Weihnachtsmarkt........

Jährlich gibt es in jeder kleineren oder größeren Stadt einen Weihnachtsmarkt. Das Gesichtsbild jedes Ortes wird gewahrt, indem alle teilnehmenden und ausstellenden Weihnachtshütten annähernd gleich aussehen. Die unterschiedlichsten Dinge kann man hier kaufen. Fahrgeschäftsbetreiber stellen ihre klitzekleinen Riesenräder oder Karussells auf, um mit den glänzenden Augen ihrer kleinen Kunden und deren Verlangen, die Karussels zu benutzen, einen riesigen Reibach zu machen. Überall duftet es nach Popcorn, Zuckeräpfeln, Fischbrötchen oder Bratwurst, sowie nach Glühwein, gebrannten Mandeln , Spießbraten und Champignons. Hmmm, wenn ich nur daran denke, läuft mir unwillkürlich das Wasser im Mund zusammen.
Fahrgeschäfte gibt es ständig, zu jeder Jahreszeit, aber an Weihnachten sind sie etwas Besonderes. Die Kinder bevölkern die Feuerwehrautos, Polizeifahrzeuge oder wippenden Pferdchen, als hätten sie solche niemals in ihrem Leben vorher gesehen. Ich glaube, dass die stimmungsvolle Atmosphäre den gewissen Unterschied macht. An jeder Ecke stehen aufgeblasene Weihnachtsmänner, die Lust auf einen Bummel über den Markt machen. Ständig begegnet man auch einem dieser, in rote Mäntel gehüllten Typen lebendig, der die kleinen Furzies auffordert, ihm ein Gedicht aufzusagen, damit er ihnen etwa eine Orange oder ein paar Nüsse schenkt.
Man schlendert zwischen den Buden, mit ihren Angeboten auf der einen Seite hin und auf der anderen wieder her. Erstaunlicherweise ist man bereit, sich das breite Spektrum Jahr für Jahr aufs Neue anzuschauen, ohne sich zu wundern, dass es immer dasselbe ist oder aber zu bemerken, dass es dieses Jahr einen Stand gibt, der im letzten noch nicht da war – etwa einer, der Ohrstecker anbietet, die nicht nur für das rechte, sondern auch für das linke Ohr geeignet sind, oder dass der Stand mit den Christbaumkugeln diesmal bei seinen Motiven einen schneebedeckten Weihnachtsbaum mehr auf seinem Umfang hat. Im vergangenen Jahr waren die Gürtel eher nur braun oder schwarz, in diesem sind sie lila und pink.
Es ändert sich also nicht ständig etwas an der Kulisse. Aber die Menschen – sie scheinen gleich zu bleiben, stehen an den Glühweinständen, schlürfen sich diesen mit oder auch ohne Amaretto, in roter oder weißer Version und haben oftmals das Verlangen nach einem weiteren….
Eins kommt mir bemerkenswert vor:
Redet man nicht schon seit Jahren von der sogenannten „Wirtschaftskrise“? Hier scheint diese nicht wirklich zu existieren, nicht gegenwärtig zu sein, und das ist gut so. Denn hier wird die Wirtschaft Jahr für Jahr auf´s Neue angekurbelt…..
Christiane Rühmann

Heubodenspringen........

„Hast Du alle Bleche schon fertig gebacken?“, fragte Bauer Erich seine geliebte Bäuerin.
„Na, was denkst Du wohl?“ prustete sie im zurück
.
Er liebte es, wenn seine Berta sich aufregte. Sie war dabei so „sexy“. Seit über vierzig Jahren waren sie bereits verheiratet und keinen einzigen Tag davon hätten sie missen wollen. Er ging auf sie zu, umschlang Berta mit seinen unglaublich kräftigen Armen von vorne, kniff ihr dann hinterrücks mit seinen Pranken ähnlichen Händen in die üppig geformten Pobacken und drückte ihr einen fetten feuchten Schmatz auf ihre Lippen. Sie zierte sich ein wenig und befreite sich mit leicht geröteten Wangen aus seiner aussagenden Umarmung.

„Mach schon, dass Du wegkommst, Du Riesenbaby“, befahl sie.

Er liess sie amüsiert los und begab sich zum Küchenausgang, allerdings nicht, ohne mit einem geschickten Griff ein Stück des noch warmen Apfelkuchens vom Blech zu stibitzen.

