Mit der Zeit bemerkte ich, dass der Vermieter genauestens wusste, wann ich am Abend zuvor ggfs. auch, ob ich überhaupt nach Hause gekommen war. Ständig schlawenzelte er mit der Giesskanne oder irgendwelchen Gartengeräten um mich herum, wenn ich mich auf meiner wunderschönen grosszügigen Terasse im Bikini sonnte, oder auch, wenn ich Besuch hatte, versuchte er ständig, einen Blick auf mich zu erhaschen oder mit mir ins Gespräch zu kommen. Manchmal klopfte er sogar unter irgendeinem Vorwand an meine Terassentüre - aus reiner Neugier - denke ich.
Am Anfang fand ich das ja noch sehr lustig, aber im Lauf der Zeit war ich darüber schon etwas angenervt. Das führte dann später auch dazu, dass ich ständig die Rollläden runter liess, um mich frei in meiner Wohnung bewegen zu können. Allerdings nervte er weiter.....
Eines nachts, als ich vom Spätdienst meines Jobs zurück kam, es war bereits nach zwei Uhr, stellte ich vor dem Garagentor erschreckt fest, dass ich den Schlüsselbund mit dem Haustür- und Wohnungsschlüssel bei meiner Arbeitsstätte vergessen hatte. Nochmal zurück fahren kam nicht in Frage. Dazu war die Strecke zu weit, und beim Vermieter klingeln, kam erst recht nicht in die Tüte. Also setzte ich meinen Wagen, wie immer, rückwärts in die Garage, holte aus dem Kofferraum eine schnuckelige Wolldecke, die man in meinem Alter ja wohl logischerweise für alle Fälle bei sich hat, begab mich zurück ins Auto, liess den Sitz zur Liegefläche hinab, stellte einen Reisewecker, der sich -natürlich auch nur für alle Fälle in meinem Handschuhfach befand- und wollte gerade einschlafen, als ich ein Geräusch hörte. Auf einmal war ich wieder hellwach, und beobachtete, dass sich das Garagentor von aussen langsam öffnete. Ich richtete mich auf und griff auf dem Nebensitz zu einer schweren Zinnvase, die mir an dem Vorabend mein Bruder vorbeigebracht hatte und die er selbst hergestellt hatte.
Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug und glaubte, es fast sogar schlagen hören zu können.
Ich sah zunächst nach aussen hin gegen das Strassenlaternenlicht nur ein paar Füsse, die dann langsam nach oben hin ständig länger wurden, aber trotzdem unbekleidet blieben, bis....... sie sich zu zwei stacheligen Männerbeinen entwickelten, die dann unterhalb der Hüften ihre Nacktheit verloren, also etwa auf Short-Länge!
Wenn der Vorfall gefilmt worden wäre, hätte der Betrachter annehmen können, dass er sich in einer Peepshow befände.
Vor mir stand dann plötzlich, nachdem das Garagentor gänzlich geöffnet war, mein Vermieter! Puuuhhh, der war es bloss! .....im Shorty und Filzpantoffeln....lächel.
Er hatte gehört, dass das Garagentor zuvor geöffnet und wieder geschlossen wurde, jedoch hatte er keine Haustüre schliessen und keine Toilettenspülung hören können. Also nahm er an, dass mir auf dem Weg von der Garage bis zur Haustüre etwas zugestossen sei und machte sich auf, um nachzuschauen. Er staunte nicht schlecht, als ich ihm erzählte, warum ich im Auto übernachten wollte.
Nachdem wir das nun alles geklärt hatten, begleitete er mich zu meiner Wohnung, die er mit seinem Drittschlüssel öffnete. Am nächsten Tag holte ich natürlich meinen Wohnungsschlüssel ab und machte aus zwei Schlüsselbunden eins. Ausserdem hinterlegte ich einen Wohnungsschlüsselexemplar in der Garage und einen Garagenschlüssel deponierte ich im Auto.
Denn, das sollte mir nicht nochmal passieren........!
Christiane Rühmann
Die Wohnung lag in einem sehr schönen und grossen Haus, welches hoch am Berg gebaut war und über eine sehr schöne und anschaubare Gartenanlage verfügte. Kein Wunder, denn der Hausbesitzer war selbständiger Gartenbaumeister und legte sehr grossen Wert auf seine gepflegte Grundstücksanlage. Unterhalb des Hauses und von oben bedeckt mit Grün, befanden sich drei Garagen mit einer kurzen steilen Einfahrt. Die mittlere davon hatte ich angemietet.
Mit der Zeit bemerkte ich, dass der Vermieter genauestens wusste, wann ich am Abend zuvor ggfs. auch, ob ich überhaupt nach Hause gekommen war. Ständig schlawenzelte er mit der Giesskanne oder irgendwelchen Gartengeräten um mich herum, wenn ich mich auf meiner wunderschönen grosszügigen Terasse im Bikini sonnte, oder auch, wenn ich Besuch hatte, versuchte er ständig, einen Blick auf mich zu erhaschen oder mit mir ins Gespräch zu kommen. Manchmal klopfte er sogar unter irgendeinem Vorwand an meine Terassentüre - aus reiner Neugier - denke ich.
Am Anfang fand ich das ja noch sehr lustig, aber im Lauf der Zeit war ich darüber schon etwas angenervt. Das führte dann später auch dazu, dass ich ständig die Rollläden runter liess, um mich frei in meiner Wohnung bewegen zu können. Allerdings nervte er weiter.....
Eines nachts, als ich vom Spätdienst meines Jobs zurück kam, es war bereits nach zwei Uhr, stellte ich vor dem Garagentor erschreckt fest, dass ich den Schlüsselbund mit dem Haustür- und Wohnungsschlüssel bei meiner Arbeitsstätte vergessen hatte. Nochmal zurück fahren kam nicht in Frage. Dazu war die Strecke zu weit, und beim Vermieter klingeln, kam erst recht nicht in die Tüte. Also setzte ich meinen Wagen, wie immer, rückwärts in die Garage, holte aus dem Kofferraum eine schnuckelige Wolldecke, die man in meinem Alter ja wohl logischerweise für alle Fälle bei sich hat, begab mich zurück ins Auto, liess den Sitz zur Liegefläche hinab, stellte einen Reisewecker, der sich -natürlich auch nur für alle Fälle in meinem Handschuhfach befand- und wollte gerade einschlafen, als ich ein Geräusch hörte. Auf einmal war ich wieder hellwach, und beobachtete, dass sich das Garagentor von aussen langsam öffnete. Ich richtete mich auf und griff auf dem Nebensitz zu einer schweren Zinnvase, die mir an dem Vorabend mein Bruder vorbeigebracht hatte und die er selbst hergestellt hatte.
Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug und glaubte, es fast sogar schlagen hören zu können.
Ich sah zunächst nach aussen hin gegen das Strassenlaternenlicht nur ein paar Füsse, die dann langsam nach oben hin ständig länger wurden, aber trotzdem unbekleidet blieben, bis....... sie sich zu zwei stacheligen Männerbeinen entwickelten, die dann unterhalb der Hüften ihre Nacktheit verloren, also etwa auf Short-Länge!
Wenn der Vorfall gefilmt worden wäre, hätte der Betrachter annehmen können, dass er sich in einer Peepshow befände.
Vor mir stand dann plötzlich, nachdem das Garagentor gänzlich geöffnet war, mein Vermieter! Puuuhhh, der war es bloss! .....im Shorty und Filzpantoffeln....lächel.
Er hatte gehört, dass das Garagentor zuvor geöffnet und wieder geschlossen wurde, jedoch hatte er keine Haustüre schliessen und keine Toilettenspülung hören können. Also nahm er an, dass mir auf dem Weg von der Garage bis zur Haustüre etwas zugestossen sei und machte sich auf, um nachzuschauen. Er staunte nicht schlecht, als ich ihm erzählte, warum ich im Auto übernachten wollte.
Nachdem wir das nun alles geklärt hatten, begleitete er mich zu meiner Wohnung, die er mit seinem Drittschlüssel öffnete. Am nächsten Tag holte ich natürlich meinen Wohnungsschlüssel ab und machte aus zwei Schlüsselbunden eins. Ausserdem hinterlegte ich einen Wohnungsschlüsselexemplar in der Garage und einen Garagenschlüssel deponierte ich im Auto.
Denn, das sollte mir nicht nochmal passieren........!
Christiane Rühmann
Lebenseinstellung......
Leben ist eine Einstellungssache,
der Rest ist ein Empfinden,
das man zu einer Einstellung machen muss.....
(c) Christiane Rühmann
der Rest ist ein Empfinden,
das man zu einer Einstellung machen muss.....
(c) Christiane Rühmann
Die Stinkbombe.......
Zu meiner Schulzeit, von 1960 bis 1968 gab es noch einen Eintrag auf dem Stundenplan "Bücherei".
Das bedeutete, Klassenbeschäftigung, während man sich gleichzeitig oder vielmehr parallel in dem Schul-Buch-Schuppen Bücher aussuchen und ggfs. ausleihen konnte.
Die Klassenlehrer machten sich während dieser Zeit dann meistens auch vom Acker und gaben vor, "Aufsicht" zu schieben, damit von den Heiligtümern keines gestohlen wurde und ihjr persönlicher Heiligenschein nicht verloren ging.
Also blieben die meisten Klassen während dieser Zeit unbeaufsichtigt und wurden nur mit irgendwelchen Aufgaben beschäftigt.
Grinsend und gleichzeitig triumpfhierend haben wir natürlich diese Zeiten genutzt, um irgendwelchen Blödsinn zu verzapfen. Meistens stand auch immer einer von uns auf dem Flur Schmiere, um zu melden, falls sich eine aufgeballte Qualle als Autoritätsperson dem Klassenraum näherte.
Sofort waren wir alle brav und arbeiteten an den uns auferlegten Aufgaben. Damals war es auch noch nicht so wie heute, dass ein Schuljahr zwei oder drei Klassen besetzten, sondern es gab in unserem kleinen Dorf nur vier Klassen, bestehend aus acht Schuljahren.
Dementsprechend wenige Lehrer gab es dadurch auch. Alles war irgendwie sehr familiär, zumal die Pauker selbst auch Kinder hatten, die teilweise auf unserer Schule unterrichtet wurden. Das gestaltete sich natürlich nicht immer sehr einfach, wegen Bevorteilung und so.....
Na ja, war eher selten, da die Paukkids ja auch nur beim sch... die Knie krumm machten, und um zu uns übrigen zu gehören, machten sie auch fast jeden Blödsinn mit.
Mal haben wir die Türklinken mit Gummiarabikum eingeschmiert, mal haben wir die dünnspahnigen Sitzflächen der Lehrerstühle von unten mit einem Gemisch aus Löwensenf und scharfem Meerrettich eingestrichen und amüsierten uns später, nachdem diese Masse die Holzsitzfläche durchzogen hatte, darüber, dass sich die Obrigkeiten dauernd am Mors kratzten und sichtlich unruhiger wurden.
Ein Anderesmal kicherten wir darüber, dass die von Spucke durchtränkten Papierkügelchen, die wir mittels Lineal an die Decke über dem Lehrerpult katapultiert hatten, nach und nach trockneten und Klümpchen für Klümpchen in den Dunstkreis des Paukers fielen. Nee, an Ideen hat es uns selten gefehlt, ähnlich wie dem Schüler Nietnagel aus den altbekannten Pauker-Filmen.
Auch damals gab es schon "Sitzenbleiber", sogar welche, die zwei Ehrenrunden drehen durften. Das Problem war nur, dass diese dann altersmässig zwei Jahre den anderen Klassenkameraden voraus waren, und genau das machte sich auch in ihrer körperlichen Entwicklung bemerkbar.
Besonders trat das Problem bei den Mädels auf. Ich denke das kennt Ihr alle.
Der Busen beginnt zu wachsen, Körpergeruch tritt ein und ab und zu sah man auch einen roten Fleck auf der Sitzfläche und nicht zuletzt auch an der rückwärtigen Bekleidung der armen Person, wenn so ein pupertierendes Mädel aufgestanden war.
Die Lehrerschaft hatte mit diesen Eigenschaften kein Problem, aber die Mitschüler. Kinder und Jugendliche sind halt grausam und immer darauf aus, andere zu verletzen und zu diskriminieren.
So passierte es auch Dagmar immer wieder, dass sie von den männlichen pupertierenden Ungeheuern zur Verzweiflung getrieben wurde. Sie haben sie so lange gehänselt, bis sie anfing zu weinen. Ich glaube, heute nennt man das "Mobbing".
Dagmar war zweimal sitzengeblieben. Oft tat sie mir sehr leid, aber ich habe auch nichts unternommen, um die Horde davon abzuhalten, ihre Spässe mit ihr zu treiben.
Ich schäme mich heute dafür.
