Blässe

Hans-Peter, zwar ein toller Typ,
hatt´ sich selbst jedoch nicht so lieb,
weil ihn die „Käseweis(s)heit“ plagte,
drum ein Sonnenbad er wagte.

Geölt, wie gleichnamige Sardine,
macht er sich auf – als schiene
die Sonne vom Himmel lichterloh,
und begab sich in ein Studio,
in dem man bräunen kann,
einfach so im liegen,
ohne sich grossartig dabei zu biegen.

Die Bedienung, ohne Ahnung,
gibt ihm auch keine grosse Warnung.
So legt er sich auf die Sonnenbank
und glaubt nicht, dass diese ihn macht krank.
Hat gleich ´ne Stunde sich gebucht,
ohne dass man ihn weiter untersucht.

Wie angenehm er das empfand,
als ihn umgab das Sonnenband,
von oben, seitlich und von unten,
hat er es einfach „toll“ empfunden.
Als die Stunde abgelaufen,
wollt er sich noch neue Kleidung kaufen
und ging ins nächste Kaufhaus rein.

Was cooles sollte es jetzt sein,
nachdem er – wenn auch nur gemogelt-
ringsherum war angekokelt.
Jedes Mädel steht – so denkt der Narr,
auf pralle Farben – ist das wahr?

Egal, er hat es ausprobiert,
sich dabei so fürchterlich blamiert,
dass ihm nach einer Stunde juckt der Po.
Wo kann er kratzen? Wo denn, wo???
In seine Haut steigt nun das Rot.

Mensch, war das peinlich,
wünscht sich jetzt, er wäre tot.
Noch nicht das End´ der Fahnenstange,
waren seine jetzigen Belange!
Die nächsten Tage sollten ihn lehren,
nicht irgend Etwas zu begehren,
was man nur mit viel Geduld erreicht,
wenn auch der Verstand nicht dazu reicht.

„Nie!!!“, hat er sich vorgenommen,
wird es nochmal so weit kommen.
Auch, wenn er sich gut eingecremt,
er seiner Törichtheit sich schämt.
Und deshalb, so denkt er wenig später,
bleibt er lieber der blasse Hans-Peter.

© Christiane Rühmann
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