„Finger weg!“

Sie klopfte ihm mit einem Küchenhelfer auf seine wulstigen Hände.

„Der ist für die Kinder!"

Heute sollte nämlich Heu eingefahren werden, ein Fest für alle Kinder aus der Umgebung. Bauer Erichs Landwirtschaft wurde nämlich noch traditionell betrieben. Er besass keine Pressmaschine oder so ein Teil, wo das getrocknete Gras gleich zu Rollen verarbeitet wird. Hier wurde noch mit Harken und Heugabeln gearbeitet. Das brachte allen doch viel mehr Freude, und jeder genoss die persönliche und familiäre Atmosphäre. Nicht, dass Erich sich den technischen Kram nicht leisten konnte, nein, das war es nicht. Normalerweise brauchten sie die Landwirtschaft nicht mehr. Sie hatten längst für das Alter ausgesorgt. Es machte ihnen einfach nur Freude, die strahlenden Augen der Kinder zu betrachten, die ihnen bei der Heuernte behilflich sein durften und sich alle freuten, wenn Berta zur Kaffeepause ihren unübertrefflichen Blechkuchen und Kakao oder Limonade kredenzte.

Es war sehr heiss an diesem Tag. Eine Schar von Kindern hatte sich bereits auf der Weide versammelt. Erich kannte jedes einzelne von ihnen mit Namen und berüsste jedes mit Handschlag, um ihnen zu verdeutlichen, dass jedes von ihnen willkommen und unabkömmlich sei. Einige von ihnen kamen bereits seit Jahren und waren mittlerweile zu jungen Erwachsenen geworden. Es war gut, zu sehen, dass es ausser Computern und Nintendos auch noch andere Werte im Leben gab, die von den jungen Leuten geschätzt wurden.

Zur Kaffeepause erschien Berta mit ihrem Motorroller, dem angehängt, ein kleiner Anhänger folgte. Sie sah recht lustig aus, mit ihrem Sturzhelm und in ihrer Kittelschürze, auf dem kleinen Gespann. Auf ihrem Hänger befanden sich, aufeinander gestapelt, vier Bleche mit Kuchen, mehrere Kannen Kakao, kühle Limonade, etliche Becher und eine Thermokanne mit Kaffee, für ihren Erich. Karierte Küchentücher deckten die Bleche ab, um sie vor Staub und Ungeziefer zu schützen.

Berta wurde bereits sehnlichst erwartet und entsprechend begrüsst. Im Nu waren die Ofenbleche geplündert und man konnte ringsum „hhmmmmmhh“ vernehmen.

Die letzten Halme wurden auf den Heuhänger gepackt, dann ging es Richtung Scheune. Oben auf dem mit Heu beladenen Hänger sass die Jugend und flaxte.

„Passt auf, dass Ihr nicht runterfallt“, ermahnte Erich die Bande lachend.

Als sie an der Scheune angekommen waren, hatte Berta bereits die Luken geöffnet und das Transportband eingeschaltet, auf dem nun das getrocknete Gut den Heuboden erreichen sollte. Eigentlich war das der schönste Abschnitt des Tages. Welche warfen das Heu vom Hänger auf das Transportband, und andere nahmen es oben auf dem Schoberboden entgegen, um es zu verteilen. Wenn das alles erledigt war, durften die Kinder nach Herzenslust im Heu herumtollen, von der oberen in die untere Etage springen, in der Gewissheit, dass ihnen nichts geschehen könne. Viel zu weich war das Heu.

Ach ja, jedesmal, wenn es so weit war, erinnerten sich Erich und Berta an die Zeit, als sie selbst jung waren und vom Heuboden gesprungen waren. Hier hatten sie sich kennen gelernt und sich auch zum erstenmal geküsst. Sie zwinkerten sich zu, als sie beobachteten, dass die ältesten unter den Kindern den Heuboden erklammen, sich bei den Händen fassten und in die Augen schauend eine Etage tiefer in das duftende Heu sprangen. Sie beobachteten auch, dass sich hier eine neue Liebe entwickelte.

Schmunzelnd billigten sie das Treiben in ihrer Scheune. Das Quitschen und das vergnügte Lachen, hatte Erich auf eine Idee gebracht.