So kam es an einem Morgen zur "Bücherstunde" dazu, dass wiedermal keine Aufsicht in unserem Klassenraum war. Diese Tatsache hatte Robert dazu genutzt, um das Schulgelände zu verlassen, über die Strasse in den kleinen Dorfladen zu laufen, der von einer sehr geschäftstüchtigen Dame namens "Hildegard" betrieben wurde, um dort ein Mobbingobjekt zu kaufen. Bei Hildegard gab es alles, was Kinder- und Jugendherzen begehrten. Lose Bonbons aus dem Glas, Cola, Schulutensilien, die BRAVO und auch Scherzartikel, wie Furzkissen und Stinkbomben. Robert hatte sich heute für zwei Stinkbomben entschlossen.
Nachdem er flinkst wieder auf das Schulgelände und in den Klassenraum geeilt war, warf er hinter die eifrig lernende schüchterne Dagmar, eine dieser Stinkbomben. Sofort verbreitete sich der fürchterliche Gestank in der gesamten Klasse. Es stank so schlimm, dass wir alle gröhlend den Unterrichtsraum verliessen und uns auf dem Flur halb totlachten und teilweise sogar ihren Würgereiz nicht unterbinden konnten.
Nur die arme Dagmar blieb auf ihrem mittlerweile viel zu klein gewordenen Stuhl sitzen und brach lauthals in Tränen aus.
Mit donnernden Schritten näherte sich unser Pauker dem Klassenraum und wollte wissen, was los sei. Auch ihm war mittlerweile der Gestank nicht entgangen, also wollte er wissen: "Wer war das?"
Alle schwiegen - wie in der heutigen Fernsehwerbung mit der Versicherung - aus Solidarität und zuckten mit den Schultern. Also begab er sich in die Klasse zu Dagmar und versuchte zunächst einmal, sie zu beruhigen. Er nahm sie sanft beim Arm und forderte sie auf, ihm ins Lehrerzimmer zu folgen, nachdem er zuvor noch eilends die Fensterflügel bis zum Anschlag geöffnet hatte. "Wir sprechen uns noch!", meinte er, als er mit Dagmar an uns vorbeiging. Und nun.....?
Plötzlich war uns allen nicht mehr zum lachen zumute und das schlechte Gewissen plagte die meisten von uns. Wahrscheinlich war es nur die Angst vor Strafe oder vor so etwas wie einem "blauen Brief" oder einem autoritären Besuch zu Hause.
Robert bemerkte die allgemeine Haltung und meinte nur: "Lasst mich jetzt nur nicht im Stich, ihr wolltet doch auch, das ich das mache."
Alle schwiegen.
Nach einer Weile kam der Schulleiter zu unserer Gruppe, schnappte sich Robert am Ohr, drehte dieses, bis er seinen Kopf wendete und entschwand mit ihm aus der Klasse.
Wir hörten nur noch: "So, mein Freund......., das hat ein Nachspiel!"
Auweiahh, das konnte ja noch heiter werden.
Zur Strafe musste Robert vier Wochen lang die Tafel wischen, die Papierkörbe leeren, die Klasse fegen und hatte Pausenhof-Verbot.
Darüberhinaus musste er zwanzig DIN A 4 - Seiten Strafarbeit schreiben.
Wir übrigen kamen mit einer schroffen Ermahnung davon, was uns jedoch alle nachdenklich gemacht hatte und erkennen lies, dass man niemals mit einer Person so umgehen darf.
Wir hatten uns später ALLE, auch Robert, bei Dagmar entschuldigt und sie sogar in unsere Gemeinschaft aufgenommen. Sie wurde nach diesem Vorfall lockerer und pflegte sich deutlich besser.
Oft muss halt etwas Grausames geschehen, um sich gegenseitig mehr Verständnis entgegen zu bringen und aus unseren Fehlern zu lernen.
Niemals wieder habe ich mich dazu hinreissen lassen, gegen jemand in solcher Art und Weise Partei zu beziehen - im Gegenteil, ich bekenne mich heute zu den Schwächeren und stehe voll und ganz vor Denjenigen, die sich alleine nicht wehren können.
Meine Taten machen mich nicht stolz - haben jedoch zu einer Erkenntnis geführt.
Entschuldige, Dagmar........
c) Christiane Rühmann
Das bedeutete, Klassenbeschäftigung, während man sich gleichzeitig oder vielmehr parallel in dem Schul-Buch-Schuppen Bücher aussuchen und ggfs. ausleihen konnte.
Die Klassenlehrer machten sich während dieser Zeit dann meistens auch vom Acker und gaben vor, "Aufsicht" zu schieben, damit von den Heiligtümern keines gestohlen wurde und ihjr persönlicher Heiligenschein nicht verloren ging.
Also blieben die meisten Klassen während dieser Zeit unbeaufsichtigt und wurden nur mit irgendwelchen Aufgaben beschäftigt.
Grinsend und gleichzeitig triumpfhierend haben wir natürlich diese Zeiten genutzt, um irgendwelchen Blödsinn zu verzapfen. Meistens stand auch immer einer von uns auf dem Flur Schmiere, um zu melden, falls sich eine aufgeballte Qualle als Autoritätsperson dem Klassenraum näherte.
Sofort waren wir alle brav und arbeiteten an den uns auferlegten Aufgaben. Damals war es auch noch nicht so wie heute, dass ein Schuljahr zwei oder drei Klassen besetzten, sondern es gab in unserem kleinen Dorf nur vier Klassen, bestehend aus acht Schuljahren.
Dementsprechend wenige Lehrer gab es dadurch auch. Alles war irgendwie sehr familiär, zumal die Pauker selbst auch Kinder hatten, die teilweise auf unserer Schule unterrichtet wurden. Das gestaltete sich natürlich nicht immer sehr einfach, wegen Bevorteilung und so.....
Na ja, war eher selten, da die Paukkids ja auch nur beim sch... die Knie krumm machten, und um zu uns übrigen zu gehören, machten sie auch fast jeden Blödsinn mit.
Mal haben wir die Türklinken mit Gummiarabikum eingeschmiert, mal haben wir die dünnspahnigen Sitzflächen der Lehrerstühle von unten mit einem Gemisch aus Löwensenf und scharfem Meerrettich eingestrichen und amüsierten uns später, nachdem diese Masse die Holzsitzfläche durchzogen hatte, darüber, dass sich die Obrigkeiten dauernd am Mors kratzten und sichtlich unruhiger wurden.
