Ende




Ende ist erst dann,
wenn nichts mehr geht!

© Christiane Rühmann

Trauscheine



Trauscheine sind die offizielle Erlaubnis dafür,
ohne Gewerbeschein Scheidungsanwälte
und Scheidungsrichter zu beschäftigen.

© Christiane Rühmann

Gewürz des Lebens


 
Heute bin ich stolz auf mich.
Ich habe widersprochen.
Bin stark geblieben,
habe meinen Willen nicht brechen lassen.

Es hat mich Tränen gekostet, sehr viele.
Aber mein Rückrat hat es erhalten,
mein Ego bestärkt.
Ich bin stolz auf mich!

Ich war es gewohnt, zu funktionieren.
Jetzt denke ich an mich,
setze Prioritäten - und leide.
Vorrübergehend, nehme ich mir vor.

Zunächst müssen andere leiden,
die stets auf mich bauen,
die mich lieben oder nicht,
mich zu jeder Zeit ausnutzten.

Ich bleibe mir jetzt treu,
werde mich nicht mehr biegen lassen.
Einen Hauch von Diplomatie gebe ich hinzu.
Das ist das Gewürz des Lebens.

Die richtige Dosierung macht das Leben schmackhaft.

Ich bin stolz auf mich!

© Christiane Rühmann

Teststreifen

Sabine saß im grünen Gras und las.

Dabei der Wind durch ihre Locken wehte,
bis sie ihren Kopf umdrehte,
um zu schauen, wer noch so hier.
Da saß der Schneider mit ´nem Bier,
und Siegbert Müller, das Gerippe
saß auf der Bank, zog an ´ner Kippe.

Frau Müller aus dem Nachbarhaus
führte ihren Dackel aus.
Professor Siebel, der Gescheite,
sich in die Bekanntenkette reihte.

Da war da noch der Opa Schindelkern,
spielt Ball mit seinen Enkelkindern.

Doch was ist das? Ein fremder Mann!
Schau sich einer dieses Prachtstück an!
Gegelte lange Powerlocken,
stylisch gefasstes Sonnenglas,
begann er sich hinzuhocken,
um wohl seinen Schuh zu binden,
konnte doch offensichtlich den Senkel nicht finden.

Nun merkte sie, er ging am Stab,
den es für Blinde als Hilfe gab.
Er tastet ab den offenen Schuh
und band sich diesen schließlich zu.
Er erhob sich, ging gelassen weiter.

Sabine dabei jedoch entdeckte,
dass das Handy, was in seiner Tasche steckte,
ihm aus seiner Jacke war entgleitet,
was sie daraufhin verleitet,
aufzustehn, es aufzuheben,
um es ihm zurück zu geben.

Gesagt getan.
Sie spricht den Fremden an,
der sie, als sie es ihm in die Hand drückte,
sie mit einem Lächeln beglückte.
Bedankt sich bei ihr mit Händedruck,
dabei nicht mehr seine Brille trug.

Sabine war jetzt recht erstaunt,
er eine Entschuldigung raunt,
ihr dabei dann offen verkündet,
dass sie sich jetzt im Film befindet,
dass sie jetzt ein Filmstar sei,
gedreht für „Vorsicht Kamera“,
und dies ein „Teststreifen“ war.

Wie, das alles war also getürkt?
Sabines Speichel sie jetzt würgt.
Doch bestanden hat sie diese Probe,
erhielt dafür mächtig Lobe
von allen anwesenden Statisten,
die das Klatschen nicht mehr liessen.

Ab da war ihr deutlich klar,
dass ein guter Mensch sie war.

© Christiane Rühmann

Mein Video von meiner Lesung am 07.09.12



http://www.youtube.com/watch?v=YXzUH9HGO20&feature=colike

Wenn Euch mein Video gefällt, dann wäre ich Euch sehr dankbar, wenn Ihr mir einen Kommentar auf Youtube hinterlasst und/oder ein freundliches 'gefällt mir' zu hinterlassen.

Viel Freude beim Anschauen des Videos

Eure Chris

Der Besuch


Hab selten so herzlich gelacht,
wie vorhin, als ich an Hubert gedacht.

Ich sah ihn vor mir, auf dem Traktor,
bemerkte dann, als ich ihm folgte,
dass er zur Seite fahren wollte,
um Platz zu schaffen für mein Auto.
Doch Hubert hat sich wohl verschätzt,
fühlte sich durch mich gehetzt
und schoss zur Seite, wie ein Pfeil,
mit dem PS-starken Teil.

Der Blick zurück über die Schulter,
wurde ihm zum Verhängnis.
Er kam mächtig in Bedrängnis,
lenkte sein Gefährt in den Gänseteich
und wurde dabei leichenbleich.
Bis zum Sitz war er abgesunken,
hatt´ noch ein wenig Teich getrunken,
als er sein Gefährt verliess,
sich dabei noch die Rübe stiess,
um das Ufer zu erlangen.

Er wollte mich für den Schaden belangen,
den er sich selbst hat beigebracht.
Er gab sich seinen Flüchen hin
und meinte unter lautem Motzen,
es sei doch alles nur zum kotzen.

Ich bot ihm meine Hilfe an
und seilte nach ´ner Weile dann,
das abgesoffene Objekt,
das übelst in dem Tümpel steckt,
an meinen Abschlepphaken an.

Nun, aus dem Wasserloch gezogen,
glätteten sich die Zornes-Wogen
und Hubert machte sich bekannt,
was ich mächtig lustig fand,
weil ich ihn doch bereits schon kannte,
denn schliesslich waren wir Verwandte.

Er war ein Motzer – aber ein netter,
mein leicht verpeilter alter Vetter,
den ich nur mal besuchen wollte.
Wenn auch nicht auf diese Weise,
...aber trotzdem lache ich noch leise.

Und die Moral von der Geschicht:
Verliert Euch aus den Augen nicht.
Jedenfalls nicht für lange Jahre.
Sonst ist es wie bei mir und Hubert,
auch wenn es den Spaß war wert.

Dass alles so gekommen war,
findet Hubert heute wunderbar.

© Christiane Rühmann

(Un)geliebtes Nass




Sanft fallen die Tropfen.
Ich schaue zu, bin fasziniert,
bedenkt man, dass ohne deren Klopfen,
die Welt ihr Leben verliert.

Wir schmollen, wenn es uns zu nass,
verlassen kaum das Haus.
Doch verstehen, dass ganz ohne Nass,
unsere Erde steht vor dem AUS.

Wir begreifen und haben registriert,
dass unsere Welt nur dadurch lebt,
sie ihr Dasein gänzlich verliert,
wenn man diesen Segen behebt.

Viel zu leisten ist der Mensch im Stande,
doch Segen entspringt des Universums Natur.
Drum erfreue ich mich hierzulande
des Regens – geniesse den Segen pur!

© Christiane Rühmann