„Komm mal, ich glaube, wir sollten die erste Diele auf dem Boden mal überprüfen.“

Berta folgte ihm besorgt die Leiter empor. Oben angekommen bückte sich der Schlawiner tatsächlich, um angeblich das lose Brett in Augenschein zu nehmen. Sie befanden sich am Rand des oberen Dachbodens. Plötzlich nahm Erich seine Berta bei der Hand, schaute ihr verschmitzt in die Augen, und…….

Berta konnte nur noch einen Schrei lassen:
„Neiiiiiinnn Eriiiiiich!!!!!“ und schwups war Erich mit ihr in die untere Etage gesprungen.

Kichernd und lachend erhielten sie grossen Beifall aller Anwesenden.

„Boaah, Erich, das war total…., wie sagt man heutzutage....... g e i l, oder wie das heisst!“ rief Berta „NOCHMAL bitte!!!“

Schöner konnte der Tag nicht ausklingen. Bei einem abschliessenden Lagerfeuer sangen dann alle gemeinsam zur Gitarre Lieder, die man nicht mehr in der Schule, sondern nur bei Erich und Berta während der Heuernte lernt……

(c) Christiane Rühmann

Geplänkel........

„Das ist doch nicht normal“!

„Was ist nicht normal?“ fragte ich provokant den Anfang Sechziger.

„Normalerweise kann doch niemand einen solchen Teller schaffen“.

„Warum nicht?“ interessierte ich mich. „Und ausserdem haben Sie meine Frage noch nicht beantwortet“.

„Welche Frage?“ Er blickte mich merkwürdig, um nicht zu sagen unnormal blöd an.

„Was nicht normal ist. Oder, ich frage mal anders: Was ist denn normal?“

„Jedenfalls nicht, was Sie auf dem Teller haben.“

„Nein, Sie haben recht, normalerweise nehme ich immer einen grösseren, da passt mehr drauf.“

„Wie bitte? Das ist ja wirklich unnormal!“, meinte er fast schimpfend. „Sie können doch zweimal gehen.“

„Warum sollte ich das tun?“, fragte ich zurück und merkte, wie es mir mehr und mehr Freude bereitete, diesen Giftzwerg auf die Palme zu bringen.

„Wie sieht das denn aus, so vollgepackt!?“ Er schüttelte seinen Kopf so arg dass seine Baskenmütze sogar verrutschte und drei bis sechs seiner wild darunter hervor schauenden Haare, die vermutlich unter der Kopfbedeckung seinen breiten Scheitel verdecken sollten, wild durch die Gegend schaukelten.

„Also, ich finde, das sieht sehr appetitlich aus, ich weiss überhaupt nicht, was Sie haben“.

„Sie sind auch nicht normal“, brummte er, und schob sein Tablett vor dem Buffet weiter, bis zum nächsten Rechaut.

„Tja, nur gut, dass ich es nicht bin!“

„Dass Sie was nicht sind?“

„Na, normal!“

„Wieso?“

„Dann wären wir beide uns doch viel zu ähnlich, oder? Und bisher war mir nicht bekannt, dass Menschen genormt sind. Uuuhh, das wäre ja echt schlimm!“

Er schaute mich mit gerunzelter Stirn und zusammen gekniffenen Augen an: „Wie meinen Sie das?“, wollte er wissen.

„Weil ich dann normalerweise genau so normal wie Sie wäre, und das wäre mir dann persönlich doch zu unnormal“, sprach es grinsend aus und zog mit meinem Salatteller zur Kasse weiter, während ich beobachtete, dass er sich auf seine fetten Bratkartoffel , x-mal auf die Mayonaisepumpe drückend im Anschluss daran dann auch noch der Sauce Bernaise und des Ketchups bediente. Für die Krakauer mit Senf war kaum noch Platz.

Das war doch nicht normal oder? Normalerweise hätte ich ihn darauf hin ansprechen und ihm erklären müssen, dass das ja wohl nicht normal sei…..

Das hätte ich normalerweise auch gemacht, aber ich war zu hungrig und hatte keine Lust mehr, rumzufrötzeln. Ich wollte nur noch ganz in Ruhe und normal meinen Salat geniessen……..

(c) Christiane Rühmann

Bedienung….

Auf einem wöchentlichen Event warteten wir wie immer darauf, dass der Seminarraum geöffnet wurde. Bis dahin verbrachten wir stets in der Vinothek oder dem Bistro die Zeit auf einen Kaffe, Tee, Wasser o. ä.