Ein Anderesmal kicherten wir darüber, dass die von Spucke durchtränkten Papierkügelchen, die wir mittels Lineal an die Decke über dem Lehrerpult katapultiert hatten, nach und nach trockneten und Klümpchen für Klümpchen in den Dunstkreis des Paukers fielen. Nee, an Ideen hat es uns selten gefehlt, ähnlich wie dem Schüler Nietnagel aus den altbekannten Pauker-Filmen.
Auch damals gab es schon "Sitzenbleiber", sogar welche, die zwei Ehrenrunden drehen durften. Das Problem war nur, dass diese dann altersmässig zwei Jahre den anderen Klassenkameraden voraus waren, und genau das machte sich auch in ihrer körperlichen Entwicklung bemerkbar.
Besonders trat das Problem bei den Mädels auf. Ich denke das kennt Ihr alle.
Der Busen beginnt zu wachsen, Körpergeruch tritt ein und ab und zu sah man auch einen roten Fleck auf der Sitzfläche und nicht zuletzt auch an der rückwärtigen Bekleidung der armen Person, wenn so ein pupertierendes Mädel aufgestanden war.
Die Lehrerschaft hatte mit diesen Eigenschaften kein Problem, aber die Mitschüler. Kinder und Jugendliche sind halt grausam und immer darauf aus, andere zu verletzen und zu diskriminieren.
So passierte es auch Dagmar immer wieder, dass sie von den männlichen pupertierenden Ungeheuern zur Verzweiflung getrieben wurde. Sie haben sie so lange gehänselt, bis sie anfing zu weinen. Ich glaube, heute nennt man das "Mobbing".
Dagmar war zweimal sitzengeblieben. Oft tat sie mir sehr leid, aber ich habe auch nichts unternommen, um die Horde davon abzuhalten, ihre Spässe mit ihr zu treiben.
Ich schäme mich heute dafür.
So kam es an einem Morgen zur "Bücherstunde" dazu, dass wiedermal keine Aufsicht in unserem Klassenraum war. Diese Tatsache hatte Robert dazu genutzt, um das Schulgelände zu verlassen, über die Strasse in den kleinen Dorfladen zu laufen, der von einer sehr geschäftstüchtigen Dame namens "Hildegard" betrieben wurde, um dort ein Mobbingobjekt zu kaufen. Bei Hildegard gab es alles, was Kinder- und Jugendherzen begehrten. Lose Bonbons aus dem Glas, Cola, Schulutensilien, die BRAVO und auch Scherzartikel, wie Furzkissen und Stinkbomben. Robert hatte sich heute für zwei Stinkbomben entschlossen.
Nachdem er flinkst wieder auf das Schulgelände und in den Klassenraum geeilt war, warf er hinter die eifrig lernende schüchterne Dagmar, eine dieser Stinkbomben. Sofort verbreitete sich der fürchterliche Gestank in der gesamten Klasse. Es stank so schlimm, dass wir alle gröhlend den Unterrichtsraum verliessen und uns auf dem Flur halb totlachten und teilweise sogar ihren Würgereiz nicht unterbinden konnten.
Nur die arme Dagmar blieb auf ihrem mittlerweile viel zu klein gewordenen Stuhl sitzen und brach lauthals in Tränen aus.
Mit donnernden Schritten näherte sich unser Pauker dem Klassenraum und wollte wissen, was los sei. Auch ihm war mittlerweile der Gestank nicht entgangen, also wollte er wissen: "Wer war das?"
Alle schwiegen - wie in der heutigen Fernsehwerbung mit der Versicherung - aus Solidarität und zuckten mit den Schultern. Also begab er sich in die Klasse zu Dagmar und versuchte zunächst einmal, sie zu beruhigen. Er nahm sie sanft beim Arm und forderte sie auf, ihm ins Lehrerzimmer zu folgen, nachdem er zuvor noch eilends die Fensterflügel bis zum Anschlag geöffnet hatte. "Wir sprechen uns noch!", meinte er, als er mit Dagmar an uns vorbeiging. Und nun.....?
Plötzlich war uns allen nicht mehr zum lachen zumute und das schlechte Gewissen plagte die meisten von uns. Wahrscheinlich war es nur die Angst vor Strafe oder vor so etwas wie einem "blauen Brief" oder einem autoritären Besuch zu Hause.
Robert bemerkte die allgemeine Haltung und meinte nur: "Lasst mich jetzt nur nicht im Stich, ihr wolltet doch auch, das ich das mache."
Alle schwiegen.
Nach einer Weile kam der Schulleiter zu unserer Gruppe, schnappte sich Robert am Ohr, drehte dieses, bis er seinen Kopf wendete und entschwand mit ihm aus der Klasse.
Wir hörten nur noch: "So, mein Freund......., das hat ein Nachspiel!"
Auweiahh, das konnte ja noch heiter werden.
Zur Strafe musste Robert vier Wochen lang die Tafel wischen, die Papierkörbe leeren, die Klasse fegen und hatte Pausenhof-Verbot.
Darüberhinaus musste er zwanzig DIN A 4 - Seiten Strafarbeit schreiben.
Wir übrigen kamen mit einer schroffen Ermahnung davon, was uns jedoch alle nachdenklich gemacht hatte und erkennen lies, dass man niemals mit einer Person so umgehen darf.
Wir hatten uns später ALLE, auch Robert, bei Dagmar entschuldigt und sie sogar in unsere Gemeinschaft aufgenommen. Sie wurde nach diesem Vorfall lockerer und pflegte sich deutlich besser.
Oft muss halt etwas Grausames geschehen, um sich gegenseitig mehr Verständnis entgegen zu bringen und aus unseren Fehlern zu lernen.
Niemals wieder habe ich mich dazu hinreissen lassen, gegen jemand in solcher Art und Weise Partei zu beziehen - im Gegenteil, ich bekenne mich heute zu den Schwächeren und stehe voll und ganz vor Denjenigen, die sich alleine nicht wehren können.
Meine Taten machen mich nicht stolz - haben jedoch zu einer Erkenntnis geführt.
Entschuldige, Dagmar........
c) Christiane Rühmann
Der Dorfsheriff....... Teil 2
Also, für mich war die Zeit auf den Dörfern sehr erlebnisreich.
Wieder eine Episode mit Willi:
Eines Abends hatten wir in derselben Dorfkneipe vereinbart, dass wir ein Fussballspiel austragen wollten, für das wir von jedem Zuschauer 5,00 DM als Eintritt nehmen wollten, die der Kinderkrebshilfe in der nächst grösseren Stadt Eutin zugunsten kommen sollten.
Mittlerweile hatte man spitz gekriegt, dass ich jahrelang als Torhüterin in meinem Damenfussballverein im Rheinland aktiv gewesen war.
