EDOVA.... so geht es weiter 8. Autor


8. Autor
Als sie sich das kalte Wasser ins Gesicht spritzte, kehrten die Träume zurück. Die Träume an Mario und sein düsteres Geheimnis. Sie fragen nun, worin dieses Geheimnis bestand? Es ist schon fast etwas peinlich, aber was sein muss, muss sein.
Dieser scheinbare Traummann, der ihr Herz im Sturm erobert hatte und sie von all den Din-gen, an die ein verliebter Geist denkt (Sie wissen schon, Brautkleider, Eheringe, ein Haus im Grünen, Kinder und ein Hund) träumen ließ, verbarg ein düsteres Geheimnis hinter seiner so verführerischen Fassade.
Es hilft nichts, länger um den heißen Brei herumzureden, doch haben sie Verständnis mit dem Autor – manche Wahrheiten sind einfach zu grauenvoll, um sie auszusprechen.
Setzen sie sich besser, nicht dass es ihnen nun den Boden unter den Füßen wegzieht.
Der Mann, der die Reinkarnation des heldenhaften Ritters in der strahlend weißen Rüstung, der all ihre Sehnsüchte zu stillen in der Lage zu sein schien, sammelte Puppen. Gesine ent-deckte dies, als sie nach dem gemeinsamen Liebesspiel das Bad aufsuchen wollte und dabei versehentlich den falschen Raum betrat.
Als Gesine das Licht anknipste wurden ihre schlimmsten Alpträume Wirklichkeit. Die Puppen standen fein in einer Reihe in einer Vitrine, jeweils von einem Halogenstrahler ins rechte Licht gerückt.
Sicher werden sie all das nun für halb so schlimm halten und sich daran erinnern, dass sie selbst als Kind gerne mit Barbies gespielt haben (Ja, auch die männlichsten Männer haben ihre Schwächen) .
Es kam allerdings noch härter. Über den Puppen waren kleine Bronzeschilder angebracht, auf denen jeweils ein Name sowie ein Datum eingraviert waren. Zu Füßen der Puppen waren außerdem Polaroid-Bilder zu finden, die jeweils eine Frau abbildeten. Die Frauen hatten scheinbar nicht gemerkt, dass sie fotografiert wurden.
Die Puppen waren ebenso bekleidet und zurechtgemacht, wie die Frauen auf den Bildern. Dies war wirklich ganz und gar entsetzlich. Als Gesine am Ende der Puppenreihe nun noch ein Bild von sich selbst entdeckte, drohte ihr Puls die Skala zu sprengen.
Wie konnte sie nur auf einen perversen Irren hereingefallen sein? Wie war es ihm gelungen, sie in sein Haus zu locken? Und wie zum Teufel, konnte dieser abartige Verrückte so schnell der Helden all ihrer Träume geworden sein?
Gesines Gedanken rasten im steten Wettlauf mit den Sturzbächen an Schweiß, die ihr den Rücken hinab strömten, als plötzlich ein Geräusch an ihr Ohr drang…

Tassilo Leitherer, 81677 München, Deutschland, 17.09.10 www.tassilo-leitherer.de
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