So auch an diesem besagten Sonnabend. Gerda, Moni, Susi, Sonny, Ralf, Rainer und ich nahmen an einem urigen Tisch in der Nähe der Theke Platz, während Wolfgang noch schnell vorher zur Toilette eilte.

Wir alberten, scherzten und waren sehr gut gelaunt. Als die Bedienung kam, bestellten wir unsere Getränke. Für Wolfgang bestellten wir mit.

Dieser kam nach einer Weile von der Toilette zurück, setzte sich in unsere Runde und meinte seufzend: ”Ach ja, jetzt müsste es einen Knall geben, und ein NEGER würde uns unsere Getränke servieren.”

Er hatte das letzte Wort kaum ausgesprochen, als der Servicemitarbeiter erschien, um uns unsere Getränke zu kredenzen.

Das geschah fast zeitgleich.

Da wurde Wolfgang purpurrot im Gesicht, er lächelte verlegen, als er erkannte, wer uns da bediente. Der Kellner war ……….ein Farbiger!!

Das war Wolfgang sichtbar peinlich…..
Nie wieder später, haben wir Wolfgang einen solchen oder ähnlichen Ausspruch tätigen hören.

(Sorry an alle andersfarbigen Menschen!)

Christiane Rühmann

Herbstliches...


Guten Morgen…..

Guten Morgen, lieber Morgen.,
hast mich mit hellem Schein geweckt,
und die Sonne, ohne Sorgen
hat mich mit Strahlen eingedeckt.

Die Vögel zwitschern schon sehr lebhaft.
Sie freuen sich auch auf diesen Tag.
Doch nur ein Teil unserer Gesellschaft,
dieses morgens früh schon mag.

Wer nicht dem Tageserwachen lauscht,
sich stattdessen mürrisch wendet,
ist wahrscheinlich noch berauscht,
und im Suff im Bett geendet.

Nimm doch an des Tages Hand,
lass Dich von ihm verwöhnen.
Luft und Sonne, das sei bekannt,
werden ihn Dir verschönen.

(C) Christiane Rühmann

Ich liebe es.....

Ich liebe es, im Gras zu liegen,

wenn über mir die Vögel fliegen.

Ich liebe es, ausgehen und essen,

dabei die Tagessorgen vergessen.

Ich liebe es, mal nichts zu tun,

den ganzen Tag im Bett zu ruh´n.

Ich liebe es, Musik zu hören,

und niemand kann mich dabei stören.

Ich liebe es, ein Bad zu nehmen,

und ein Glas Wein zu mir zu nehmen.

Ich liebe es, mal albern zu sein,

sei der Moment auch noch so klein.

Ich liebe es, wenn er mich küßt

und zu mir richtig zärtlich ist.

Ich liebe es, auf dem Berg zu stehen,

und in das Tal hinab zu sehen.

Ich liebe es, die Menschen zu sehen,

wie alle ihre Wege gehen.

Ich liebe es im Kerzenschein

mit ihm mal ganz alleine sein.

Ich liebe es am Strand zu liegen

und den Alltag zu besiegen.

Ich liebe es, herzhaft zu lachen,

unendlich viele Scherze machen.

Ich liebe es, positiv gestresst zu sein,

und Mutter meiner Töchter zu sein.

So lange ich noch was lieben kann,

und fähig dazu bin,

kommt kein Unheil an mich ran,

und mein Leben hat seinen Sinn.

(c) Christiane Rühmann

DER FREUND

“Deine Stärke ist gewaltig,
so wie auch Deine Zuversicht”,
glaubt ein Jeder, der mich ansieht,
doch meine Seele sieht er nicht!

Es läßt sich nicht in Worte kleiden,
was dort vonstatten geht.
Es läßt sich einfach nur erleiden,
weil jemand mir zur Seite steht.

Beharrlich folg ich meinem Schicksal,
nehm alle Nackenschläge hin,
beachte nicht mal mehr die Vielzahl
an des Lebens reichem Sinn.

`Da gibt es Kinder, Haushalt, Arbeit.
Das alles lässt die Pein vergessen`.
Dies denkt nur, der von alle dem befreit,
und dieses Leid nie hat besessen.

Ich will versuchen das zu schaffen,
was Andere längst schon tun,
und meine Kraft zusammen raffen,
bloß niemals müde tun.

Zeig´ meine ganze Stärke Jenen,
denen es schlechter geht als mir.
Damit kann ich zunächst beleben,
dass Niemand resigniert.