Aus diesem Grund wurden an einem Kneipenabend auf dem Dorf bereits Mannschaften aufgestellt, bei denen ich in der einen als Torhüterin tätig sein sollte.
Wow, war das aufregend, die Dorflümmel dabei zu beobachten, wie sie ihre Persönlichkeiten auf die einzelnen Mannschaften aufzuteilen versuchten.
Wie gesagt, ich gehörte nicht deren “Dorfklüngeln” an und galt als Aussenseiter.
Als sie aber erfuhren, dass ich erfolgreich 5 Jahre Damenfussball im Tor verlebt hatte, und dass noch bei einer hier im Rheinland sehr erfolgreichen “Frauschaft”, wurden sie alle messerscharf und rissen sich darum, mich als Torhüterin in ihrer Mannschaft zu beschäftigen.
Die Planung stand also, und das musste man standesgemäss in der Dorfkneipe begiessen.
Wir hatten den Termin ausgemacht und den Fussballacker reserviert. Ordentlich wurde die Werbetrommel gerührt, und es gab einige Leute, die glaubten, mit ihrer Titischrift Plakate hierfür auf die Beine stellen zu können.
Sie schnitten “genormte” Streifen von einer Tapetenrolle ab und setzten in grossen Lettern das Datum des Ereignisses darauf:
” Am Sontag, den 22. August in diesem Jahr, findet unser Tornier auf dem Sportplatz Lüttenbrake statt. Eintritt ist 5,00 DM. Es gibt Würstchen und Senf zu kaufen”.
Ich konnte es kaum fassen! Das Plakat ging tatsächlich so in Vervielfältigung!- und zudem noch unter meine eigene Gürtellinie!
Der Tag rückte an, die Mannschaften waren aufgeteilt, und ich spielte natürlich “gegen” meinen späteren Mann.
Rücksichtslos, wie Dorftrottel nun mal sind, versuchte man mir natürlich ein Tor nach dem anderen reinzubrettern. Doch eins hatten sie verkannt: Ich war Profi!
So kam es, dass nach der regulären Spielzeit meine Spielgemeinschaft mit 7 : 5 Toren gewonnen hatte.
Der Zorn meines Mannes war mir gewiss und die Wertschätzung seiner Teamkollegen ebenfalls.
Nix mit 'Kuscheln' heute Abend - das war´s!
Das Spiel wurde gut besucht. Etwa 200 Zuschauer säumten das Spielfeld.
Als Respektperson gab sich natürlich auch WWW (world-wide-willi) die Ehre. Er sorgte dafür, dass Bengt Larsson nicht mit seinem Fahrrad über das Spielfeld raste, oder dass Frauke nicht ständig über dem Geländer am Spielfeldrand ihre Purzelbäume schlug.
Als er sein Tageswerk vollbracht hatte, ging auch er zur normalen Tagesordnung über und bestellte sich im Zelt ein grosses Bier. Dieses erhielt er ohne eigene Zahlung als “Dienstleistungszuweisung”.
Gegen 19.00 Uhr begann es leicht zu regnen und so begab sich die gesamte Sportplatzgesellschaft in die nahe gelegene Dorfkneipe. Das Spiel, was dann begann, habe ich ja bereits in meiner vorhergehenden Geschichte beschrieben.
Doch dieses Ereignis sollte alle Rahmen sprengen!
Willi erreichte ein Anruf beim Kneipenwirt vom Pfarrer aus der Nachbargemeinde.
Jemand hätte den Beichtstuhl aus der Kapelle gestohlen und mitten auf den Marktplatz gestellt und darin eine Kerze angezündet. Willi solle sofort kommen und sich um Aufklärung bemühen!
Haah, dachte Willi, und begab sich ohne Mütze, Koppel und Jacket auf den Weg zum Nachbarort.
Das war schliesslich eine ernst zu nehmende Straftat. Er wollte sich zu seinem Dienstfahrrad begeben, aber ich bot ihm an, ihn zu seinem Einsatzort mit meinem PKW zu fahren, nicht zuletzt deshalb, weil ich kneipengesprächsmässig mitbekommen hatte, wer für dieses Dilämma verantwortlich war, und herausfinden wollte, wie Willi seine Ermittlungen durchführte.
Wir kamen also bei der kleinen Kirche an, auf dessen Vorhof sich der Beichtstuhl befand.
Man hatte diesem eine Schleife umgebunden und er sah irgendwie “niedlich” aus auf seinem Platz.
Der Pfarrer zeterte sogleich los, als Willi aus meinem Fahrzeug ausstieg.
Willi wollte sich Notizen in seinen Block machen, den er immer in seinem Jacket mitführte, doch da fiel ihm auf, dass er seine Jacke ja gar nicht bei sich hatte.
Ich erkannte Willi´s Not, holte aus dem Handschuhfach Block und Stift und übergab sie ihm.
Willi notierte alle Einzelheiten, die der Pfarrer ihm mitteilte, ohne zu ahnen, dass ich genau wusste, wer die Scherzbolde waren, die den Beichtstuhl auf den Marktplatz befördert hatten.
Er nahm die Aussage des Pfarrers akribisch genau auf, stellte unnütze Fragen und notierte jede Kleinigkeit. Schliesslich befahl er den Gaffern, den Beichtstuhl in die Kapelle zurück zu setzen, was diese auch wehr- und wortlos taten.
Willi hatte alles perfekt geregelt!
Erhobenen Hauptes fuhr er zurück, mit mir, in die Dorfkneipe und gab seiner Zufrieden- und Fähigkeit Ausdruck dadurch, dass er eine Thekenrunde ausgab.
Danach wurde er durch die “Blume” auf die Täter der Begebenheit aufmerksam gemacht, was er jedoch nicht mehr wirklich registrierte. ER hatte den Beichtstuhl gerettet und ER hatte ihn wieder an seinen PLATZ schaffen lassen.
Geplanterweise schnallte er das allerdings alles nicht mehr, fuhr -wie immer- mit seinem “Dienstfahrzeug” (dem Fahrrad) nach Hause und verfasste am nächsten Tag einen “undurchsichtigen” Polizeibericht.
Die Tageszeitungen waren am nächsten Tag voll von dieser Begebenheit und lobten Willi dafür, dass er gleich dafür gesorgt habe, dass das "Möbelstück Gottes" wieder an seinen Platz gelangt war....
World-wide-willi war wiedermal der Held des Dorfes...
(c) Christiane Rühmann
Wieder eine Episode mit Willi:
Eines Abends hatten wir in derselben Dorfkneipe vereinbart, dass wir ein Fussballspiel austragen wollten, für das wir von jedem Zuschauer 5,00 DM als Eintritt nehmen wollten, die der Kinderkrebshilfe in der nächst grösseren Stadt Eutin zugunsten kommen sollten.
Mittlerweile hatte man spitz gekriegt, dass ich jahrelang als Torhüterin in meinem Damenfussballverein im Rheinland aktiv gewesen war.
Aus diesem Grund wurden an einem Kneipenabend auf dem Dorf bereits Mannschaften aufgestellt, bei denen ich in der einen als Torhüterin tätig sein sollte.
Wow, war das aufregend, die Dorflümmel dabei zu beobachten, wie sie ihre Persönlichkeiten auf die einzelnen Mannschaften aufzuteilen versuchten.
Wie gesagt, ich gehörte nicht deren “Dorfklüngeln” an und galt als Aussenseiter.
Als sie aber erfuhren, dass ich erfolgreich 5 Jahre Damenfussball im Tor verlebt hatte, und dass noch bei einer hier im Rheinland sehr erfolgreichen “Frauschaft”, wurden sie alle messerscharf und rissen sich darum, mich als Torhüterin in ihrer Mannschaft zu beschäftigen.
Die Planung stand also, und das musste man standesgemäss in der Dorfkneipe begiessen.
Wir hatten den Termin ausgemacht und den Fussballacker reserviert. Ordentlich wurde die Werbetrommel gerührt, und es gab einige Leute, die glaubten, mit ihrer Titischrift Plakate hierfür auf die Beine stellen zu können.
Sie schnitten “genormte” Streifen von einer Tapetenrolle ab und setzten in grossen Lettern das Datum des Ereignisses darauf:
” Am Sontag, den 22. August in diesem Jahr, findet unser Tornier auf dem Sportplatz Lüttenbrake statt. Eintritt ist 5,00 DM. Es gibt Würstchen und Senf zu kaufen”.
Ich konnte es kaum fassen! Das Plakat ging tatsächlich so in Vervielfältigung!- und zudem noch unter meine eigene Gürtellinie!
Der Tag rückte an, die Mannschaften waren aufgeteilt, und ich spielte natürlich “gegen” meinen späteren Mann.
Rücksichtslos, wie Dorftrottel nun mal sind, versuchte man mir natürlich ein Tor nach dem anderen reinzubrettern. Doch eins hatten sie verkannt: Ich war Profi!
So kam es, dass nach der regulären Spielzeit meine Spielgemeinschaft mit 7 : 5 Toren gewonnen hatte.
Der Zorn meines Mannes war mir gewiss und die Wertschätzung seiner Teamkollegen ebenfalls.
Nix mit 'Kuscheln' heute Abend - das war´s!
Das Spiel wurde gut besucht. Etwa 200 Zuschauer säumten das Spielfeld.
Als Respektperson gab sich natürlich auch WWW (world-wide-willi) die Ehre. Er sorgte dafür, dass Bengt Larsson nicht mit seinem Fahrrad über das Spielfeld raste, oder dass Frauke nicht ständig über dem Geländer am Spielfeldrand ihre Purzelbäume schlug.
Als er sein Tageswerk vollbracht hatte, ging auch er zur normalen Tagesordnung über und bestellte sich im Zelt ein grosses Bier. Dieses erhielt er ohne eigene Zahlung als “Dienstleistungszuweisung”.
Gegen 19.00 Uhr begann es leicht zu regnen und so begab sich die gesamte Sportplatzgesellschaft in die nahe gelegene Dorfkneipe. Das Spiel, was dann begann, habe ich ja bereits in meiner vorhergehenden Geschichte beschrieben.
Doch dieses Ereignis sollte alle Rahmen sprengen!
Willi erreichte ein Anruf beim Kneipenwirt vom Pfarrer aus der Nachbargemeinde.
Jemand hätte den Beichtstuhl aus der Kapelle gestohlen und mitten auf den Marktplatz gestellt und darin eine Kerze angezündet. Willi solle sofort kommen und sich um Aufklärung bemühen!
Haah, dachte Willi, und begab sich ohne Mütze, Koppel und Jacket auf den Weg zum Nachbarort.
Das war schliesslich eine ernst zu nehmende Straftat. Er wollte sich zu seinem Dienstfahrrad begeben, aber ich bot ihm an, ihn zu seinem Einsatzort mit meinem PKW zu fahren, nicht zuletzt deshalb, weil ich kneipengesprächsmässig mitbekommen hatte, wer für dieses Dilämma verantwortlich war, und herausfinden wollte, wie Willi seine Ermittlungen durchführte.
Wir kamen also bei der kleinen Kirche an, auf dessen Vorhof sich der Beichtstuhl befand.
Man hatte diesem eine Schleife umgebunden und er sah irgendwie “niedlich” aus auf seinem Platz.
Der Pfarrer zeterte sogleich los, als Willi aus meinem Fahrzeug ausstieg.
Willi wollte sich Notizen in seinen Block machen, den er immer in seinem Jacket mitführte, doch da fiel ihm auf, dass er seine Jacke ja gar nicht bei sich hatte.
Ich erkannte Willi´s Not, holte aus dem Handschuhfach Block und Stift und übergab sie ihm.
Willi notierte alle Einzelheiten, die der Pfarrer ihm mitteilte, ohne zu ahnen, dass ich genau wusste, wer die Scherzbolde waren, die den Beichtstuhl auf den Marktplatz befördert hatten.
Er nahm die Aussage des Pfarrers akribisch genau auf, stellte unnütze Fragen und notierte jede Kleinigkeit. Schliesslich befahl er den Gaffern, den Beichtstuhl in die Kapelle zurück zu setzen, was diese auch wehr- und wortlos taten.
Willi hatte alles perfekt geregelt!
Erhobenen Hauptes fuhr er zurück, mit mir, in die Dorfkneipe und gab seiner Zufrieden- und Fähigkeit Ausdruck dadurch, dass er eine Thekenrunde ausgab.
Danach wurde er durch die “Blume” auf die Täter der Begebenheit aufmerksam gemacht, was er jedoch nicht mehr wirklich registrierte. ER hatte den Beichtstuhl gerettet und ER hatte ihn wieder an seinen PLATZ schaffen lassen.
Geplanterweise schnallte er das allerdings alles nicht mehr, fuhr -wie immer- mit seinem “Dienstfahrzeug” (dem Fahrrad) nach Hause und verfasste am nächsten Tag einen “undurchsichtigen” Polizeibericht.