Dem Menschen, der mir zur Seite steht,
geb ich mehrmals täglich Dank.
Egal, woher der Wind auch weht,
ich nehme Platz auf seiner Bank!

Hier kann meinen Kopf anlehnen,
er hat es Dir erlaubt,
und hat - entsprechend meinem Sehnen,
ganz fest an mich geglaubt!

Ich nehme an, des Freundes warme Hand,
und bin nicht zu bescheiden.
Sonst würde ich völlig unerkannt,
alleine weiter leiden!

(c) Christiane Rühmann

Grausam und gemein …..! (Die Herausforderung)

Sag´, wie grausam und gemein
kann das Leben manchmal sein??!!

Weil ständig Unheil DICH befällt,
geprügelt wirst, vom Rest der Welt!

Warum trifft´s nicht mal reiche Leute,
die wären doch ´ne fette Beute!?!

So denkt man leider nur zu oft,
weil man vom Leben “mehr” erhofft.

Doch nimm als positive Seite,
sogar die allerschlimmste Pleite.

Versuch, aus jeder Welle aufzutauchen,
weil andere Menschen Dich noch brauchen!!

Du bist das Werkzeug in Gottes Hand!
Hast Du die Stärke in Dir erkannt??

Dann wirst Du mit viel Elan und Streben,
der Sieger sein in Deinem Leben!!!


Christiane Rühmann

Peinlich - peinlich - peinlich....

Meine Freundin Giesela hatte neuerdings Probleme mit dem Magen. Bereits seit einigen Wochen hatte sie einen Termin zur Darmspiegelung in der Tasche. Ihr graute davor, aber aus Angst, dass etwas Schlimmes sein könnte, nahm sie diesen Termin selbstverständlich wahr.

Herbert, ihr Mann, hatte sie zu dieser Untersuchung gefahren und gewartet, bis sie fertig war und wieder nach Hause entlassen wurde. Auf dem Parkplatz der Klinik stiegen sie in ihren Wagen ein, als Giesela ein Anruf ihrer Töchter erreichte, die ihre Mutter baten, auf dem Heimweg doch noch Grillfleisch aus dem Supermarkt mitzubringen.

Herbert bog auf den Parkplatz des Supermarktes ein und wollte so lange im Auto warten, bis seine Frau eingekauft hatte. Giesela begab sich also auf den Weg zur Fleischtheke, als sich die natürlichen Auswirkungen der vorangegangenen Untersuchung in ihrem Körper bemerkbar machten. Sie verspürte einen starken Drang, fürchtete, unangenehm aufzufallen und flüchtete deshalb unverrichteter Dinge aus dem Discounter riss die Beifahrertür des Wagens auf, sprang hinein….. und ließ der Natur ihren Lauf……..

Sie musste so stark blähen, dass sie sogar Sorge hatte, dass man ihren Notstand außerhalb des Fahrzeugs akustisch wahrnehmen könnte. Erleichtert wendete sich ihrem Fahrer zu, der aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kam.

Ach Du dickes Ei….! Das war ja gar nicht ihr Herbert und es war nicht ihr Fahrzeug!

Fluchtartig verließ sie das fremde Auto und entdeckte schon ihren Herbie, der mit ihrem Gefährt verwundert auf sie zusteuerte. Sie riss die Türe auf, sprang ins Wageninnere und schrie: „Fahr los, fahr bloß los!“ Herbert gab Gas…. und musste an der nächsten roten Ampel anhalten. „Fahr doch drüber, los, los, los, mach schon!“ Giesela wollte nur noch weg. „Nee, also das mache ich nicht! Ich brauche meinen Führerschein noch! Was ist denn überhaupt passiert? Was hast Du in dem anderen Auto gemacht?“, wollte ihr irritierter Göttergatte wissen und dieser blieb letztlich brav an der Ampel stehen, als es auch schon an ihrer Scheibe klopfte und der Mann aus dem fremden Fahrzeug vor ihr stand. Mit hochrotem Kopf ließ Giesela die Scheibe runter und wollte so etwas wie eine Entschuldigung stammeln, als der Fremde meinte: „Unter anderem haben Sie noch Ihre Handtasche in meinem Auto gelassen……“, und lächelte dabei.

Als sich Giesela bei ihm bedankt hatte, die Lichtzeichenanlage grün zeigte und Herbert endlich losgefahren war, wollte er nun aber dringlichst wissen, wie das mit der Tasche passieren konnte. Die Gelackmeierte erzählte ihre Storry und Herbert kam bis zu Hause aus dem Lachen nicht mehr raus. Da die Mädchen wissen wollten, warum es kein Grillfleisch gab, musste Giesela ihre peinliche Geschichte nochmals erzählen. Sie verziehen ihrer Mutter natürlich, dass sie ohne Grillgut nach Hause kam und kriegten sich ebenfalls vor Lachen nicht mehr ein. Natürlich machte diese Geschichte auch in unserem Bekanntenkreis die Runde und sorgte stets für grölendes Gelächter.

Mittlerweile kann meine Freundin selbst darüber lachen, aber peinlich war das doch……

(c)Christiane Rühmann

Lustiger Irrtum.....

Als Weihnachtsgeschenk bekamen die Geschäftsleute von ihren bereits erwachsenen Kindern Karten für ein Musical geschenkt. Das Ehepaar freute sich bereits sehr auf dieses Event.

Dieses Musical wurde seit dem Start als so glorreich durch die Medien angepriesen, das es daher bereits Monate zuvor ausverkauft war, und somit keine Chance mehr bestand, für ebenfalls interessierte Freunde, sich diesem Abend mit dem Ehepaar anzuschliessen.

Als der Konzertabend nahte, richtete sich das Ehepaar auf einen wunderbaren Abend ein. Es plante vorher ein Candlelight-Dinner und hatte hierzu in der Grossstadt in einem Nobelrestaurant bereits einen Tisch reserviert. Es sollte ein alles übertreffender, unvergesslicher Abend werden. Und so kam es auch.......

Die Eheleute warfen sich in Robe und starteten rechtzeitig, um relaxt den Abend geniessen zu können, ohne die aus dem Alltag bekannte zeitweise Hetze. Sie wurden von auffallend elegant gekleidetem Personal empfangen, zu ihrer Niesche begleitet und von vorne bis hinten betüddelt. Dass sie selbst das Essbesteck halten und zum Mund führen mussten, war alles. Der prunkvoll hergerichtete Tisch mit seinen liebevollen Accessoires, hinterliess grossen Eindruck bei der erfahrenen Geschäftsfrau, die selbst auch in ihrem Bekanntenkreis dafür bekannt war, sich als hervorragende Gastgeberin immer etwas Neues einfallen zu lassen und durch ihre gestalterischen Ideen stets den positivsten Eindruck hinterliess.

Auch die Speisen verdienten ausgesprochenes Lob, mehr ging einfach nicht....

Gut gelaunt und frohen Mutes liessen sie sich von einem Taxi zur Musicalhalle fahren. Der Herr beteuerte, dass er ohne Platzanweiser die reservierten Plätze finden würde, schliesslich sei dies ja nicht ihr erster Konzertbesuch. Der Eintrittsabschnitt wurde also von den Platzordnern abgetrennt. Nun dann - auf gings.

Sie verglichen die Zahlen auf den Karten, Block, Sitzreihe und Platz. Als sie ihre Sitzplätze erreichten, waren diese bereits besetzt. Wie konnte das sein...? Sie forderten die Besetzer auf, sich einen anderen Platz zu suchen, dies seien ihre Stühle, die man bereits lange zuvor reserviert habe. Leider wollten diese das nicht einsehen und meinten, ebenfalls reserviert zu haben. Daher verglichen sie mit den fremden Leuten ihre Reservierungsnachweise und stellten fest, dass .... es darf doch nicht wahr sein, .....ihr Termin bereits GESTERN war! Unglaublich, alles stimmte überein - nur das Datum nicht. Mensch, war das peinlich!

Sie fühlten sich von weiterem Publikum, das die kleine Auseinandersetzung mitbekommen hatte, sowie von den Platzhaltern ausgelacht, drehten sich um und verliessen ein wenig verärgert, eiligst den Showroom.

Draussen vor der Halle mussten sie sich erstmal erholen, bis sie dann allerdings über ihr eigenes Missgeschick so fürchterlich lachen mussten, dass sie beschlossen, wo sie doch bereits schon einmal hier waren, noch das Nachtleben in der Stadt zu geniessen.

So wurde es also doch noch ein unvergesslicher Abend......

Es wird heute noch darüber gesprochen - und natürlich gelästert. Es ist eben so: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.....

(c) Christiane Rühmann