Die Tageszeitungen waren am nächsten Tag voll von dieser Begebenheit und lobten Willi dafür, dass er gleich dafür gesorgt habe, dass das "Möbelstück Gottes" wieder an seinen Platz gelangt war....
World-wide-willi war wiedermal der Held des Dorfes...
(c) Christiane Rühmann
Der Dorfsheriff....... Teil 1
Sicher könnt Ihr Euch alle noch daran erinnern, wie es früher war. Nicht nur die Postboten strampelten auf ihren Fahrrädern ohne Gangschaltung durch die ländliche Prärie, sondern auch die Polizei.
Jedenfalls war das so bei der Polizei, bis die Beamten, die irgendwo in ihrem kleinen Heimatort ihr Büro hatten, mit Mopeds oder Rollern ausgestattet wurden. Da hatten Langfinger noch echte Chancen.....!
Unser Dorfsheriff, von dem die Geschichte erzählt, lebte oder lebt in einem 500-Seelen-Dorf in der Holsteinischen Schweiz.
Als mich meine Freiersfüsse 1979 nach dort verschlugen, hatte ich den Eindruck, als sei ich um mindestens zwanzig Jahre zeitlich zurück versetzt. Alles war so einfach, kaum anspruchsvoll.
Die Tornetze auf den Fussballplätzen waren mit Nylonstrümpfen geflickt, Störche hatten auf den riesigen Schornsteinen der oft mit Reet bedeckten Häuser, ihre gigantischen Nester, die zumindest angemeldeten Fahrzeuge waren zum Teil mit dreierlei verschiedenen Reifen (..lächel) bestückt. Bettwäsche wurde zum Bleichen auf die Wiesen gelegt und war mal irgendwo eine Scheibe kaputt, wurde sie einfach mit einem Stück Pappe repariert.
Man nahm diese Unregelmässigkeiten nicht so wichtig. Alles in allem war es urfurzgemütlich!
Selbstverständlich gab es in jeder kleineren Ortschaft auch eine Dorfkneipe und sogar meistens in jeder zweiten zumindest, eine Kirche oder Kapelle. In der Dorfkneipe war natürlich immer viel los, es tanzte der Bär, und das bereits vom frühen Vormittag an.
An einem Abend gingen mein späterer Mann und ich, auf ein Bier in eine solche Dorfkneipe.
Da H.W. aus der Umgebung kam, kannte man ihn und begrüsste ihn herzlich. Ich wurde da eher schon mit Skepsis betrachtet, und auch anfangs links liegen gelassen. Es ist also wirklich was dran an dem Ausspruch: "Die sturen Holsteiner".
Haben sie Dich aber erstmal in ihr Herz geschlossen, kannst Du Dich vor Fans kaum retten.
Wir gesellten uns also um den Tresen, bestellten ein Bier und H.W. kam sehr schnell ins Gespräch. Als er mich als seine Freundin vorstellte, war das Eis zumindest - na sagen wir mal - angepiekst.
Gebrochen war es erst, als ich eine Thekenrunde ausgab. Jemand fragte dann, ob wir mit knobeln wollten und so begann ein recht geselliger und feuchtfröhlicher Abend.
Etwa gegen 22.00 Uhr betrat ein Polizist, der dortige Dorfsheriff, den Gastraum. Er grüsste in die Runde:
"Moin moin", und alle grüssten zurück: "Moin Willi".
Willi gesellte sich ebenfalls an die Theke und brauchte nicht einmal sein Bier zu bestellen, der Wirt hatte es, wie selbstverständlich, von sich aus gezapft und vor Willi hingestellt.
Es folgten ein zweites und ein drittes Bier, bis er fragte (auf Plattdütsch natürlich): "Kann ich mit knobeln?"
"Jo", kam es trocken zurück.
Er rückte sich einen Barhocker zurecht, der sehr wackelig war, weil er bereits an einem Bein mit breitem Isolierband geflickt war, und stellte seine Regeln auf, die da lauteten: Die Verlierer sollten die ersten drei Runden in Bier bezahlen, danach könne man ja ums Strippen knobeln.
Alle schauten sich an und erklärten sich schmunzelnd einverstanden. Sie kannten das schon - und los gings.
Man lies Willi dreimal nicht verlieren. Die gewonnenen Biere schlürfte er triumphierend und breit grinsend, innerhalb von kürzester Zeit hinunter. Dann sollte es ans Eingemachte gehen und für Willi war Schluss mit lustig!
Von da an verlor er jedes Spiel!
Zwischendurch wollte er sogar den Platz wechseln, weil er glaubte, dass sein Pech davon abhängig sei, dass er auf diesem wackeligen Hocker saß.
Als Erstes legte er, seinen eigenen Regeln gemäss, zuerst die Mütze ab. Es folgten sein Koppel, als nächstes seine Jacke, dann sein Hemd, Unterhemd usw.
Seine wuscheligen Brusthaare liessen mich breit grinsen...
Mittlerweile war Willi so blau, dass ihm das scheinbar nichts mehr Etwass ausmachte. Im Gegenteil, sein Ehrgeiz, doch nochmal zu gewinnen, liess ihn immer weiter knobeln, Platz wechseln, schimpfen.....
Nachdem er auch noch seine Schuhe und die Socken "verloren" hatte, war nun seine Hose an der Reihe. Ich traute meinen Augen nicht!
Die Stimmung stieg, als er diese letztlich auch noch auszog. Alle Kleidungsstücke lagen auf einem Tisch, auch der Gürtel mit der Waffe in ihrem Schafft. Unglaublich - aber sehr lustig!
Willi stand nun also in seiner langen grauen Unterhose mit leichten bis mittelmässigen Gebrauchsspuren, in dem Gastraum und schnaubte vor Wut.
Er raffte seine gesamte Bekleidung, zog lediglich die Stiefel an, rollte alles in sein Jacket ein und begab sich nach draussen zu seinem Dienstfahrrad.
Hier schnallte er alles auf seinen Gepäckträger, setzte sich auf das Gefährt und strampelte, so gut wie unbegkleidet, murrend vondannen.
Es schallte ein grosses Gelächter durch die Dorfstrasse. Man wusste, dass er am nächsten Abend wiederkommen, als erstes seine drei Bier von gestern bezahlen und erneut sein Glück herausfordern würde, vielleicht diesmal beim Flippern oder Lügen....
Noch zwei- oder dreimal war ich mit in dieser Dorfschänke und alles wiederholte sich, wie beim Erstenmal.
Diese Geschichte schrieb das Leben und macht es sie wert, niedergeschrieben und erzählt zu werden.
Vielleicht ist Willi ja später versetzt worden und ist heute ein "world-wide-willi"................
Aus dieser kleinen Ortschaft wird es noch eine weitere winzige Episode geben, die Ihr im Anschluss an diese lesen könnt...
(c) Christiane Rühmann
Jedenfalls war das so bei der Polizei, bis die Beamten, die irgendwo in ihrem kleinen Heimatort ihr Büro hatten, mit Mopeds oder Rollern ausgestattet wurden. Da hatten Langfinger noch echte Chancen.....!
Unser Dorfsheriff, von dem die Geschichte erzählt, lebte oder lebt in einem 500-Seelen-Dorf in der Holsteinischen Schweiz.
Als mich meine Freiersfüsse 1979 nach dort verschlugen, hatte ich den Eindruck, als sei ich um mindestens zwanzig Jahre zeitlich zurück versetzt. Alles war so einfach, kaum anspruchsvoll.
Die Tornetze auf den Fussballplätzen waren mit Nylonstrümpfen geflickt, Störche hatten auf den riesigen Schornsteinen der oft mit Reet bedeckten Häuser, ihre gigantischen Nester, die zumindest angemeldeten Fahrzeuge waren zum Teil mit dreierlei verschiedenen Reifen (..lächel) bestückt. Bettwäsche wurde zum Bleichen auf die Wiesen gelegt und war mal irgendwo eine Scheibe kaputt, wurde sie einfach mit einem Stück Pappe repariert.
Man nahm diese Unregelmässigkeiten nicht so wichtig. Alles in allem war es urfurzgemütlich!
Selbstverständlich gab es in jeder kleineren Ortschaft auch eine Dorfkneipe und sogar meistens in jeder zweiten zumindest, eine Kirche oder Kapelle. In der Dorfkneipe war natürlich immer viel los, es tanzte der Bär, und das bereits vom frühen Vormittag an.
An einem Abend gingen mein späterer Mann und ich, auf ein Bier in eine solche Dorfkneipe.
Da H.W. aus der Umgebung kam, kannte man ihn und begrüsste ihn herzlich. Ich wurde da eher schon mit Skepsis betrachtet, und auch anfangs links liegen gelassen. Es ist also wirklich was dran an dem Ausspruch: "Die sturen Holsteiner".
Haben sie Dich aber erstmal in ihr Herz geschlossen, kannst Du Dich vor Fans kaum retten.
Wir gesellten uns also um den Tresen, bestellten ein Bier und H.W. kam sehr schnell ins Gespräch. Als er mich als seine Freundin vorstellte, war das Eis zumindest - na sagen wir mal - angepiekst.
Gebrochen war es erst, als ich eine Thekenrunde ausgab. Jemand fragte dann, ob wir mit knobeln wollten und so begann ein recht geselliger und feuchtfröhlicher Abend.
Etwa gegen 22.00 Uhr betrat ein Polizist, der dortige Dorfsheriff, den Gastraum. Er grüsste in die Runde:
"Moin moin", und alle grüssten zurück: "Moin Willi".
Willi gesellte sich ebenfalls an die Theke und brauchte nicht einmal sein Bier zu bestellen, der Wirt hatte es, wie selbstverständlich, von sich aus gezapft und vor Willi hingestellt.
Es folgten ein zweites und ein drittes Bier, bis er fragte (auf Plattdütsch natürlich): "Kann ich mit knobeln?"
"Jo", kam es trocken zurück.
Er rückte sich einen Barhocker zurecht, der sehr wackelig war, weil er bereits an einem Bein mit breitem Isolierband geflickt war, und stellte seine Regeln auf, die da lauteten: Die Verlierer sollten die ersten drei Runden in Bier bezahlen, danach könne man ja ums Strippen knobeln.
Alle schauten sich an und erklärten sich schmunzelnd einverstanden. Sie kannten das schon - und los gings.
Man lies Willi dreimal nicht verlieren. Die gewonnenen Biere schlürfte er triumphierend und breit grinsend, innerhalb von kürzester Zeit hinunter. Dann sollte es ans Eingemachte gehen und für Willi war Schluss mit lustig!
Von da an verlor er jedes Spiel!
Zwischendurch wollte er sogar den Platz wechseln, weil er glaubte, dass sein Pech davon abhängig sei, dass er auf diesem wackeligen Hocker saß.
Als Erstes legte er, seinen eigenen Regeln gemäss, zuerst die Mütze ab. Es folgten sein Koppel, als nächstes seine Jacke, dann sein Hemd, Unterhemd usw.
Seine wuscheligen Brusthaare liessen mich breit grinsen...
Mittlerweile war Willi so blau, dass ihm das scheinbar nichts mehr Etwass ausmachte. Im Gegenteil, sein Ehrgeiz, doch nochmal zu gewinnen, liess ihn immer weiter knobeln, Platz wechseln, schimpfen.....
Nachdem er auch noch seine Schuhe und die Socken "verloren" hatte, war nun seine Hose an der Reihe. Ich traute meinen Augen nicht!
Die Stimmung stieg, als er diese letztlich auch noch auszog. Alle Kleidungsstücke lagen auf einem Tisch, auch der Gürtel mit der Waffe in ihrem Schafft. Unglaublich - aber sehr lustig!
Willi stand nun also in seiner langen grauen Unterhose mit leichten bis mittelmässigen Gebrauchsspuren, in dem Gastraum und schnaubte vor Wut.
Er raffte seine gesamte Bekleidung, zog lediglich die Stiefel an, rollte alles in sein Jacket ein und begab sich nach draussen zu seinem Dienstfahrrad.
Hier schnallte er alles auf seinen Gepäckträger, setzte sich auf das Gefährt und strampelte, so gut wie unbegkleidet, murrend vondannen.
Es schallte ein grosses Gelächter durch die Dorfstrasse. Man wusste, dass er am nächsten Abend wiederkommen, als erstes seine drei Bier von gestern bezahlen und erneut sein Glück herausfordern würde, vielleicht diesmal beim Flippern oder Lügen....
Noch zwei- oder dreimal war ich mit in dieser Dorfschänke und alles wiederholte sich, wie beim Erstenmal.
Diese Geschichte schrieb das Leben und macht es sie wert, niedergeschrieben und erzählt zu werden.
Vielleicht ist Willi ja später versetzt worden und ist heute ein "world-wide-willi"................
Aus dieser kleinen Ortschaft wird es noch eine weitere winzige Episode geben, die Ihr im Anschluss an diese lesen könnt...
(c) Christiane Rühmann
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